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Freitag, 20. April 2018

Himmelsscheibe von Nebra symbolisiert die Flache Erde

Die Himmelsscheibe diente nach derzeitigen Erkenntnissen als astronomische Erinnerungsstütze – als Memogramm – für diejenigen, die den Himmel der Bronzezeit beobachteten. Die Plejaden konnten zur Bestimmung des Zeitpunkts von Aussaat und Ernte und damit zur Strukturierung des bäuerlichen Jahres genutzt werden. Dieser Zusammenhang wird vom griechischen Dichter Hesiod überliefert und ist wahrscheinlich bereits seit dem Beginn der Jungsteinzeit bekannt.





Die astronomischen Untersuchungen des Astronomen Wolfhard Schlosser haben unter anderem gezeigt, dass die seitlichen Horizontbögen die Auf- und Untergangspunkte der Sonne im Verlauf eines Jahres markieren und dass ihre Enden gleichzeitig auf markante Punkte weisen, die sich vom Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelbergplateau aus anvisieren lassen.



Nach der Interpretation des Astronomen Rahlf Hansen verschlüsselt die Himmelsscheibe darüber hinaus eine komplexe Schaltregel, die dazu diente, Sonnen- und Mondjahr in Einklang zu bringen. Die abstrakten Darstellungen auf der Scheibe sind außergewöhnlich, weil sie jahrzehntelange präzise Himmelsbeobachtungen und einen hohen Abstraktionsgrad voraussetzen, den man bislang bei bronzezeitlichen Menschen außerhalb der Hochkulturen im Vorderen Orient nicht vermutet hatte. Außerdem lassen sie Rückschlüsse auf das bronzezeitliche Weltbild zu: Wie eine Kuppel wölbt sich der Himmel über eine flachen Erde.

Die spannende Geschichte der Auffindung der Himmelsscheibe ist bekannt: Zwei Männer gruben sie im Jahr 1999 zusammen mit zwei reich verzierten Schwertern, zwei Beilen, den Bruchstücken zweier Armspiralen und einem Meißel auf dem Mittelberg in Wangen bei Nebra aus. Die beiden Raubgräber, die mit einer Metallsonde auf der Suche nach vorgeschichtlichen Metallfunden waren, hatten keineswegs vor, ihre Funde im Sinne des Schatzregals in Sachsen-Anhalt ordnungsgemäß beim Archäologischen Landesamt abzuliefern, sondern verkauften sie. Nach weiteren Stationen – die Objekte wurden auch Museen zum Kauf angeboten – konnten sie im Jahr 2002 in einer fingierten Ankaufssituation durch den Landesarchäologen Dr. Harald Meller und unter Einsatz der Polizei in einem Baseler Hotel sichergestellt werden.

Nach Bekanntwerden zeigte sich, dass viele Menschen fasziniert von der geheimnisvollen Bronzescheibe waren. Mehrere Faktoren machen diese Faszination aus: Zum einen ist der Krimi um die Auffindung und Sicherstellung des Schatzfundes mit den anschließenden Fahndungen und Prozessen, die unter großer Anteilnahme der Medien stattfanden, eine abenteuerliche Geschichte. In diesem Zusammenhang sind auch die lange Diskussion um die Echtheit der Himmelsscheibe und die Frage, wo genau sich der Fundort befindet, zu nennen; sie haben das Interesse weiter erhöht. Seit die verschiedenen Untersuchungen gezeigt haben, dass es sich bei den Objekten tatsächlich um 3600 Jahre alte Gegenstände handelt, die auf dem Mittelberg vergraben wurden, begeistern das hohe Alter und die Tatsache, dass verschlüsseltes Wissen in dem einprägsamen Bild auf der Himmelsscheibe verborgen ist. Es ist wohl die Verbindung zwischen Archäologie und Astronomie, die viele Menschen fesselt.

Die große Anziehungskraft der Himmelsscheibe von Nebra zeigte sich in der überwältigenden Resonanz auf die Ausstellungen, in der sie seit 2002 gezeigt wird. So sahen im Jahr 2004 fast 300.000 Menschen die Ausstellung „Der geschmiedete Himmel – Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren“ im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Gleichzeitig stellte man fest, dass der Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelberg von vielen Interessierten aufgesucht wurde. Begründet lag dies zum einen in den archäologischen Untersuchungen, die dort im Anschluss an die Bekanntgabe des Fundortes (2002) stattfanden, und zum anderen sicherlich in der Reaktion auf die umfassende mediale Berichterstattung: Es bestand dringender Informationsbedarf am Fundort der Himmelsscheibe. Anfänglich wurde er durch Aufstellung von Informationstafeln verschiedener Initiatoren am Fundort und vor allem des „Museumscontainers“ am Fuß des Mittelberges durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie gedeckt. Seit Juni 2007 beantwortet nun das Besucherzentrum Arche Nebra die Fragen zur Himmelsscheibe und ihrem Fundort.

Quelle: https://www.archaeologie-online.de/

Betrachten wir diesen Sonnenbogen in Bezug zur ganzen Himmelsscheibe, dann steht der Beobachter wieder in der Mitte der Himmelsscheibe, die diesmal die Erde wäre und um ihn herum ist der Horizontkreis.
Der östliche Horizontbogen entspricht dem Sonnenaufgang, der Sonnenbogen dem Höchststand, die Kontur des fehlenden Horizontbogens dem Sonnenuntergang und der Rand ohne goldene Elemente, der Seite, an der niemals die Sonne zu sehen ist (der Nachtbogen der Sonne).
Denselben vier Randbereichen können wir auch ein ganzes Sonnenjahr mit unterschiedlich hohen Tagesbögen der Sonne zuweisen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.



Ist unsere Wahrnehmung tatsächlich real oder nehmen wir nur einen Bruchteil dessen wahr, was wirklich ist? Können wir Einfluss auf unsere Realität nehmen oder sind wir in einer Illusion gefangen?

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Dieses Modell kann,wie ich finde die perfekte Blaupause für den Aufbau einer umfassenden und tatsächlichen Frühlingverlauf,Sommerverlauf, Herbstverlauf und Winterverlauf-Strategie)dienen....man könnte mit mehreren spiegeln eine mehrdimensionale karte erstellen...

ThW.