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Sonntag, 18. November 2018

Die arbeitenden Obdachlosen der USA

Am Rand des Technologie-Mekkas der Welt in Kalifornien, in Silicon Valley, die Heimat der reichsten Personen und Firmen, gibt es eine steigende Zahl an "arbeitenden Obdachlosen", die nicht den amerikanischen Traum erleben sondern dessen Albtraum.


Es handelt sich NICHT um Amerikaner, die aus "selbst verschuldeten" Gründen aus der Gesellschaft in die totale Armut gefallen sind und deshalb auf der Strasse "leben", obwohl es davon sehr viele gibt, sondern HART ARBEITENDE Menschen, die einen Job haben, sogar zwei oder drei, aber sich trotzdem keine feste Wohnung leisten können.

Was vor einigen Jahren unbekannt war ist jetzt alltäglich geworden, die "working homeless". Diese Menschen "wohnen" in ihren Autos auf der Strasse oder auf einem Parkplatz und gehen von dort zur Arbeit.

Dabei befinden sich in Silicon Valley die bekanntesten Tech-Konzerne der Welt, wie Apple, Alphabet (Google), Hewlett Packard und Oracle. Die Aktienkurse dieser Firmen steigen und steigen und sie schwimmen in Geld.

Aber bei einem minimalen Stundenlohn können sich viele im Dienstleistungssektor keine Miete leisten.



Durchschnittsmiete im Stadtgebiet und der Umgebung von San Jose beträgt sagenhafte 3'500 Dollar pro Monat.

Aber 12 Dollar die Stunde bekommen die Angestellten im Gastronomiebereich und 19 Dollar im Gesundheitswesen, was nicht mal die Wohnkosten deckt, berichtet AP.

Der Bericht zeigt die tragische Geschichte von Ellen Tara James-Penney (54) auf, die an der Universität von San Jose Englisch unterrichtet und dafür 28'000 pro Jahr bekommt, was nicht für eine eigene Wohnung reicht.

Dazu kommt noch, sie hat immer noch 143'000 Dollar Schulden aus der Studienzeit, wo sie zwei Uni-Abschlüsse sich erarbeitete. An der Rückzahlung ist sie immer noch dran.

Das heisst, die Ausbildungskosten an den sehr teuren Universitäten in den USA von über 200'000 Dollar bringt einem NICHT den Job mit dem akademischen Grad und das erhoffte hohe Einkommen, um dann die Schulden zurückzahlen zu können.

"Sie benotet Prüfungen und bereitet die Schulstunden in ihrem Volvo vor. Nachts lehnt sie sich hinter dem Steuer des Wagens zurück und versucht zu schlafen, zusammen mit 'Hank', einer ihrer beiden Hunden. Ihr Ehemann ist zu gross für das Auto und schläft in einem Zelt neben dem Auto mit dem Hund 'Buddy'", steht im Bericht.



Sogar als Doppelverdiener reicht es nicht für eine eigene bezahlbare Wohnung.

Und das im angeblich "reichsten Land der Welt", wie uns die Hollywood-Propaganda dauernd vorgaukelt. In den amerikanischen TV-Serien und Block-Buster-Filmen gibt es keine Armut.

Das wird nur indirekt gezeigt, wie in der beliebten Serie "Bing Bang Theory", wo vier hochintelligente junge Akademiker mit Doktortitel in einer WG leben (müssen).

Weil mittlerweile so viele öffentliche Parkplätze und auch Strassen mit Dauerparkierern belegt sind, die ihre Fahrzeuge als "Wohnung" benutzen, hat die Stadt Palo Alto die Parkzeit auf maximal 72 Stunden eingeschränkt.

Die arbeitenden Obdachlosen müssen regelmässig ihre Behausung auf vier Rädern wegfahren und wo anders hinstellen. Die reichen Villenbesitzer, die es ja gibt, die von dem Tech-Boom profitiert haben, wollen sie nicht sehen.

Wann wird der arbeitenden Bevölkerung in Europa und in Nordamerika endlich klar (siehe meinen vorhergehenden Artikel "Anzahl Wohnungsloser ist drastisch gestiegen"), sie vegetieren als Sklaven in einem Ausbeutersystem?

"Aber uns geht's ja noch gut", wird ihnen von den Medien und Politikern eingeredet, dabei müsste es schon längst eine Revolution geben!


Gebrüder Yopi

Kommentare:

Ernstjoachim Müller hat gesagt…

Solchen Bericht inhaltlich fast übereinstimmend, habt Ihr vor längerer Zeit schon einmal veröffentlicht.

BUTCH QUENTIN hat gesagt…

man kann nicht oft genug drüber berichten. auweia