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Dienstag, 5. Juni 2018

Die WHO könnte beschließen, dass Marihuana keine Droge mehr ist

Was das für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland und im Rest der Welt bedeutet.



Normalerweise rasten Menschen nicht gerade vor Freude aus, wenn sich ein Haufen Bürokraten mit Wissenschaftlern trifft. Aber dann geht es meist auch nicht um Cannabis. Was Anfang Juni in Genf ansteht, sei aber "ein geschichtsträchtiges Ereignis", ja, eine "Jahrtausendveranstaltung", sagt Christoph Roßner. Er plant ein Forschungsprojekt zu medizinischem Cannabis und hofft wie viele andere, dass Gras in Deutschland möglichst bald legal wird. Das 40. Treffen des Expertenkomitees zur Drogenabhängigkeit (ECDD) vom 4. bis 7. Juni bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf könnte ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein.

Cannabis gilt seit einem UN-Abkommen von 1961 als illegale Droge, gleichgestellt mit Heroin oder Kokain. Seitdem hat die Wissenschaft viel über Cannabis gelernt, über seine Eigenschaft als Droge, aber auch seine medizinische Wirkung. Dennoch debattieren Wissenschaftler und WHO-Experten bei der Konferenz im Juni das erste Mal überhaupt darüber, ob die Einstufung von Cannabis als gefährliche Droge noch zeitgemäß ist. Bei der Konferenz sollen Marihuana, THC, CBD (Cannabidiol) und andere verwandte Stoffe neu bewertet werden. Bereits 2017 erklärte das Expertenkomitee zur Drogenabhängigkeit, dass CBD kein Suchtpotential habe, nicht psychoaktiv sei und keinerlei gesundheitliche Gefahren von ihm ausgingen. Auch deshalb erwarten Beobachter, dass die WHO Cannabis bei der kommenden Konferenz nicht mehr als Droge einstufen wird. Das könnte wiederum dazu führen, dass die Vereinten Nationen ihre Verträge überarbeiten. Und das wiederum betrifft unmittelbar dich (sofern du ab und zu mal kiffst).

Denn die deutschen Drogengesetze sind eng mit den Beschlüssen der Vereinten Nationen verbunden. Am Ende könnte der WHO-Beschluss die deutsche Regierung dazu bringen, das Betäubungsmittelgesetz zu ändern – und eine Legalisierung könnte näher rücken.
Cannabis als Droge: Die internationale Gesetzeslage

Als 1961 insgesamt 183 Staaten das Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel (SCND) unterzeichneten, verpflichteten sie sich, den Handel mit Drogen zu kontrollieren und die organisierte Kriminalität zu bekämpfen. Dieser Vertrag der Vereinten Nationen stuft seitdem neben Substanzen wie Heroin auch Cannabis international als Droge ein. Auch Deutschland unterzeichnete das SCND, das 1964 in Kraft trat.

Auch bei VICE: Wie das Cannabis-Verbot in Großbritannien versagt

Weiterlesen hier.

Kommentare:

Ernstjoachim Müller hat gesagt…

"Auch bei VICE: Wie das Cannabis-Verbot in Großbritannien versagt.
Das Cannabis-Verbot versagt nicht allein in Großbritannien es versagt...weltweit.

Anonym hat gesagt…

Das Cannabisverbot hat nicht versagt, es hat Drogenbanden und dem Staat viel Geld eingebracht. Es hat seinen Zweck zu 100% erfüllt. Ich glaube nicht, dass hier "Dummheit" der Regierenden dahintersteckt, sondern reines Kalkül.

Aber trotzdem finde ich, dass es hier immenser Aufklärung bedarf. Nicht wegen gesundheitlicher Risiken, sondern spirituellen (okay, das geht eh Hand in Hand, aber das weiß eben nicht jeder).

Leider macht man als junger Konsument den Riesenfehler, die positiven Eigenschaften des Cannabisrausches allein der "Droge" zuzuschreiben.

Vielen ist dabei nicht klar, dass die "Droge" als solches nur ein Türöffner ist, aber die THC-induzierten "Erleuchtungszustände" entstehen ja dennoch aus uns heraus und nicht primär aus Pflanze. Wenn der Fokus allein auf Rauschbeschaffung liegt, dann ist auch bei einer vollständigen Legalisierung noch nichts gewonnen.