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Dienstag, 3. Oktober 2017

Mit Cannabisöl den Krebs besiegt

Vor zwei Jahren erhielt der Salzburger Martin Winkler, 47, eine niederschmetternde Diagnose. Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium, die Ärzte gaben ihm nur noch Monate zu leben. 


 Die Chemo- und Strahlentherapien vertrug Winkler so schlecht, dass er sie abbrach und zu einer ungewöhlichen (wie illegalen) Medikation griff, einer Selbstbehandlung mit Cannabis.
Das ist die Geschichte eines Mannes, der nicht dem Krebstod erliegen, sondern nur überleben, weiterleben wollte. Die Chancen dafür standen im Sommer 2015 schlecht. Martin Winkler aus Wagrain (S), damals 45 Jahre und berufstätig, bekam die Diagnose Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium, mit schnell und aggressiv wachsenden Tumorzellen.

„Damit hatte ich nicht gerechnet, obwohl ich damals seit zwei Jahren Probleme beim Harnlassen hatte. Das Urinieren brannte und ich musste immer öfter auf die Toilette gehen. Als ich eines Tages nicht mehr urinieren konnte und ins Spital musste, weil meine Blase fast geplatzt wäre, wurde der Krebs gefunden“, erzählt der 47jährige.

Der PSA-Wert war ein Schock

Der PSA-Wert, ein Blutwert zur Erkennung von Prostatakrebs, war damals bereits um das Vierzigfache erhöht. „Normal ist ein Wert unter 2,5. Mein Wert lag bei 97,7. Das war ein Schock“, erinnert sich Winkler, der sich in Folge zwölf Chemotherapien und 52 Bestrahlungen unterzog. „Leider hatte sich der Tumor im Nachbargewebe ausgebreitet. Bei einer Entfernung der Prostata drohten mir ein künstlicher Blasenausgang und andere düstere Aussichten. Mir wurde gesagt, mir blieben noch sechs bis zwölf Monate.“ Heute sitzt Winkler in seinem Haus in Wagrain, sieht gesund aus und kann Blutwerte im Normbereich vorweisen. Vom Tumor ist Restgewebe geblieben, was nicht nur Winklers Ärzte überrascht.

„Ich ging meinen eigenen Weg“

Die Krebs- und begleitende Hormontherapie setzten dem Salzburger schwer zu. „Mir war ständig übel, ich konnte kaum essen und war unfähig, meinen Alltag zu bestreiten. Ich bin abgemagert“, erinnert sich Winkler. Als die Ärzte einen neuen Zyklus Chemotherapie vorschlugen, wollte Winkler nicht mehr. „Ich entschied mich für einen anderen, meinen Weg. Mir rannte die Zeit davon, daher war mir alles recht. Ich wusste, dass es weltweit Prostatakrebs-Patienten gibt, die sich mit Cannabisöl behandelten und den Krebs zurückdrängen konnten.“ Im Eigenanbau und im Selbstversuch stellte der Salzburger verbotenerweise Cannabisöl aus Hanf für die Selbstbehandlung her, füllte es in Kapseln und platzierte sie durch den Enddarm auf der Höhe der Prostata.

Gleichzeitig begann er, sein Immunsystem zu unterstützen. Hohe Dosen Vitamin D, viel Obst und Gemüse aus Eigenanbau sowie Laufen und Krafttraining gehörten dazu. „Es dauerte nicht lange, bis mein PSA-Wert sank. Zugegeben, ich habe hohe Dosen Cannabisöl eingeführt, sechs Kapseln am Tag, aber heute ist mein PSA-Wert normal. Ich kann schmerzfrei urinieren, habe Normalgewicht und der Tumor ist geschrumpft. Alle drei Monate gehe ich zur Kontrolle. Sind die Werte bei der nächsten Kontrolle weiter im Normbereich, setze ich mit der Behandlung aus und mache sie alle drei Monate als Kur.“

Wie das Öl wirkt, ist unklar

Der Gesetzeshüter war und ist streng. Bei einer Razzia nahmen Beamte Winklers Hanfpflanzen mit, und er musste von vorne beginnen. „Es ging um mein Leben. Wer denkt, das Cannabisöl habe mich berauscht, irrt. Über den Darm eingeführt, entfaltet es nicht diese Wirkung. Musste ich die Kapseln schlucken, tat ich es am Abend. So habe ich die berauschende Wirkung, die sechs oder sieben Bier entspricht, verschlafen. Das Cannabis hat mich nicht ‚süchtig‘ gemacht“, betont Winkler. Das bestätigt ihm Dr. Michael Boswell, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Schladming (Stmk.) und legt einen entsprechenden Befund auf den Tisch.

Winklers Urologe Dr. Ulfrit Scrinzi aus Salzburg bescheinigt ein „erstaunlich gutes Ergebnis“ beim Blick auf den PSA-Wert, der im Juli bei 1,39 lag. Wie das möglich ist, darüber gibt es nur Vermutungen. „Es heißt, Cannabis kann Krebszellen in den ‚Selbstmord‘ treiben, sie zerplatzen lassen“, sagt Winkler. Ärzte und Wissenschaftler weltweit widmen sich intensiv der medizinischen Wirkung von Cannabis. Die positiven Berichte von Extrem- und Einzelfällen häufen sich.

„Angesichts dieser Erfolge stellen wir die Forderung, die Heilpflanze Cannabis aus dem Suchtmittelgesetz herauszunehmen. Denn Menschen, die Cannabis privat aus medizinischen Gründen nehmen, werden immer noch kriminalisiert“, sagt Toni Straka vom Hanf-Institut in Wien, der seit Jahren eine gesetzliche Freigabe von Cannabis in unserem Land fordert. Martin Winkler ist dankbar für jeden Tag. „Ich möchte niemanden dazu anregen, meinen extremen Weg zu gehen, aber ich würde mich freuen, wenn dadurch der heilenden Wirkung von Cannabis weiter auf den Grund gegangen wird.“

Quelle:  https://www.ganzewoche.at/inhalte/

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