Erkennen • Erwachen • Verändern

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Donnerstag, 2. November 2017

GPS, Smartphones und Fitness-Tracker sind genuine Militärtechnologien: Überwachung wird cool

Nach Amazon hat nun auch Google seinen smarten Lautsprecher Home in Deutschland auf den Markt gebracht. Das blumenvasenartige Gerät steuert per Spracherkennung Hausgeräte, reguliert die Heizung oder bestellt Pizza.



„Egal, ob man nach Supermärkten in der Nähe, Personen oder Musikalben fragt – Google Assistant hat fast immer eine passende Antwort parat“, befand die Fachzeitschrift „Chip“ in einem Testbericht. Zwar wird das Gerät erst aktiviert, wenn das Sprachkommando „Ok Google“ artikuliert wird.

Doch die Mikrofone nehmen ständig auf. Auch Amazons Netzwerklautsprecher Echo zeichnet Sätze respektive Bruchteile von Sätzen auf und leitet diese an einen Cloud-Dienst weiter, wo sie von Algorithmen analysiert werden.

Die Frage ist, warum sich Bürger eine als schickes Designobjekt camouflierte Wanze in ihr Wohnzimmer stellen, die sie ständig abhört. Im US-Bundesstaat Arkansas verlangte die Polizei in einem mysteriösen Mordfall von Amazon die Herausgabe der Audiodateien.

Der vernetzte Lautsprecher könnte ein tödliches Geheimnis hüten. Was geschah zur Tatzeit? Gab es Schreie des mutmaßlichen Opfers? Amazon gab nach anfänglichem Zögern die Daten schließlich doch heraus. Was aus rechtsstaatlicher Sicht fragwürdig ist. Darf oder kann ein Lautsprecher als Zeuge gegen seinen Besitzer aussagen?

Es erstaunt, mit welcher Leichtigkeit und Unbedarftheit Menschen mit Militärapparaten operieren. GPS, Smartphones und Drohnen sind genuine Militärtechnologien, die erst nach einem bestimmten Entwicklungsstadium für die zivile Nutzung frei gegeben wurden. Smartphones sind bei Licht betrachtet Messgeräte, mit denen man praktischerweise noch telefonieren und ins Internet gehen kann, mit denen wir aber nicht die Welt vermessen, sondern selbst vermessen werden.

Die Frage ist, warum Menschen (nicht nur Anhänger der Quantified-Self-Bewegung) offenbar großen Spaß daran haben, sich mit Smartphones, Fitness-Trackern und implantierten Chips zu überwachen, und bereitwillig an der „Statusarbeit“ (Steffen Mau) mitmachen, die die Kasse der Tech-Konzerne klingeln lässt.

Haben die Nutzer kein Problembewusstsein mehr für Eingriffe in ihr grundrechtlich verbrieftes Recht auf informationelle Selbstbestimmung? Ist ihnen die Privatsphäre egal – nach dem Biedersinn-Argument: „Sollen Sie doch spähen, ich habe nichts zu verbergen!“? Sind die leidvollen Erfahrungen eines Polizei- und Überwachungsstaats in der DDR schon vergessen? (Gefangen im digitalen Netz – als Menschen ihre Freiheit gegen Bequemlichkeit tauschten (Videos))

Der Organisationstheoretiker André Spicer schrieb in einem Gastbeitrag für den „Guardian“, dass Überwachung in der Vergangenheit als etwas Schlechtes rezipiert wurde. „Sie (die Überwachung) drang in unser Leben ein. Wir waren oft bereit, es zu akzeptieren, weil es Vorteile bot, wie zum Beispiel Sicherheit. Aber es bedeutete nicht, dass wir es mochten.


RFID-Chip mit Tötungsfunktion (Videos)).




Doch warum lassen sich Bürger freiwillig überwachen? Der Hamburger Soziologe und Kriminologe Nils Zurawski hat dazu eine interessante Theorie entwickelt: Er spricht vom „Konsum der Überwachung“. Der Grund, warum sich Menschen solche Gadgets zulegen, liege darin, Distinktionsmerkmale zu setzen. Es sei „schick und trendig“, man könne damit zum Ausdruck bringen, dass man zu einer bestimmten Gruppe gehört. Das Auto verliere für bestimmte Milieus seine Funktion als Statussymbol, das Elektronikspielzeug sei ein Ersatz (Hol Dir deine Daten zurück: So kannst Du herausfinden, was Unternehmen über Dich wissen).

„Sich überwachen lassen zu können, also elektronische Diener und Domestiken haben zu können, ist auch ein Ausdruck von Distinktion, definitiv ein Statement, vielleicht auch die Aussage, ich habe keine Angst vor der schönen neuen Welt, ich gehöre dazu, präge sie mit, ich bin nicht abweichend, sondern leiste mir den Luxus“, konstatiert Zurawski.

„Die Überwachung ist so unmerklich in unseren digitalen Alltag eingebettet, dass wir die Mittel als Konsumartikel wahrnehmen und sie uns nur dort erscheinen, dass der Prozess der Überwachung, der Normierung, der Steuerung entweder nicht auffällt oder die dahinterstehenden Herrschaftsverhältnisse egal werden.“ Dass dahinter eine prekäre Ökonomie steht, wird durch das Netzwerk ausgeblendet. Der Pizzabote oder Kurierdienst kommt einfach (Digitalisierung: Zurück in die Steinzeit – Cyberattacke auf die Nervennetze des Gehirns (Videos)).


Doch die neuen Diener – Pizzaboten, aber auch Haushaltsroboter – haben einen Preis. Das Tech-Blog „Gizmodo“ spekulierte, dass der Staubsaugroboter Roomba heimlich unser Zuhause vermisst. Roomba sammelt nicht nur Staub ein, sondern auch fleißig Daten. Seit März ist der Staubsaugroboter mit Amazons Sprachsoftware Alexa kompatibel. Wenn Amazon seinen Netzwerklautsprecher Echo optimieren möchte, könnte das Unternehmen auf die vom Roboter erhobenen Raumdaten zurückgreifen.



Amazon stattete Echo erst kürzlich mit Augen aus. Über die vernetzte Kamera Echo Look kann der Kunde per Sprachbefehl („Alexa, mach ein Foto von mir“) Fotos zweier verschiedener Outfits machen, die über die so genannte Style-Check-Funktion von einem Algorithmus bewertet werden. Alexa als Stilberater. Das klingt freilich kommod, birgt aber auch Risiken (Ein ganz gewöhnlicher Tag im Jahre 2023).

Die Soziologin Zeynep Tufekci befürchtet, dass Amazon noch viel mehr aus den Ganzkörperfotos seiner Kunden ablesen kann, etwa ob sie schwanger, übergewichtig oder depressiv sind.

Die Frage ist: Was sieht die Kamera? Und was hören die Mikrofone alles? Wenn man künftig die eigenen vier Wände verlassen muss, um „private“ Gespräche zu führen, könnte es um die Privatsphäre geschehen sein (Ist die Übernahme der Welt durch künstliche Intelligenz noch zu stoppen? (Videos)).

1 Kommentar:

Ernstjoachim Müller hat gesagt…

Weshalb nicht ein Lautsprecher als Zeuge vor Gericht.
Es wurden schon Papageien als Zeuge vor Gericht angehört.
Das Wir ausspioniert werden und das rund um die Uhr ist schon schäbig.
Die über uns stationierten Satelliten können durch Wände sehen selbst wenn diese meterdick sein sollten.
Als Beweis möchte ich hier anführen was man in einem osteuropäischen Land fand tief im Gebirge verborgen.
Granitgestein versteht sich.
Eine Höhle mit Inhalt die man erst öffnen konnte nachdem man jemanden fand der die Fähigkeit hatte die Sperre durch seine mentalen Fähigkeiten zu durchbrechen.
Dann der Fernseher von Samsung der einen genau beobachten kann in seinen eigenen 4. Wänden.
Wer schaltet seinen Fernseher ab...wohl wenige.
Standby ist gang und gebe.
Selbst wenn ich mir ne Pizza bestellen sollte die nächste Stadt ist kilometerweit weg wäre die Pizza wohl kalt wenn sie bei mir ist trotz Wärmtasche.
Dieser ganze aus meiner Sicht Unsinn ist unnötig.
Keiner braucht wirklich sonn scheiss.
Dann das Handy jedes Gespräch jede Nachricht wird mitgehört mitgelesen.
Weshalb gibt es keine Handys mehr bei denen man den Akku entfernen kann bzw. sich einen neuen Akku kaufen kann sollte der alte Akku seinen Geist aufgeben.
Man muss sich andere Lösungen einfallen lassen was auch funktioniert.
Eigentlich dürfte es heute schon keinerlei Verbrechen mehr geben bei der ständigen Überwachung.
Die ganze Elektronik zielt wie der Bericht oben zeigt dahin Uns Unmündig zu machen.
Das wird genau passieren das deshalb weil die wenigsten merken was mit Uns geschieht.
Diese Gleichgültigkeit von Millionen bzw. Milliarden Menschen ist es die KI die Möglichkeit der Macht erst ermöglicht.
Sollte sich KI selbstständig machen was durchaus machbar ist stellt sich die Frage wer die Macht besitzt das zu verhindern das abzustellen.
Fortschritt ja aber bitte immer unter Kontrolle und menschenwürdig zudem.
Bis jetzt hat jeder von Uns seinen Einkauf selbst erledigt weshalb sollte sich dieses ändern.
Das Privatleben muss Privatleben bleiben an der Haustür endet auch das ist meine Meinung der Spass mit Überwachung.
Egal wodurch und Egal wofür.
Das Geld hierfür werden Milliarden und Milliarden ausgegeben sollte besser angelegt ausgegeben werden.
Für soziale Zwecke für Umweltschutz für Entwicklungen die der Menschheit wirklich dienen.
Aber nicht für solchen Unsinn wie oben berichtet.
Die NWO wird kommen das steht fest jedoch auch das steht jetzt schon fest wird ihr Dasein keinen langen Bestand haben.
Und die Zeit läuft.