Montag, 5. September 2016

Pläne für Bargeldverbot offiziell bestätigt. Österreich versucht, vorzubauen. Erwacht Europa doch noch?

(Redaktion) Quer-Denken.TV : Anfang Mai – wir hätten es fast übersehen – bestätigte erstmals ein hoher europäischer Regierungspolitiker, der österreichische Finanzstaatssekretär Harald Mahrer, die EZB-Pläne zur Abschaffung des Bargelds. Nun werden Umfragen veröffentlicht, die der Regierung wohl vorbeugend den Rücken stärken sollen – denn etwas scheint vor sich zu gehen, das den Amtsträgern der Staaten Europas vielleicht doch eine Art Rückgrat ermöglicht.


Holland, Gabriel, der österreichische Bundeskanzler Kern – ganz plötzlich sieht es so aus, als ob das unabwendbar scheinende TTIP-Abkommen sich doch noch in Luft auflösen würde. Bleibt natürlich noch CETA abzuwenden, und wir glauben erst, was Fakt geworden ist. Dennoch: Der Fahrplan der NWO-Strategen scheint ins Wanken gekommen zu sein – auch an anderer Front, nämlich dem Bargeldverbot, gegen welches ausgerechnet das kleine Österreich unauffällig, aber unbeirrt und sehr fundiert Barrieren aufbaut.

Am 4. Mai verkündete EZB-Chef Mario Draghi, daß keine weiteren 500-Euro-Scheine mehr gedruckt werden würden – als Maßnahme selbstverständlich gegen Terrorismus, Schwarzarbeit und Geldwäsche, und Carl-Ludwig Thiele, Vorstand der Deutschen Bundesbank, beeilte sich zu versichern, daß „der Ausgabestopp für die 500-Euro-Banknote keinen Einstieg in die Abschaffung des Bargeldes“, bedeute. Ähnlich lautete zwar auch eine Aussendung der Österreichischen Nationalbank (OeNB), aber schon damals tönte es aus der Alpenrepublik ganz anders. Während die deutschen „Leitmedien“ Bargeld brav und lautstark als unzeitgemäß sowie als Quelle des Verbrechens brandmarkten, durfte OeNB-Direktor Kurt Pribil Draghi im österreichischen Regierungsfunk ORF offen widersprechen: „Hinweise, daß ein Verbot des 500ers Geldwäsche und Terrorismus erschwert, gibt es nicht.“
 Harald Mahrer, Staatssekretär im Österr. Bundesministerium für Finanzen,
 spricht Klartext. Bild: Wikimedia commons, Franz Johann Morgenbesser
 
 
 

Endgültig Klartext aber sprach – wiederum ungeschminkt im ORF berichtet – kein geringerer als Harald Mahrer, Staatssekretär im österreichischen Finanzministerium (damit Mitglied des Ministerrats) und Angehöriger nicht etwa der Sozialdemokraten, sondern der ÖVP, dem österreichischen Pendant zur CDU: „Die Argumente sind hanebüchen. Die Diskussion wird nicht ehrlich geführt. In Wahrheit geht es darum, Bargeld schrittweise abzuschaffen, um Negativzinsen leichter an die Bürger weitergeben zu können.“

Zu diesem Zeitpunkt dürfte hinter den Kulissen des kleinen und daher möglicherweise unter den Wahrnehmungsgrenzen von EU-Kommission und EZB gelegenen Österreich bereits die Entscheidung gefallen sein, sich dem, was die Spatzen alternativer Medien längst von den Dächern pfiffen, zu widersetzen: „Bargeldverbot? – Nicht mit uns!“

Ein weiterer, geschickter weil unauffälliger Schachzug wurde am vergangenen Freitag bei den Finanzmarktgesprächen im Tiroler Alpbach gesetzt. Wieder war es OeNB-Direktor Pribil, der die entscheidenden Sätze sprach: Er stellte die jüngste Zahlungsmittelumfrage der österreichischen Notenbank vor, die offensichtlich gänzlich „unfrisiert“ geblieben ist: „Bargeld bleibt die Nummer Eins“, so der (regierungs-) programmatische Titel auf ORF online: Beträge bis 60 Euro würden fast durchwegs bar bezahlt, 30 Prozent aller ÖsterreicherInnen bezahlen alle Einkäufe in bar, bei Lebensmitteleinkäufen und im Restaurant sind es 75 bzw. 81 Prozent. Die Gründe dafür entsprechen schlicht dem Hausverstand: „Einfach und praktisch“ (92 Prozent), „schneller“ (90 Prozent), „keine Zusatzkosten“ (87 Prozent), „guter Überblick über die Ausgaben“ (85 Prozent), „anonym“ (85 Prozent).

Der Kommentar dazu von Nationalbanker Pribil ist eine klare Kampfansage, an die EZB-Pläne, gestützt auf der ermittelten Willen des Souveräns: „Durch Barzahlungen hinterläßt man keine elektronischen Fußspuren. Die Wahrung der Privatsphäre ist dadurch gewährleistet, etwa beim Kauf von Medikamenten. Für uns ist die Beibehaltung des Bargeldes wichtig, im Sinne der Konsumenten und eines fairen Wettbewerbes zwischen den Zahlungsmitteln.“

Aufgeräumt wird auch gleich mit dem Argument, daß ja ach so viel gefälschtes Bargeld im Umlauf sei, gegen welches man die arme Bevölkerung schützen müsse. Im Gegenteil: Durch den neuen „20er“ kam es zu einem starken Rückgang der Fälschungen, ein noch größerer wird durch die Einführung des neuen „50ers“ erwartet.

Spannend, was sich da tut – und spannend, wie es weitergeht: Wenn man davon ausgeht, daß da nicht plötzlich ein „Erwachen“ durch einige Regionen Europas geht (denn keiner kann uns weismachen, daß die, die jetzt beginnen, Klartext zu sprechen, nicht längst gewußt haben, was gespielt wird), fragt sich, was dieses Frühlingslüftchen von Wahrheit eingeläutet hat: Wurde eine Koalition der Mutigen geschmiedet – mit Österreich als Pilotprojekt, wie schon ein wenig in der Flüchtlingskrise? Bröckelt das System in seinem Inneren bereits mehr, als uns nach außen gezeigt wird? Gibt es eine plötzliche „Erlaubnis“ seitens der wahren Mächtigen? Oder ist es wirklich der Druck der Bevölkerung und der freien Medien, die das Weiterlügen zu unbequem machen? – Keine festgeschriebenen Antworten, aber wir fahren fort, zu berichten, was uns auffällt.

Quellen:

Keine Kommentare: