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Donnerstag, 31. Januar 2019

2000 Jahre alte Schrift über den Krieg zwischen Menschen und Riesen

In zahlreichen Kulturen kennt man die Geschichten von riesigen humanoiden Wesen. Manchmal sind sie gut, doch häufig zählen sie eher zu den bösen Gestalten der Mythologie. Den Riesen gaben die Menschen viele Namen. Einer davon lautet "Nephilim", die gefallenen Engel. Auch die Bibelwissenschaft beschäftigt sich mit diesen Geschichten. Vor nicht allzu langer Zeit wurde ein Text gefunden, der sehr viel Aufschluss über die Welt der Nephilim gibt. Für diesen Artikel wurden die Fragmente des über 2000 Jahre alten Textes zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt. (Hinweis: Die Bilder in diesem Artikel dienen mehr der Veranschaulichung. Die meisten bleiben eine Fälschung)





Das sogenannte "Buch der Riesen" basiert laut Forschern auf dem Buch Henoch, einem pseudepigraphischen Werk aus biblischer Zeit. Es stammt aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und wurde nachträglich aus der Bibel entfernt. Man könnte auch sagen, das Buch Henoch hat es nicht in die Bibel geschafft. Heute zählt es deshalb zu den sogenannten "Apokryphen". Henoch war der Urgroßvater von Noah und soll das Buch selbst verfasst haben. Das Buch der Riesen war Teil der sogenannten "Schriftrollen vom Toten Meer" (auch "Qumranschriften" genannt), mehrer biblischer Texte, die in den 40er und 50er Jahren im Westjordanland entdeckt wurden.

Das Buch der Riesen erzählt von einer Zeit, in der Engel und Menschen frei miteinander 'interagierten'. Dies wurde auch in der Genesis (6:1-4) dokumentiert. Die Nephilim, also die Riesen, seien die Kinder von Engeln und Menschen gewesen. Später hätten sich die Riesen gegen die Menschheit erhoben und es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Alles das hätte vor tausenden von Jahren stattgefunden. Das Buch konzentriert sich auf die beiden Kinder des Riesen Shemihaza namens Ohya und Hahya.

Genesis (6:1-4): "(1) Und es geschah, als die Menschen begannen, sich zu vermehren auf der Fläche des Erdbodens, und ihnen Töchter geboren wurden, (2) da sahen die Söhne Gottes die Töchter der Menschen, dass sie gut waren, und sie nahmen sich von ihnen allen zu Frauen, welche sie wollten. (3) Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht ewig im Menschen bleiben, da er auch Fleisch ist. Seine Tage sollen 120 Jahre betragen. (4) In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde, und auch danach, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren. Das sind die Helden, die in der Vorzeit waren, die berühmten Männer."



Fragmente der Schriftrollen vom Toten Meer

Das Buch der Riesen wurde in nicht weniger als sechs Sprachen veröffentlicht. Vom ursprünglich Syrischen wurden griechische und mittelpersische Versionen erstellt. Die sogdianische Ausgabe wurde wahrscheinlich aus dem Mittelpersischen, das Uigurische aus dem Sogdianischen abgeleitet. Das Buch kann es auch in Koptisch gegeben haben, wie die Quelle am Ende des Artikels nahelegt.

Das Buch der Riesen ist lediglich in Fragmenten überliefert. Unvollständige Stellen wurden durch eckige Klammern [...] gekennzeichnet. Neben der gewalttätigen Vergangenheit der Riesen bietet dieses Werk jedoch auch eine andere Perspektive auf die Nephilim. Gemäß der Schriften wurden sich die Riesen bewusst, dass sie aufgrund ihrer gewalttätigen Art vor einer drohenden Zerstörung stehen. So baten sie Henoch in ihrem Namen mit Gott zu sprechen:



Das Buch der Riesen - wiederhergestellte Texte

Eine zusammenfassende Stellungnahme über den Abstieg der bösen Engel, welche sowohl Wissen als auch Verwüstung brachten. Vgl. Genesis 6:1-2, 4.

1Q23 Frag. 9 + 14 + 15 [...] sie kannten viele Geheimnisse [...] die Sünde war groß auf der Erde [...] und sie töteten viele […] sie zeugten Riesen […]

Die Engel nutzten die Fruchtbarkeit der Erde aus.

4Q531 Frag. 3 […] alles was die Erde hervorbrachte [...] [...] die großen Fische […] der Himmel mit all dem was wuchs […] die Früchte der Erde und alle Arten von Getreide und alle Bäume [...] Vieh und Reptilien […] alle kriechenden Dinge auf der Erde und sie beobachteten alles […] jede harsche Tat und […] Äußerung [...] männlich und weiblich, und unter den Menschen […]

Die zweihundert Engel wählten Tiere mit denen sie unnatürliche Akte vollzogen, vermutlich einschließlich Menschen.

1Q23 Frag. 1 + 6 […] zweihundert Esel, zweihundert Rinder, zweihundert Böcke der Herde, zweihundert Ziegen, zwei hundert [...] Tiere vom Feld, von jedem Tier, von jedem Vogel [...] für Rassenvermischung [...]



Die Statue von Gilgamesh aus dem Palast von Sargon II.

Könige wurden gerne in "Übergröße" dargestellt.

Das Ergebnis der dämonischen Verderbnis war Gewalt, Perversion und eine Brut von ungeheuerlichen Wesen. Vgl. Genesis 6:4.

4Q531 Frag. 2 […] sie schändeten […] sie zeugten Riesen und Monster […] sie zeugten, und siehe, die ganze Erde war verdorben […] mit dem Blut und durch die Hand der Riesen […] was ihnen nicht genügte […] und so wollten sie viele verschlingen […] die Monster griffen an.

4Q532 Col. 2 Frag. 1 – 6 […] sie werden sich erheben [...] arm an wahrer Kenntnis [...] weil [...] die Erde stark verdorben wurde […] sie wurden von den Engeln in Betracht gezogen […] am Ende werden sie untergehen und sterben […] sie verursachten große Verderbnis auf der Erde […] es genügte nicht, dass [...] sie sein können [...]

Die Riesen beginnen von einer Reihe von Träumen und Visionen beunruhigt zu werden. Mahway, der Titansohn des Engels Barakel, berichtet seinen Riesen-Gefährten als erster von diesen Träumen. Er sieht ein Täfelchen, welches in Wasser eingetaucht ist. Wenn es wieder auftaucht, sind alle bis auf drei Namen auf ihm weggewischt. Dieser Traum symbolisiert die Vernichtung aller außer Noah und seinen Söhnen durch die Flut.

2Q26 […] sie durchnässten das Täfelchen mit Wasser […] das Wasser floss über das Täfelchen […] sie hoben das Täfelchen aus dem Wasser […]

Der Riese geht zu den anderen und bespricht seinen Traum.

4Q530 Frag. 7 […] Diese Vision steht für Fluch und Leid. Ich bin derjenige, der die ganze Gruppe der Schiffbrüchigen gesehen hat, zu den ich gehen soll […] die Geister der Erschlagenen klagten über ihre Mörder und schrien […] dass wir zusammen sterben und es zu einem Ende kommt [...] so ging die Vision in die Versammlung der Riesen ein [...]

6Q8 […] Ohya sagte zu Mahway […] ohne zu zittern: Wer zeigte dir all diese Visionen mein Bruder? […] Barakel, mein Vater, war mit mir. […] Bevor Mahway zu Ende sprach was er gesehen hatte […] sagte Ohya zu ihm: Ich habe Wunder gesehen! Eine unfruchtbare Frau gebärte […]

4Q530 Frag. 4 Da sagte Ohya zu Hahya […] wir werden auf der Erde zerstört werden. [...] Die Erde weinte vor den Riesen […]

4Q530 Frag. 7 Daraufhin sagte Hahya zu Ohya [...] Das ist nicht für uns, sondern für Azazel, für das was er tat [...] Die Riesen sind die Kinder der Engel […] und sie würden nicht all ihre Geliebten vernachlässigen [...] Wir sind nicht niedergeschlagen worden; du hast Kraft [...]



Die Siegesstele von Naram-Sin.

Die Riesen erkennen die Sinnlosigkeit des Kampfes gegen die Kräfte des Himmels. Der erste Sprecher war womöglich Gilgamesh.

4Q531 Frag. 1 […] Ich bin ein Riese, und bei der gewaltigen Stärke meine Arme und meiner eigenen Stärke […] jeder Sterbliche, ich habe Krieg gegen sie geführt; aber ich bin nicht in der Lage für meine Feinde gegen sie (die Engel) zu sein [...] sie wohnen im Himmel und in heiligen Orten. [...] Und sie sind stärker. […] Das wilde Monster ist gekommen, und die wilden Menschen rufen mich. […] Dann sagte Ohya zu ihm: Ich war gezwungen einen Traum zu haben […] Der Schlaf meiner Augen verschwand, damit ich eine Vision sehen konnte. [...]

Ohya’s Traum ist ein entwurzelter Baum, jedoch halten drei seiner Wurzeln. Der Inhalt ist der gleiche wie beim ersten Traum.

6Q8 Frag. 2 Während ich schaute, bewegten sich drei der Wurzeln in den Garten […]

Ohya versucht die Bedeutung dieser Visionen zu umgehen. Er gab an, dass es sich nur auf den Dämon Azazel bezog; hier vermutet er, dass die Zerstörung nur für die irdischen Herrscher bestimmt ist.

4Q530 Col. 2 […] Und Ohya erzählte ihnen was Gilgamesh ihm sagte: [nicht überliefert] Der Anführer verfluchte die Herrscher und die Riesen waren froh über seine Worte. Dann drehte er sich um und ging. […]

Mehr Träume bedrängen die Riesen. Die Details dieser Vision sind unklar, aber sie klingen schlecht für die Riesen. Die Träumer sprechen zuerst zu den Monstern, dann zu den Riesen.

Daraufhin hatten zwei von ihnen Träume und der Schlaf floh von ihrem Auge, und sie standen auf und erzählten von ihrem Träumen in der Versammlung ihrer Gefährten, der Monster [...] In meinem Traum beobachtete ich gerade diese Nacht und da war ein Garten [...] Gärtner waren am Bewässern [...] zweihundert Bäume und riesige Triebe kamen aus ihren Wurzeln [...] Das Feuer verbrannte den ganzen Garten [...]

Jemand schlägt vor, dass Henoch gerufen wird, um die Vision zu interpretieren.

[... zu Henoch] den berühmten Schreiber, und er wird für uns den Traum deuten.

Daraufhin sagte sein Gefährte Ohya zu den Riesen: Ich hatte auch einen Traum diese Nacht, Oh Riesen, und, seht, der Herr des Himmels kam hinunter zur Erde [...] und das war das Ende des Traumes. Daraufhin bekamen all die Riesen und Monster Angst und riefen Mahway. Er kam zu ihnen und die Riesen flehten ihn an und sandten ihn zu Henoch den berühmten Schreiber. Sie sagten zu ihm: Geh [...] du hast seine Stimme gehört. Und er sagte zu ihm: Er wird [...] die Träume deuten [...]

Col. 3 3 […] wie lange die Riesen zu leben haben [...]

Nach einer kosmischen Reise kommt Mahway zu Henoch und trägt seine Bitte vor.

[...] und er setzte sich in die Luft wie starke Winde, und flog mit den Händen wie ein Adler [...] er verließ die bewohnte Welt und flog über Verödung, die große Wüste [...] und Henoch sah ihn und rief ihm zu, und Mahway sagte zu ihm: [...] Die Riesen erwarten deine Worte, und all die Monster auf der Erde. [...] Uns wurde zugetragen, dass du uns die Bedeutung unserer Träume nennen kannst [...] zweihundert Bäume, die vom Himmel kommen [...]



Henoch schickt eine Tafel mit einer finsteren Botschaft des Urteils zurück, aber mit Hoffnung auf Reue.

4Q530 Frag. 2 Der berühmte Schreiber Henoch gibt eine Tafel in seiner Handschrift [...] Im Namen des großen Gottes, des heiligen, für Shemihaza und all seine Gefährten [...] Wisset [...] all das, was ihr getan habt, eure Frauen [...] und ihre Söhne und die Frauen ihrer Söhne [...] Wegen eurer Zügellosigkeit weint die Erde, und beschwert sich über euch und über die Taten eurer Kinder [...] über den Schaden den ihr der Erde zugefügt habt. [...] Bis Raphael eintrifft, seht, Zerstörung kommt, eine große Flut, und sie wird alle lebenden Dinge vernichten und alles, was in den Wüsten und Meeren ist. Und die Bedeutung dieser Sache [...] ist böse für euch. Aber jetzt, [...] löst eure Bindung zum Bösen und betet.

Ein Fragment, welches offenbar eine von Henochs Visionen zeigt.

4Q531 Frag. 7 [...] Große Angst packte mich und ich fiel auf mein Gesicht; ich hörte seine Stimme […] er lebte unter den Menschen aber er lernte nicht von ihnen […]

Sammlung der Schriftrollen vom Toten Meer in der Bibliothek der Gnostischen Gesellschaft: http://www.gnosis.org/library/dss/dss_book_of_giants.htm

Unser Buchtipp zum Artikel: "Die verbotenen Evangelien - Apokryphe Schriften: Erweitere und bebilderte Ausgabe mit dem Judas Evangelium und dem Evangelium der Maria Magdalena" hier

Quelle: https://www.vergessene-bibliothek.com/anastasia-michailova?fbclid=IwAR3WKGytqEzNuTQez4yqPKImN50ORDFM4B19b3ek2UK3xvL948H0-KvZAb0

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