Donnerstag, 3. November 2016

Erdmagnetfeldveränderungen



Risiko Polsprung: Erdmagnetfeld wird immer schwächer

Der magnetische Nordpol ist auf Wanderschaft: Jedes Jahr ver- schiebt er sich um 50 Kilometer. Mit diesem Tempo könnte er in 50 Jahren in Sibirien angelangt sein.

Der Punkt, an dem die Linien des Erdmagnetfelds senkrecht auf den Erdboden treffen, ist 1838 in Kanada entdeckt worden. Im Gegensatz zu seinem geographischen Pendant ist er zwar ständig auf Wanderschaft, doch hat sich die Geschwindigkeit in den vergangenen Jahrzehnten deutlich beschleunigt. „Möglicher- weise stehen wir vor einer Polumkehr des Magnetfeldes", sagt der Potsdamer Geophysiker Prof. Hermann Lühr. „Eine Wanderung des magnetischen Pols mit 50 Kilometern pro Jahr ist sehr typisch."

Dass das Magnetfeld unter ruckartigen Zuckungen leide, sei ganz normal, hat dagegen die Potsdamer Geophysikerin Monika Korte konstatiert. „Wir können immer noch nicht vorhersagen, wie sich das Magnetfeld wirklich verändert, wir können genaue Änderungen nur für ein paar Jahre vorhersagen - und vor allem, ob es in naher Zukunft wirklich eine Polumkehr gibt oder nicht, ist sehr ungewiss."

Seit 1979 hat die Stärke des Erdmagnetfelds nach Satelliten-messungen weltweit um 1,7 Prozent abgenommen - zehn Mal stärker als erwartet. Die Veränderung findet zudem nicht gleichmäßig statt: Über dem Südatlantik ist die Feldstärke um zehn Prozent gesunken. Auch über der Karibik ist das Feld deutlich schwächer geworden und damit der Schutz des Magnetfelds vor kosmischer Strahlung: Wer nach Südamerika über den Atlantik fliegt, belastet seine Gesundheit durch die stärkere kosmische Strahlung etwa so stark wie auf 1000 Flügen in den Fernen Osten. In anderen Regionen nimmt die Feldstärke entgegen dem globalen Trend ganz leicht zu.

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