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Sonntag, 30. Dezember 2018

Donald Trump auf geheimer Mission

Am Abend des 25. Dezember 2018 bestiegen der US-Präsident Donald Trump, seine Frau Melania, der Sohn Barron sowie hochrangige Mitglieder der Administration, wie Richard Bolton, die Air Force One und begaben sich auf den Weg in den Irak, um die dort stationierten US-Truppen auf dem Luftwaffenstützpunkt Al Asad mit ihrem Besuch zu beehren.





Die Spottdrosseln hatten noch am Weihnachtstag verkündet, dieser Präsident sei der erste seit dem Jahr 2002, welcher “seine“ Truppen an Weihnachten nicht besuche, was sich nur wenige Stunden später als eine weitere in einer Reihe regelmäßiger Falschmeldungen herausstellte. Angesichts der notwendigen Planung in Bezug auf derartige Reisen des Präsidenten darf mit Gewissheit davon ausgegangen werden, dass diese mindestens seit einigen Tagen vorbereitet wurde, denn jemand in seiner Position setzt sich nicht einfach mal eben in “seine“ Air Force One und fliegt spontan um die halbe Welt.

Das Treffen mit Soldaten im Irak hat alle überrascht, nicht nur die Spottdrosseln. Ursprünglich war berichtet worden, dass die Trumps über die Feiertage zwei Wochen in Mar A Lago, Florida, verbringen werden, doch wurde dies am 22. Dezember von Donald Trump mittels seines Zwitscherkontos “aufgrund des Shutdowns“, also der Teilschließung der Regierung wegen Finanzierungsstreitereien um die vom Präsidenten geforderte Grenzsicherung, abgesagt.

Der Ankündigung, die noch verbliebenen Truppen aus Syrien abzuziehen, folgte die Verkündung, dass in Afghanistan das US-Truppenkontingent um die Hälfte reduziert wird. Während sich der Rest der Theaterdarsteller über die Weihnachtstage mehr oder weniger aus dem öffentlichen Leben zurückzog, war Donald Trump sehr aktiv, wie er auf seinem Zwitscherkonto dokumentiert.

Neben immer wieder eingestreuten Hieben gegen die Blockade der Grenzsicherung durch den politischen Gegner, gab der Präsident am 23. Dezember bekannt, dass der Stellvertreter von US-Verteidigungsminister James Mattis, Patrick Shanahan, den Posten übernehmen wird. Weiter habe er am Telefon mit dem türkischen Präsidenten Recep Erdoğan über ISIS und Handel gesprochen und “wichtige Gesetze“ auf den Weg gebracht.

Am 24. Dezember wird einmal mehr aktiv der “Iran-Deal“ und palettenweise Bargeldlieferungen an den Iran unter Barack Obama mit entsprechender Aufmerksamkeit belegt und zudem ausdrücklich der Federal Reserve die Kompetenz abgesprochen, im Sinne der US-Wirtschaft zu arbeiten. Syrien werde nun von Saudi-Arabien wiederaufgebaut, anstatt von den USA und er habe sich mit seinen Leuten im Oval Office getroffen, welche ihn über die Fortschritte in Nord-Korea auf den neusten Stand gebracht haben, wobei er gleich noch mitliefert, er freue sich auf “den nächsten Gipfel mit Kim“.

Am 25. Dezember nahm der Präsident mit seiner Gattin Melania im Weißen Haus Anrufe von Kindern an, welche “Santa Claus“ über NORAD verfolgten und dann wünschte er, in den USA ein durchaus umstrittenes Thema, allen “Merry Christmas“ – anstatt politisch korrekt zu schreiben: “Happy Holidays“.

Am Abend des 25. Dezember 2018 bestieg er dann “völlig überraschend“ den präsidialen Flieger, flog über Nacht und vollkommen abgedunkelt in den Irak zu einem PR-Termin, welcher von den Spottdrosseln vollkommen irritiert aufgenommen wurde und traf sich mit den verantwortlichen Offizieren vor Ort zum Plausch – der bis zu diesem Zeitpunkt letzte Zwitschereintrag.

Der Überraschungsbesuch im Irak hatte derweil die anonyme “Armee digitaler Soldaten“ in helle Aufregung versetzt und so wurde das “Call Sign“ der Air Force One mit Argusaugen verfolgt. Zunächst wurde von einem zweiten, unbekannten Besuchsziel berichtet, doch stellte sich recht bald heraus, dass sich das Flugzeug auf dem Weg zu einem “unbekannten“ Ort in Deutschland befinde. Das Ziel, wen wundert es, war die Luftwaffenbasis Ramstein, wo es am Morgen des 27. Dezember einen weiteren PR-Termin mit Soldaten gab und ein Treffen mit den örtlichen Kommandeuren an Bord der Air Force One stattfand.

Ob der US-Präsident noch weitere Zwischenstationen einlegen wird und wann mit seiner Rückkehr in die USA zu rechnen ist, ist für den Moment unklar. Der geneigte Beobachter mag jedoch verwundert die Stirn kräuseln, wenn dann aktuell noch getitelt wird, die “USA wollen nicht länger Weltpolizei sein“ – ist genau das doch an sich die Aufgabe des imperialen Arms der installierten Herrschaftsstruktur.

Was diese Szenen im Theaterstück wirklich bedeuten, mag sich in den kommenden Tagen herausstellen. Soll nur niemand behaupten, es geschehe nichts.

Alles läuft nach Plan …

Der Nachtwächter

Quelle: http://n8waechter.info/

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Endlich hat der Chef sich mal bei seinem Personal blicken lassen... Im Sinne der US Tradition, dass Präsidenten ihre Truppen besuchen, ist es nicht verwunderlich, dass Trump dies auch tut. Spöttisch könnte man jetzt fragen, wie er beim Shutdown die Airforge One betankt hat. Vielleicht mit der eigenen Platinkarte?
Dass Trump davon spricht, dass die USA in Ländern militärisch operieren, die kaom einer kennt ist insofern lustig, als dass Trump schon öfter bewiesen hat, dass er derjenige ist, der in Geografie geschlafen hat. Viel schlimmer ist eine andere tatsache, die Trump nicht zu verstehen scheint: Die Wirtschaft der USA hängt zu einem guten Teil von der einheimischen Waffenproduktion ab. Werden diese Waffen zerstört, müssen neue gekauft werden, was für Arbeitsplätze und Wohlstand sorgt. Der Clou: im Rahmen von NATO und anderen Verträgen werden sogar ein Teil des zerstörten militärischen Geräts von aussen bezahlt. Der Auftritt der USA als Weltpolizist dient also zum einen den interessen der USA in den betreffenden Ländern, zum anderen der heimischen Wirtschaft. (Man schaue sich die Wirtschaftsdaten nach den jeweiligen Kriegen der USA an!)
Eine Entscheidung Trumps, viele Militäreinsätze zu beenden scheint daher wirtschaftlich gesehen unklug, denn er wird sich auch fragen müssen, wozu die USA als ein Land, dass von 2 Seiten von Weltmeeren und von den beiden anderen Seiten von militärisch nicht sonderlich starken Ländern umgeben ist, einen so riesigen Militärapparat braucht. Klas könnte man diesen schrumpfen. Folgen dann aber keine einschneidenden Umstrukturierungen der Wirtschaft, dürfte die wirtschaftliche Zukunft düster aussehen.
Zusammengefasst: Amerikas Rolle in den letzten Jahrzehnten war die eines militärischen Dienstleisters. Wird diese Rolle aufgegeben schadet das der eigenen Wirtschaft. Aber mit schlechten wirtschaftlichen Entscheidungen hat Trump ja Erfahrung.