Erkennen • Erwachen • Verändern

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Donnerstag, 8. Dezember 2016

Unabhängig leben: Wasser – Bevorratung und Gewinnung

(von Niki Vogt) Nicht ohne Grund hat die Bundesregierung in ihren Empfehlungen zu den Notvorräten, die jeder anlegen sollte, ganz besonderen Wert auf die Wasserbevorratung gelegt. Die Erfahrung ist uralt: Drei Wochen überlebt der Mensch ohne Nahrung, drei Tage ohne Wasser, drei Minuten ohne Luft. Wasser ist also schon sehr kurzfristig überlebenswichtig. Aber sogar Menschen, die sich ansonsten sorgfältig vorbereiten, lassen diesen Punkt oft und unerklärlicherweise außer Acht.



Wasser kommt doch immer aus dem Wasserhahn!?

In Zeiten, wo alles funktioniert, sicher. Doch schon, wenn das Wasserwerk einmal für ein paar Stunden wegen irgendwelcher Reparaturen die Versorgung mit Leitungswasser abstellt, merken wir erstaunt, wie oft wir Wasser verbrauchen, ohne darüber nachzudenken. Schon ein paar Stunden sind irritierend. Was geschieht, wenn es wochenlang kein sauberes Wasser gibt?
Sollten tatsächlich wegen einer echten Krise die Versorgungswerke still liegen, gibt es weder Wasser noch Strom. Die Pumpen in den Wasserwerken fallen wegen fehlenden Stroms aus und damit wird kein Wasser mehr durch die Leitungen gedrückt. Egal, wie viel eigentlich davon in den öffentlichen Wasserspeichern vorhanden ist.

Denn ohne Kraftstoff und Strom kann auch kein Wasser mehr aus Uferfiltrat oder Flußwasser gewonnen werden, selbst das riesige Trinkwasserreservoir am Bodensee, das halb Süddeutschland versorgt, fällt aus, sobald es weder Elektrizität noch Diesel gibt.

Die Tankstellen liegen ebenfalls deutschlandweit brach, denn ohne Strom funktionieren die Pumpen auch dort nicht mehr und der Kraftstoff liegt nutzlos in den Tanks im Boden. Nur 2% der Tankstellen in Deutschland verfügen über Notstromgeneratoren.

Das bedeutet: Es kommen auch keine Tankwagen in die Städte, um dort Trinkwasser zu verteilen.

Wer auf dem Land neben einem klaren, plätschernden Bächlein wohnt, kann diesen Artikel getrost zur Seite legen. Aber – wer tut das schon?

In der Stadt wird es schwierig, Trinkwasser zu besorgen. Irgendwo und irgendwann findet man zwar immer etwas. Und wer einen guten, mobilen Wasserfilter hat, kann auch mit Pfützenwasser oder mit dem Teichwasser im Park schon Einiges erreichen. Doch selbst das wird an trockenen Tagen mühsam. Es ist auch nicht immer ratsam, bei möglichen Aufständen und Unruhen draußen herumzulaufen und Wasser zu suchen. Möglicherweise gibt es auch Ausgangssperren.

Wasserbevorratung – wie und wo?

Um genügend Zeit und die Möglichkeit zu haben, sicher zu Hause bleiben zu können, sollte man Trinkwasser bevorraten. Am besten für einige Wochen. Danach wird sich weisen, ob man sich auf längere Krisenzeiten einstellen muß – oder ob es sich um einen holprigen Übergang handelte, und nach drei, vier Wochen pendelt sich wieder alles ein. Aber wie lagert man Wasser richtig?

In den südlichen Ländern Europas ist man an einen temporären Ausfall der Wasserversorgung gewöhnt. Dort sieht man überall auf den Dächern große, tonnenförmige Wasserzisternen und in den Supermärkten gibt es die großen, stabilen Wasserkanister mit fünf und zehn Litern. Bleibt der Nachschub via Wasserleitung aus, kann man eine Weile davon leben. Allerdings schmeckt es nach ein paar Tagen schon leicht brackig. Viele Leute in den Mittelmeerländern lagern daher lieber die großen Plastikflaschen mit Trinkwasser aus dem Supermarkt in einem dunklen, kühlen Raum. Dieses Wasser schmeckt noch sehr lange gut und ist ohne Einschränkung brauchbar. Dabei muß man, wie bei allen Vorräten darauf achten, den Inhalt der Kanister ständig von alt nach neu zu verbrauchen und entsprechend nachzukaufen – und es keimfrei zu halten. (Der Raum muß allerdings wirklich dunkel sein, denn bei Lichteinfall braucht nur eine einzige Algenzelle im Wasserkanister zu sein, und bald hat man eine wundervoll grüne Algensuppe, wenn es nicht einwandfrei versiegelte Kanister sind.)

Man kann natürlich genügend Behälter sammeln, die man befüllt, sobald die Situation es geboten erscheinen läßt. So ganz vollkommen unvermutet und von einer Sekunde auf die andere fallen Strom und Wasser wahrscheinlich nicht für Wochen aus. Zeit genug, um Kanister zu befüllen und zu lagern. Zusammen mit den Essensvorräten und anderen Mitteln der Krisenvorsorge kann man es dann eine Weile in seiner Festung spielend aushalten. Kunststoff wird leicht spröde und sobald ein solcher Behälter bricht oder ein Loch hat oder splittert, läuft das Wasser hinaus. Aber auch hier gibt es praktische und pfiffige Lösungen. Faltbare Kanister aus lebensmittelechtem, biegsamem Kunststoff sind die angenehmste und praktikabelste Lösung für so eine Situation. Die zusammengefalteten Behälter nehmen kaum Platz weg. Haben sie auch noch eine Würfelform, lassen sie sich selbst in vollem Zustand platzsparend aufeinanderstapeln und nutzen den vorhandenen Lagerraum optimal aus. So ein faltbarer Wasserkanister aus lebensmittelechtem Kunststoff hat ein Fassungsvermögen von 20 Liter. Er eignet sich hervorragend dazu, Trinkwasser platzsparend zu lagern. Die Wasserentnahme ist durch den schon fertig daran montierten Ablaßhahn sehr einfach. Ein Schraubdeckel zum fest verschließen ist auch dabei.

Wer eine große Garage oder einen geräumigen Keller hat, der kann dort genug Wasservorrat stapeln. Was aber, wenn Sie in einer Etagenwohnung in der Stadt leben?

Wesentlich pfiffiger ist hier eine Art Riesenkanister aus solchem Kunststoff. Er ist so geformt, daß er genau in eine normale Badewanne paßt. Damit kann man eine große Menge Wasser vorrätig halten, ohne daß die halbe Wohnung voll Flaschen und Kanistern steht, außerdem ist die Badewannenkonstruktion für das große Wassergewicht auch ausgerichtet. Und man hat den Riesenkanister direkt am Wasserhahn, falls man nachfüllen möchte, wenn mal wieder Wasser kommt. (Man muß dann allerdings vorher mit einem Topf testen, ob das, was da nach einiger Zeit Wasserausfall wieder aus dem Hahn kommt, nicht rostig ist.) Ich habe diesen in den USA und Kanada recht gebräuchlichen „Waterbob“ dort gesehen und auch in meinem Krisenvorsorgevortrag gezeigt, bisher war er aber nicht in Europa zu bekommen. Ich bin immer wieder darauf angeredet worden, wo man diesen Wasservorratsbehälter herbekommen kann. Jetzt gibt es ihn hier auch zu kaufen.
Mit einigen hundert Litern Wasservorrat ist man eine ganze Weile auf der sicheren Seite. Und wenn das Wasser abgestellt ist, kann man sowieso nicht baden. 
Ein praktisches, großes Wasserreservoir, in dem man ganz einfach und schnell einige hundert Liter Wasser aufbewahren kann. Über das rote Ventil kann man das Wasser aus der großen Plastikblase (lebensmittelecht) wieder abzapfen.


Um sicher zu stellen, daß das abgefüllte Wasser auch bei längerer Lagerung keimfrei bleibt und trinkbar ist, sollte man ein unschädliches Entkeimungsmittel zusetzen. Dazu eignet sich das Entkeimungsmittel MMS oder das chemiefreie Mittel Micropur. Micropur dient zur Haltbarmachung von Trinkwasser bzw. dazu, Trinkwasser über einen längeren Zeitraum lagerfähig zu machen. Das Mittel hält das Wasser auf eine umweltfreundliche Weise frei von Keimen, Algen und Gerüchen und konserviert Trinkwasser bis zu 6 Monaten! Man gibt einfach die Tabletten nach Gebrauchsanweisung und Größe des Behältnisses in den Kanister oder Tank. Bereits nach 2 Stunden wirkt das Micropur und hält das Wasser für Monate rein. Diese chemiefreie und erstaunliche Wirkung basiert auf Silberionen, die eine keimtötende und antiseptische Wirkung haben. Keine Chemie und kein Chlor, kein Gift! Eine Packung Micropur ist ausreichend für 400 Liter Wasser.

Wasser finden und aufbereiten

Natürlich gibt es auch Mittel und Wege, Wasser aus der Umgebung zu besorgen. Um so genanntes „Fundwasser“ aus Teichen, Pfützen und Flüssen sauber zu bekommen, muß man aber einigen Aufwand betreiben. Zuerst sollte man es filtern. Zur Not entfernen Kaffeefilter oder dicht gewebte Stofftücher den Schmutz aus dem Wasser. Keime und Bakterien kann man aber nur durch heftiges Kochen abtöten. Geht das nicht, kann man klares Wasser in Glasflaschen auch durch Sonnenlicht desinfizieren. Steht die Glasflasche mindestens 8 Stunden im prallen Sonnenlicht, sorgt der UV-Anteil des Sonnenlichtes dafür, daß Keime und Bakterien abgetötet werden. Das funktioniert aber nur bei voller Sonne!
Schadstoffe kann aber weder das Kochen, noch das Sonnenlicht aus dem Wasser entfernen. Besteht der Verdacht, daß Chemikalien im Wasser sind braucht man einen leistungsfähigen Filter, wie oben, zu Anfang beschrieben.

Eine andere Möglichkeit ist, sich frühzeitig zu informieren, wo es natürliche, saubere Quellen in der Umgebung gibt. Frischwasserquellen kann man sehr leicht mittels topographischer Karten, die man günstig in Buchhandlung erwerben kann, finden. Wer genau wissen möchte, welche Qualität das Quellwasser in seiner Umgebung hat, kann dieses Wasser auch zur Analyse an Labore zur Untersuchung geben. Auf www.vorgesorgt.info findet man schnell nach Bundesländern sortiert alle von den Bundesländern freigegebenen Labore. So kann man sicher sein, daß die Analyse mit der notwendigen Sorgfalt ausgeführt wird. So eine Maßnahme muß man aber deutlich VOR dem Ausfall der Wasserversorgung ergreifen. Im Krisenfall senden Sie nichts mehr nirgendwohin.

Wer einen großen Garten hat und eine direkte Zufahrt, kann sich auch einen Brunnen bohren lassen. Wichtig ist auch hier eine Analyse des Grundwassers, das man dann nutzen will. Außerdem muß man sicher sein, daß es erlaubt ist, einen eigenen Brunnen zu bohren. So ein Gerät ist meistens auf einen mittleren Laster montiert. Unauffällig und heimlich kann man das also nicht machen. In einer längeren Krise hat man allerdings Zeit genug, selber von Hand nach Wasser zu graben, wenn es nahe genug an der Oberfläche verläuft und gut zu erreichen ist. Auch so etwas kann man vorher prüfen lassen.

Dann gibt es noch die „Trinkwassernotbrunnen“, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bereitstellt. Es sollen etwa 5000 Brunnen sein. Wo diese sich befinden, ist aber anscheinend Dienstgeheimnis, wie uns besagtes Bundesamt wissen ließ: „Die Lage der Notbrunnen ist in einer internen Datenbank von Bund und Ländern erfasst. Die Daten sind allerdings nicht öffentlich zugänglich, sondern werden von den Behörden aus sicherheitlichen Erwägungen grundsätzlich nur bei Vorliegen eines dienstlichen Interesses weitergeben. Spätestens im Einsatzfall wird die Bevölkerung von den zuständigen Stellen über die Brunnenstandorte und das Prozedere zur Wasserverteilung unterrichtet. Bei begründetem Interesse an der Lage einzelner Brunnen in einer Kommune (z.B. Liegenschaftsangelegenheiten) können die für die Umsetzung der Wassersicherstellung zuständige Behörde am Ort, für Bayern das Bayerische Landesamt für Umwelt am Dienstort Hof oder das BBK angesprochen werden.“

Was uns aber an Informationen hierzu offensteht, ist auf einer Webseite des Bundesamtes zu lesen: http://www.bbk.bund.de/DE/AufgabenundAusstattung/Wassersicherstellung/wassersicherstellung_node.html

Zwar bemißt man hier pro Kopf 15 Liter Wasser pro Tag: „Aufgabe der Trinkwassernotversorgung nach Wassersicherstellungsgesetz (WasSG) ist die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland mit überlebensnotwendigem Trinkwasser im Verteidigungsfall, d.h. die Gewährleistung einer Grundversorgung. Die planmäßige Wassermenge pro Person und Tag beträgt dabei 15 Liter. Darüber hinaus muss Trinkwasser für Krankenhäuser und andere vergleichbare Einrichtungen, Betriebswasser für überlebenswichtige Betriebe, sowie auch Wasser für Nutztiere bereitgestellt werden.“

Allerdings können nur 25% der Bevölkerung über diese Brunnen mit Wasser versorgt werden: „Bisher hat der Bund über 5.000 Trinkwassernotbrunnen und -quellen geschaffen, die gleichzeitig etwa 25 % der Bevölkerung versorgen könnten. Unter dem Aspekt „Sicherheit“ ist besonders hervorzuheben, dass es sich bei diesen vielen Einzelwasserversorgungen um leitungsnetzunabhängige Anlagen handelt, die sich in der Regel unmittelbar in Wohngebieten von Großstädten und Ballungsräumen befinden. Die Lage der Notbrunnen wurde so gewählt, dass sie jederzeit leicht zugänglich sind und die Versorgungswege für die Bevölkerung nicht unzumutbar lang werden. Die Anlagen sind so konzipiert und ausgestattet, dass sie jederzeit in Betrieb genommen werden können. Sowohl ihre Leistung, als auch die Wasserqualität sind geregelt und werden, genau wie die Betriebsfähigkeit der Anlagen, in regelmäßigen Zeitabständen überprüft.“

Es bleibt also dabei, daß man sicher gut beraten ist, sich zumindest für den Höhepunkt einer Krise ausreichend mit Wasservorräten zu versorgen, damit man nicht während der größten Unruhen aus dem Haus muß und sich unnötig in Gefahr begibt. Wer aus Wassermangel gezwungen ist, sich und die Seinen mit Fundwasser durchzubringen, riskiert sehr schnell ernste Erkrankungen, die das Leben gerade in solchen Zeiten gefährden. Man kann in einer solchen Situation nicht davon ausgehen, ärztliche Hilfe zu erhalten. Wer also nicht ausreichend sauberes Trinkwasser einlagern kann, sollte wenigstens einen oder zwei leistungsstarke Filter besitzen, um Fundwasser aufbereiten zu können.

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