Dienstag, 6. September 2016

Die Krebs-Mafia – Korruption und mit falscher Diagnose

KREBS bei gesunden Menschen Geld verdienen – Sparmaßnahme der AOK führt offenbar zu Sicherheits-Risiko bei Versorgung von Krebspatienten


Die Milliardenumsätze mit dem Krebs. Die Krebsbranche ist besonders anfällig für Korruption. Wer hätte jemals vermutet, dass ein Arzt eine Diagnose fälscht, um Geld zu machen?! Um Geld zu sparen, akzeptiert die AOK verlängerte Haltbarkeiten jenseits der Herstellerangabe bei Krebsmedikamenten.
Erst im Juni 2016 hatten wir in unserem Beitag: Die Krebs-Mafia – Korruption und mit falscher Diagnose KREBS bei gesunden Menschen Geld verdienen berichtet, dass es öfter geschieht, als wir es uns vorstellen können. Erst wenn Ärzte auf frischer Tat ertappt werden, kommt alles ans Tageslicht, doch dann ist der angerichtete Schaden bereits groß. Ärzte, die bei gesunden Patienten Krebs diagnostizieren, nur um Schmiergelder zu kassieren, damit eine Chemotherapie verabreicht werden kann, sind schon mehr als fragwürdig.



Mit Krebsmedikamenten lässt sich viel Geld verdienen – ein milliardenschwerer Markt. Wir zeigen Ihnen anhand der Pharmafirma Zyo Pharma, eines Krebsmittelherstellers, die Machenschaften der Krebsmafia angefangen von vor etwa 10 Jahren bis heute und wie die CSU die Verfolgung betrügerischer Ärzte verhinderte.
Nun wurde durch Recherchen von Panorama bekannt, dass um die hohen Kosten bei Krebsmedikamenten in den Griff zu bekommen, die AOK kürzlich als erste Krankenkasse in Deutschland die Zubereitung der lebenserhaltenden Mittel durch Apotheker ausgeschrieben hatte. Seit dem 1. August werden in fünf Bundesländern die Medikamente nicht mehr von dem jeweils ortsnahen Apotheker zubereitet, sondern von dem Gewinner der Ausschreibung – also dem Apotheker mit dem billigsten Angebot. Diese Praxis führt  dazu, dass seitdem an Ärzte lebenserhaltende Medikamente ausgeliefert wurden, deren Wirksamkeit nach Herstellerangabe nicht mehr garantiert war.
Auch Tagesschau berichtet, das zum Beispiel Karl Gruber Knochenmarkkrebs hat. Behandelt wird er mit einem noch recht neuen Medikament, das hochkomplex und teuer ist. Eine Dosis kostet mehr als 1000 Euro. Für jeden Patienten wird es in Spezialapotheken individuell bemessen und frisch zubereitet. Dann muss das Mittel innerhalb von acht Stunden gespritzt werden. So schreibt es der Hersteller vor.
Doch bei einer für Mitte August geplanten Behandlung stellte Irmhild Mönninghof, die Ärztin von Karl Gruber, fest, dass sein Medikament bereits am Vortag zubereitet worden war, 16 Stunden vor dem Termin. Sie sorgt sich nun um das Wohl ihrer Patienten. Denn bereits mehrfach hat sie seit Anfang August Krebsmedikamente zu spät geliefert bekommen. Die Krankenkasse will durch die Ausschreibungen Geld sparen. Apotheker sehen sich nun unter Druck gesetzt. Einige, wie Franz Stadler aus München, befürchten, dass die Ausschreibungen zu Lasten der Qualität führen, dass möglicherweise Vorgaben – wie die zur Haltbarkeit – nicht mehr so streng eingehalten werden. Die Kassen würden die Apotheker in einen „Graubereich“ drängen, sagt Stadler. Wenn sie Wirkstoffe länger verwenden als in der Zulassung angegeben, lässt sich viel Geld sparen. Denn bei der Herstellung von Krebsmedikamenten fallen oft Reste an, die vernichtet werden müssen, falls sie nicht innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraums für einen weiteren Patienten verwendet werden können. Diese Medikamenten-Abfälle kosten jedes Jahr etliche Millionen Euro und müssen von den Krankenkassen bezahlt werden.
Für viele Patienten sind Krebsmedikamente überlebenswichtig. Sie gehören auch zu einer Überschusswirtschaft. Denn oft geht ein Teil direkt in den Müll. Die Kosten summieren sich auf knapp 16 Millionen – allein für ein Präparat. Das erinnert an einen Fall in den USA – Siehe: Unverschämt! Hedgefondsmanager erhöht Preis für HIV-Medikament um 5.500 Prozent – Martin Shkreli Still Hasn’t Dropped the Price of Daraprim
Hier noch einmal unser Beitrag vom Juni 2016, denn darin hatten wir berichtet, was passiert, wenn man sich mit der Krebsmafia anlegt und so ist es auch nun dem Onkologen Dr. Fritz ergangen, der über Monate von Apotheker und ein Pharmavertreter versucht wurde, sich bestechen zu lassen.  Der machte die Bestechungsversuche bei Panorama öffentlich – und seither bedroht wird. Den Beitrag können Sie am Ende des Berichts anschauen, denn wenn Sie vorher diesen Beitrag lesen, wundert Sie gar nichts mehr.
Auch der Beitrag aus den USA, den wir für Sie übersetzt hatten, macht deutlich, in welche Gefahr wir uns alle begeben, wenn die Milliarden Euro im Vordergrund stehen. Es ist einer der größten Skandale in den USA im  Bereich Krebsdiagnostik. Ein Arzt packte aus, wie er Diagnosen nur des Profits wegen fälschte. Dieser Beitrag aus den USA machte uns neugierig und wir fingen an zu recherchieren.

Die Milliardenumsätze mit dem Krebs

Wirtschaftsblatt 04. 02. 2016: Wachstumstreiber waren Zoladex gegen Prostata- und Brustkrebs (plus acht Prozent zu konstanten Wechselkursen) und Faslodex gegen Brustkrebs (plus sieben Prozent). 81,8 Milliarden US-$ verdienen die 22 weltgrößten Player mit Krebsmedikamenten pro Jahr.
Die Ausgaben für Krebsmedikamente werden künftig wieder stärker wachsen, nachdem sie zwischen 2010 und 2012 nur moderat zugenommen hatten. IGES-Experten prognostizieren bis 2016 ein jährliches Ausgabenplus von 9,7 Prozent. 2016 wird der Markt für ambulant abgegebene Krebstherapeutika rund 5,15 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) betragen. (Stand 2015).
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Anhand der Pharmafirma Zyo Pharma, eines Krebsmittelherstellers, zeigen wir, wie das BGH entschied, dass niedergelassene Ärzte sich nicht strafbar machen, wenn sie gegen ZAHLUNG bestimmte Medikamente verschreiben.

Apotheker dürfen Krebsmedikamente selbst herstellen. Dabei sollen einige von ihnen falsch abgerechnet haben. Bereits im September 2007 wurden Ermittlungen aufgenommen. Rund 80 deutsche Apotheker gerieten 2007 ins Visier der Staatsanwaltschaften. Es ging um individuell für Patienten zubereitete Krebsmedikamente, sogenannte Zytostatika. (Zytostatika sind natürliche oder synthetische Substanzen, die das Zellwachstum beziehungsweise die Zellteilung hemmen. Sie werden vor allem zur Behandlung von Krebs (Chemotherapie), teilweise auch bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt.) Siehe auch Anklagen in der Holmsland-Affäre – APOTHEKE ADHOC, 15. 04. 2010 
Den Apothekern wurde Abrechnungsbetrug im großen Stil vorgeworfen. Die federführende Staatsanwaltschaft Mannheim hatte mehrere Verfahren an Kollegen in anderen Bundesländern abgegeben. In mehreren Fällen wurden die Ermittlungen gegen Geldstrafen eingestellt, andere wegen Geringfügigkeit fallen gelassen. Ein Unternehmer aus Süddeutschland stand im Verdacht, fragwürdige Geschäfte mit Arzneimitteln zu betreiben. Ständig wechsele er seine Identität, den Dialekt, den Wohnort. Seine Machenschaften verstecke er geschickt hinter einem Konglomerat untereinander verstrickter Firmen. »Medikamentenschmuggel«, sinnierte der Fahnder, »ist längst beliebter als Drogenhandel. Die Gewinnspanne ist größer, das Geschäft nicht so schmutzig.« Der Mann, der die entscheidenden Tipps und der Affäre ihren Namen gab, ist Peter Jebens, damals Pharmagroßhändler im dänischen Holmsland, daher ging dieser Skandal als Holmsland-Affäre in die Geschichte ein.
Das Foto (Screenshot entstand bei einer Recherche, die im Februar 2016 veröffentlicht wurde:  Es geht um Millionenumsätze, als ein Pharmahändler und zwei Apotheker einen Krebsarzt aufsuchen. Sie kommen immer wieder. Sie wollen ihn bestechen. Die Treffen sollen geheim sein, doch Reporter von stern und NDR haben davon erfahren. Es läuft eine Kamera.
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Rolf-Dieter Lampey erhielt am frühen Morgen des 29. März 2009 Besuch von der Polizei, die die Geschäftsräume seiner Firma Zyo Pharma in Hamburg durchsuchten. Sie stießen auf Leitz-Ordner voller „Beraterverträge“ mit Ärzten und Apothekern. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen Verantwortliche des Krebsmittelherstellers Zyo Pharma wegen des Verdachts der Ärztebestechung. Die Firma soll über sogenannte „wissenschaftliche Kooperationsvereinbarungen“ hohe Beraterhonorare an Ärzte gezahlt haben.
In München hatte die Staatsanwaltschaft laut »Spiegel« ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bestechung und Bestechlichkeit gegen den Geschäftsführer von Ribosepharm eröffnet (Krebssparte der Pharmafirma Hikma). Ein Sprecher der AOK Niedersachsen bestätigte der dpa, dass man bereits im November 2011 eine entsprechende Meldung an die Staatsanwaltschaft München gemacht habe. In Hamburg ermittelt laut »Spiegel« die Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche des Krebsmittelherstellers Zyo Pharma wegen des Verdachts der Ärztebestechung. Bundesweit ermittelten Staatsanwälte gegen Krebsärzte wegen Bestechlichkeit.
In Mannheim erhob die Staatsanwaltschaft 2012 Anklage gegen drei Pharmaunternehmer, die in mehreren hundert Fällen Krebsmedikamente aus Argentinien importierten, die in Deutschland nicht zugelassen waren. Der Staatsanwalt schloss seine Anklage mit der Bemerkung, dass „der vorliegende Ermittlungskomplex ein beängstigendes Bild auf eine Vielzahl deutscher Apotheker wirft“. Hier ging es um die sogenannte Holmsland-Affäre. Rund 100 Apotheken sollen nach Angaben der federführenden Staatsanwaltschaft Mannheim über mehrere Jahre hinweg in Deutschland nicht zugelassene Zytostatika zu günstigen Preisen bei einem spezialisierten Lieferanten bestellt, in Rezepturen verarbeitet und gegenüber den Kassen als Originalware abgerechnet haben. Demnach wäre jede vierte Zyto-Apotheke in die Affäre verwickelt.
Bereits 2011 wurde bekannt, dass AOK-Versicherte in Berlin fast nur noch mit Krebspräparaten von Oncosachs behandelt wurden, doch die Firma stand im Verdacht, systematisch Ärzte zu bestechen. Auch wurde ermittelt wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit gegen 47 Krebsärzte aus mehreren Bundesländern. Sie sollen bis 2008 vor allem „Mietzuschüsse“ von Oncosachs kassiert haben. Später soll das Geld über Scheinstudien geflossen sein. Ein Arzt soll dabei beispielsweise von 2005 bis 2011 mehr als eine halbe Million Euro erhalten haben. Und was glauben Sie, welche Strafe diese Ärzte erhielten?
Ermittlungsverfahren wegen Korruption gegen Ärzte und Pharmafirmen wurden eingestellt. Die Staatsanwälte ziehen nach eigenen Angaben damit die Konsequenz aus einem Urteil des Bundesgerichtshofes. Dieser hatte am 22. Juni 2012 entschieden, dass sich Kassenärzte, die für die Verordnung von Arzneimitteln Geschenke von Pharma-Unternehmen entgegennehmen, nicht wegen Bestechlichkeit strafbar machen.
Bei der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden wurde gegen die Leipziger Pharmafirma Oncosachs und 60 Ärzte ermittelt. „Die Verfahren müssen eingestellt werden“, sagte damals Behördensprecher Wolfgang Klein. Der BGH verhindere, dass die Fälle weiterverfolgt würden. Demnach hätten sich weder die Zyto-Firma Oncosachs noch die Ärzte, die hauptsächlich im Großraum Leipzig praktizieren, strafbar gemacht.
Was ist aus dem Ganzen geworden?

1. Ärzte begrüßten das BGH-Urteil

Bereits im Juni 2012 begrüßten die Ärzteverbände den Beschluss des Bundesgerichtshofes (BGH) zur Korruption bei Medizinern. Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Dr. Frank Ulrich Montgomery, sagte, die Richter stellten damit die „besondere, freiberufliche Stellung des Arztes“ hervor. Der BGH hatte zuvor in einem lang erwarteten Urteil entschieden, dass Ärzte, die Geschenke von Pharmaunternehmen annehmen, sich nicht wegen Korruption strafbar machen. Auch die Mitarbeiter der Hersteller können nicht wegen Bestechung belangt werden!

2. CSU verhinderte Verfolgung betrügerischer Ärzte

Schon brisant, was wir in unseren Recherchen alles finden, denn der Spuk geht noch weiter. Wir sind jetzt im Jahr 2014 angekommen und es handelt sich noch immer um die Ermittlungsverfahren wegen Korruption gegen Ärzte und Pharmafirmen wegen Bestechung. Schließlich handelte es sich um eine bundesweite Angelegenheit, bei der Staatsanwälte gegen die „Krebsmafia“ ermittelten.  Etwa im gleichen Zeitraum wie dem der anderen Ermittlungen der sogenannten Holmsland-Affäre gab es auch Ermittlungen gegen 10 000 Mediziner, die alle Kunden des damaligen Labor-Magnaten Bernd Schottdorf waren. Diese hatte alle von einem Abrechnungsmodell profitiert, bei dem sie Schottdorfs Spezial-Blutanalysen illegal als eigene Leistung abrechneten. Der berechnete seine Arbeit gegenüber den Ärzten mit hohen Rabatten.
Nach dem bayerischen Kommissar Robert Mahler war zudem Anfang 2009 das Justizministerium direkt in die Entscheidung eingebunden, den Großteil der Schottdorf-Kunden trotz des laufenden Pilotverfahrens nicht zu verfolgen. Das habe ihm die damals zuständige Staatsanwältin gesagt. Und die LKA-Vizepräsidentin habe zu ihm gesagt: «Ständig ruft das Justizministerium bei mir an und beschwert sich über Sie.» Im LKA habe es zudem die Überlegung gegeben, ihn «zum Schutz meiner Person vor Dr. Gauweiler aus dem Verfahren zu nehmen». Sowohl innerhalb des LKA als auch innerhalb und zwischen den Staatsanwaltschaften München und Augsburg gab es im Laufe der Ermittlungen schwere Konflikte. Die Auseinandersetzungen mündeten schließlich in ein Ermittlungsverfahren gegen den Polizisten wegen des Verdachts der Verfolgung Unschuldiger, das auf Betreiben Gauweilers zustande gekommen war. Das Verfahren wurde erst Jahre später eingestellt. Mahler verklagte seinerseits den Freistaat auf Schadenersatz. «Während die Täter sich’s bequem machen konnten mit ’nem Gläschen Rotwein, habe ich mich bis heute mit den juristischen Folgen herumzuschlagen», sagte Mahler. Quelle: http://www.abendzeitung-muenchen.de 23. 03. 2015
Die bayerischen Kommissare Robert Mahler und Stephan Sattler waren mit ihrer SOKO Labor einem der größten Ärzteskandale der vergangenen Jahre auf der Spur. Doch sie müssen feststellen: Ihre Betrugsermittlungen werden behindert, sind unerwünscht. Was die beiden erleben, weitet sich aus zu einer bayerischen Staatsaffäre: Die Masche mit Blutproben – Ärzte kassieren und der Staat schaut zu.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) war weit früher als bisher bekannt von einem großflächigen Abrechnungsbetrug deutscher Ärzte informiert, darüber berichtete Frontal21/ZDF am  25. 09. 2014. Die Ermittler der SOKO Labor waren einem gewaltigen Betrugsfall auf der Spur. Doch als sich ihr Verdacht erhärtet, geraten sie unter Druck. Personal wird abgezogen, Ermittlungen behindert.
Frontal21 frage nach bei Horst Seehofer. Er lässt mitteilen: Man habe die Sache an die zuständigen Minister weitergegeben und der Ministerpräsident sei über den Vorgang unterrichtet worden. Das sei das übliche Verfahren. Konsequenzen? Keine! Damit war die Affäre „Labor“ für Horst Seehofer offenbar erledigt. Auch der Laborunternehmer Schottdorf musste wegen seiner Geschäfte mit den betrügerischen Ärzten nicht vor Gericht.





Bernd Schottdorf weist den Verdacht der Korruption von sich. Er habe kein rechtswidriges Abrechnungssystem erfunden. Vielmehr habe sein Unternehmen Ärzte über das Abrechnungsverbot für bestimmte Laborparameter informiert. Ein Schaden sei nicht entstanden, teilte Schottdorfs Anwalt mit. Die Ermittlungen werden von München an die Staatsanwaltschaft Augsburg abgegeben. Und die stellt fast alle Verfahren ein. Nur ein einziger Arzt wird in München noch angeklagt. Und tatsächlich: Dieser eine Arzt wird verurteilt – zu mehr als drei Jahren Gefängnis. Und der Bundesgerichtshof bestätigt das Betrugsurteil gegen Stefan A. 2012 voll und ganz. Das Urteil kommt zu spät. Denn mittlerweile sind die Ermittlungen der SOKO Labor wertlos – fast alle Taten Tausender Ärzte verjährt. Genau davor hatten die Ermittler gewarnt.
Nur der Münchner Staatsanwalt, der eine erfolgreiche Anklage führte, hatte das Problem erkannt. Er bittet um Listen der Beschuldigten und kündigt an, Zitat: „Ich werde […] einen Serienbrief zur Information der Beschuldigten und zur Verjährungsunterbrechung erstellen und versenden.“ Doch die Briefe gehen niemals raus. Seit Mitte 2014 beschäftigt sich der Ausschuss mit der Frage, warum die bayerischen Strafverfolgungsbehörden 2009 ein mutmaßliches Kartell von 10 000 betrügerischen Ärzten unbehelligt ließ. Warum man die Sonderkommission Labor des Landeskriminalamt nicht weiter ermitteln ließ.. Mehr Informationen zu dem Laborskandal entnehmen Sie bitte dem Handelsblatt vom 10. 03. 2015
Wie schon erwähnt: Im Juni 2012  hatte das Gericht entschieden, Vertragsärzte seien weder Amtsträger noch Beauftragte gesetzlicher Krankenkassen und machten sich daher nicht strafbar, wenn sie von Pharmaunternehmen Vorteile als Gegenleistung für die Verordnung von Arzneimitteln entgegennehmen.

Ebenfalls München! Juli 2011 Landgericht spricht Zytoapotheker frei

Quelle  APOTHEKE ADHOC 19. 07. 2011
Zubereitung oder Rezeptur? Im Zusammenhang mit der sogenannten „Holmsland-Affäre“ hat das Landgericht München einen Apotheker aus Odelzhausen freigesprochen. Dem Gericht zufolge ist die Herstellung von Zytostatika-Lösungen keine Zubereitung eines Fertigarzneimittels, sondern eine Rezepturanfertigung. Damit hatte der Apotheker rein rechtlich keine in Deutschland nicht zugelassenen Arzneimittel auf den Markt gebracht. Die Staatsanwaltschaft hatte den Pharmazeuten deswegen und wegen Abrechnungsbetrugs angeklagt.
In den Jahren 2006 und 2007 hatte der Apotheker der Anklage zufolge „im erheblichen Umfang“ Zytostatika-Lösungen auf der Basis des Fertigarzneimittels Gemzar (Gemcitabin) hergestellt. Das Präparat mit der Bezeichnung „733Gemzar1000“ sei günstiger als das in Deutschland zugelassene Gemzar gewesen. Weil es eigentlich für Länder wie Tschechien, Ungarn, Iran und Kenia bestimmt war, hatte das Präparat keine deutsche Zulassung.
Das Arzneimittelgesetz sehe das Inverkehrbringen von in Deutschland nicht zugelassene Fertigarzneimitteln nur in Ausnahmefällen vor, so die Argumentation der Staatsanwaltschaft. Das Originalpräparat Gemzar sei aber stets verfügbar gewesen.
Insgesamt habe der Apotheker beim Einkauf knapp 60 000 Euro gespart; weil er bei der Abrechnung nicht angegeben habe, dass er nicht Gemzar, sondern „733Gemzar1000“ verwendet hatte, sei den Krankenkassen und -versicherungen ein Schaden von rund 340 000 Euro entstanden.
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Was aber, wenn wie in den USA geschehen, falsche Diagnosen gestellt werden, und der Patient hat gar kein Krebs?

Erst 2015 meldete die Firma Zyo Pharma in Hamburg Insolvenz an (siehe Infobox), denn so lange konnte die Pharmafirma ihr Unheil anrichten. In der Recherche von Panorama und „Stern“  geht es um Krebs-Medikamente, ein besonders sensibler wie lukrativer Markt. Drei Milliarden Euro werden hier jährlich umgesetzt. Die Krebsbranche ist besonders anfällig für Korruption. Denn weil die Zusammensetzung der Chemotherapien so komplex ist, ist die Apothekenwahl ganz offiziell Sache des Arztes. Dies erleichtert finanzielle Absprachen zwischen Arzt und Apotheker. Über Monate treffen sich in einer Arztpraxis zwei Apotheker, ein Pharmahändler und ein Onkologe. Es geht um einen Treuhandvertrag im Ausland und um Auszahlung in cash. Es geht um ein geheimes Darlehen, um Vertuschung und darum, wie man mit Medikamenten gegen Krebs noch mehr Geld verdienen kann.
Wir dachten schon, wir hätten ein Déjà-vu, denn wer taucht wieder auf? Rolf-Dieter Lampey! Wir hatten ihn längst im Gefängnis vermutet, doch er scheint immer noch aktiv zu sein, wie die neuen Recherchen zeigen. 
Rolf-Dieter Lampey war seit 14. 07. 2000 Geschäftsführer bei Zyo Pharma GmbH. Zyo Pharma hat sich auf Krebsmedikamente spezialisiert. Die Firma stellt eine Handvoll Chemotherapie-Präparate selbst her, darüber hinaus beliefert sie Apotheken in der ganzen Republik mit Krebsmedikamenten (Zytostatika).
  • Zytostatika-Apotheken aus dem ganzen Bundesgebiet bestellten ihre Präparate bei Lampey, und bei diesen Rabatten flossen offenbar auch die „Beraterhonorare“ üppig zurück: So stellte eine Apotheke in Königstein im Taunus von Mai 2006 bis April 2007 „Beraterrechnungen“ über mehr als 38 000 Euro an Zyo Pharma aus. Auf eine Anfrage des SPIEGEL antwortete der Anwalt des Apothekers: „Mein Mandant ist weder verpflichtet noch geneigt, die von Ihnen gestellten Fragen zu beantworten.“
  • Eine Apotheke in Cottbus kassierte in einem einzigen Monat 10 591 Euro „Beraterhonorar“. Bei einer Apotheke in Hamm waren es zwischen April 2007 und Januar 2008 im Schnitt mehr als 3300 Euro jeden Monat. In seinen Rechnungen an Zyo Pharma schrieb der Apotheker jeweils: „Für Tätigkeiten für Ihre Firma im Monat … erlaube ich mir zu berechnen …“ Keine der Apotheken beantwortete Fragen zu den Honorarzahlungen.
  • Es gibt bundesweit nur 400 öffentliche Apotheken, die Chemotherapien zubereiten dürfen. Allein Zyo Pharma hatte mit mindestens 65 von ihnen einen Beratervertrag geschlossen. Jede sechste Zyto-Apotheke in Deutschland hätte sich demnach auf Rabatt-Deals mit Zyo Pharma eingelassen.
Man sollte nicht alle Onkologen über einen Kamm scheren. Es gibt viele gute Ärzte, dass wissen wir aus eigener Erfahrung. Aber es gibt anscheinend doch mehr Ärzte, die aus Profitgier handeln, als wir dachten. Schließlich geht es um einen Zeitraum von 10 Jahren. Wenn man bedenkt, wer alles seine Finger darin hat, wird einem schlecht.

Krebs-Medikamente jährlicher Umsatz: Drei Milliarden Euro und die Krebs-Mafia

Es gibt vermutlich keinen Pharmachef in Deutschland, der sich so gut beraten lässt wie Rolf-Dieter Lampey. Als Polizisten am frühen Morgen des 29. März 2009 die Geschäftsräume seiner Firma Zyo Pharma in Hamburg durchsuchten, stießen sie auf Leitz-Ordner voller „Beraterverträge“ mit Ärzten und Apothekern, so ein Bericht aus DER SPIEGEL 15/2012
Weshalb konnte ein Arzt oder Apotheker jeden Monat mehrere tausend Euro „Beraterhonorar“ von Rolf-Dieter Lampey bekommen?
Eine ehemalige Buchhalterin von Zyo Pharma lüftete gegenüber der Polizei das Geheimnis: Sie erklärte, dass es angeblich gar nicht um Beratung gegangen sei. Die ganzen Verträge seien nur dazu da, den Ärzten und Apothekern „finanzielle Anreize zu bieten, die Ware bei uns zu bestellen“. Die Höhe des Honorars habe sich dabei am Umsatz der Medikamente orientiert.
Das Modell scheint in der Branche verbreitet: Ein Krebspräparat, für das die Krankenkasse 1000 Euro erstattet, kostet den Apotheker im Einkauf offiziell 900 Euro. Tatsächlich zahlt der Apotheker aber nur etwa 300 Euro. Die Differenz von 600 Euro erhält er über einen „Beratervertrag“ oder andere Kick-backs zurück. Das war 2012! Nun sollte man doch annehmen, dass dieser Rolf-Dieter Lampey irgendwo in einem Gefängnis weilt und nicht weiter sein Unheil anrichtet, oder? Aber er machte weiter, wie wir an der aktuellen Recherche sehen …
Es gibt sogar ein Urteil: H A N S E A T I S C H E S OBERLANDESGERICHT Beschluss Geschäftszeichen: 7 W 30/11 324 O 38/11 
Gründe: Mit ihrer Beschwerde verfolgt die Antragstellerin ihren Antrag weiter, der Antragsgegnerin die Erweckung eines Eindrucks durch die erneute Verbreitung von nunmehr noch zwei Passagen eines Beitrags zu verbieten, die in der Sendung Frontal 21 vom 18. 1. 2011 ausgestrahlt worden sind und die in dem anliegenden unter der Internetadresse www.frontal21.de veröffentlichten Manuskript enthalten sind. Nach Auffassung des Senats wird durch die aus dem Tenor ersichtlichen Textpassagen im Kontext mit dem Gesamtbeitrag zwingend der Eindruck erweckt, die Antragstellerin bzw. ihr Geschäftsführer hätten in Deutschland gefälschte Arzneimittel vertrieben. Dass dieser Eindruck unrichtig ist, hat die Antragstellerin glaubhaft gemacht, sodass sie im Hinblick auf die bestehende Wiederholungsgefahr gegen die Antragsgegnerin wegen Verstoßes gegen das Unternehmenspersönlichkeitsrecht der Antragstellerin einen Unterlassungsanspruch gern. §§ 823 Abs. 11004 Abs. 1 Satz 2 BGB in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1, 19 Abs. 3 GG hat. (…)
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I. Auf die sofortige Beschwerde der Antragstellerin wird der Beschluss des Landgerichts Hamburg, Zivilkammer 24, Geschäftsnummer 324 O 38/11, vom 3. 2. 2011 abgeändert. Im Wege der einstweiligen Verfügung wird – der Dringlichkeit wegen ohne mündliche Verhandlung – der Antragsgegnerin bei Vermeidung eines vom Gericht für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, einer Ordnungshaft oder einer Ordnungshaft bis zu sechs Monaten (Ordnungsgeld im Einzelfall höchstens 250 000 Euro; Ordnungshaft insgesamt höchstens zwei Jahre) verboten, durch die nachfolgende Berichterstattung den Eindruck zu erwecken, Zyo Pharma und/oder deren Geschäftsführer Rolf-Dieter Lampey habe in Deutschland gefälschte Arzneimittel vertrieben (…)
Aus dem Wirtschaftsbeirat Landesverband Hamburg und Schleswig-Holstein: https://www.wirtschaftsrat.de/wirtschaftsrat.nsf/id/ausgabe-juli-2012-de/$file/WR_Nr_2-2012.pdf  (Screenshot) Hier ist Rolf-Dieter Lampey als neues Mitglied 2012 aufgeführt.
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Zyo Pharma GmbH

seit 30. 10. 2015 / Löschung HRB 98840: Zyo Pharma GmbH, Hamburg, Brodschrangen 4, 20457 Hamburg. Die Gesellschaft ist gemäß § 394 FamFG wegen Vermögenslosigkeit von Amts wegen gelöscht.
Alle Informationen einsehen bei MONEYHOUSE Deutschland
Die Firma Zyo Pharma GmbH war im Handelsregister beim Amtsgericht Hamburg unter der Nummer HRB 98840 registriert. Die eingetragene Rechtsform lautete Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die Haupttätigkeit lag im Bereich Managementtätigkeiten von Holdinggesellschaften. Das Firmendomizil befand sich in Hamburg. Die Eintragung war erfolgt am 4. November 1999.
Mit der Führung der Zyo Pharma GmbH waren Manfred Haupt, Rolf-Dieter Lampey, Ralf Peters und eine weitere Person beauftragt.
Die nachfolgende Personen waren bis zur Löschung des Unternehmens eingetragen: Ralf Peters Dipl.-Kfm.- Vorstandsvorsitzender 04. 11. 1999 und Reinhard Wollschlaeger Vorstandsvorsitzender 04.11.1999

„Und wenn Sie sagen: ‚Auszahlen!‘, dann sagen Sie mir Bescheid. Und dann werde ich dafür Sorge tragen, dass das Geld in bar hier herkommt.“ Rolf-Dieter Lampey, Pharmahändler

Februar 2016: Die Krebsmafia: Korruption bei Chemotherapie

 

Über Monate treffen sich in einer Arztpraxis zwei Apotheker, ein Pharmahändler und ein Onkologe. Es geht um einen Treuhandvertrag im Ausland und um Auszahlung in cash. Es geht um ein geheimes Darlehen, um Vertuschung und darum, wie man mit Medikamenten gegen Krebs noch mehr Geld verdienen kann.
Deals und Absprachen in der Branche der Weißen Kittel finden im Verborgenen statt, normalerweise. Doch diesmal sind Journalisten vom stern und vom ARD-Magazin „Panorama“ dabei. Mitten in Hamburg verfolgen sie ein Kammerspiel der Korruption. Die Darsteller allerdings sind keine Schauspieler. Sie wissen nur nicht, dass sie gefilmt werden – und dass die Falttür zum Vorraum nie ganz verschlossen ist. Verdeckt gedrehte Aufnahmen von Panorama und „Stern“ zeigen unter anderem, wie zwei Apotheker dem Onkologen ein Dreiecks-Geschäft anbieten: Der Arzt solle seine Rezepte für die Zubereitung von Chemotherapeutika künftig bevorzugt bei einem der beiden Apotheker einreichen. Im Gegenzug gewähre der andere Apotheker dem Arzt ein „Darlehen“ – von einer regulären Rückzahlung ist nicht die Rede. Der Geld-Rückfluss soll also offensichtlich getarnt werden, um das neue Antikorruptionsgesetz zu umgehen. Das Ziel der Umgehung wird im Gespräch auch mehrmals betont. Es sei wichtig, dass der das „Darlehen“ gebende  Apotheker mit dem Arzt geschäftlich nichts zu tun habe – das Geschäft also von außen so gut wie nicht nachvollziehbar ist. All dies wird im Wesentlichen mündlich abgesprochen. So nutzt man eine Lücke in der neuen Gesetzgebung: Denn bisher ist nicht vorgesehen, dass die Strafverfolgungsbehörden bei der Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen verdeckte Ermittlungsmaßnahmen wie etwa die Telekommunikationsüberwachung anwenden dürfen.
Über Monate versuchten Apotheker und ein Pharmavertreter den Onkologen Dr. Fritz zu bestechen. Der machte die Bestechungsversuche bei Panorama öffentlich – und wird seither bedroht.



Hier nun der englische Beitrag, den wir für Sie übersetzt haben:

Ärzte bekennen, wie sie absichtlich mit der falschen Diagnose KREBS bei gesunden Menschen Geld verdienen

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Der Beitrag ist vom 18. März 2016  und wurde auf complete-health-and-happiness veröffentlicht.
Es geschieht öfter, als wir es uns vorstellen können. Erst wenn Ärzte auf frischer Tat ertappt werden, kommt alles ans Tageslicht, doch dann ist der angerichtete Schaden bereits groß.
Ärzte, die bei gesunden Patienten Krebs diagnostizieren, nur um Schmiergelder zu kassieren, damit eine Chemotherapie verabreicht werden kann, das ist schon mehr als fragwürdig. doch mehr Ärzte werden endlich auf frischer Tat ertappt, wie sie ihren Eid missbrauchen und fälschlich bei gesunden Patienten Krebs diagnostizieren, um einen schnellen Euro mit Schmiergeldern für Chemotherapie zu machen.
Warum sollten Ärzte lügen, wenn die ganze Krebsindustrie vom Anfang bis zum Ende eine riesige Fabrik ist? Wen wundert es, dass Krebsgesellschaften weltweit viel größere finanzielle Initiativen für Chemotherapie- und Bestrahlungsforschung ausgeben, anstelle für Techniken zur Krankheitsprävention? Mit dem Vorbeugen einer Krankheit macht man kein Geld, doch ganz sicherlich mit der Behandlung einer Krankheit.
Nehmen wir Dr. Farid Fata, einen prominenten Krebsarzt aus Michigan, der vor einem Jahr vor Gericht zugab, absichtlich und fälschlicherweise gesunde Menschen mit Krebs diagnostiziert zu haben. Fata gestand auch, Chemotherapie zum Zwecke des Profits gegeben zu haben. Waren seine Patienten schockiert? Das kannst du annehmen, dass sie das waren.
Wer hätte jemals vermutet, dass ein Arzt eine Diagnose fälscht, um Geld zu machen?! Das ist skrupellos.
Dennoch geschieht dies mit Krebs und nicht nur mit dieser Krankheit, sondern mit fast jeder Krankheit, bei der die Ärzte Einnahmen durch Schmiergelder und Provision erhalten, basierend auf dem Volumen an Patienten, die mit gewissen Pharmaka behandelt werden. Menschen werden wie eine Ware behandelt. “Viele dieser skrupellosen Ärzte sind Geschäftsmänner ohne Gewissen. Der einzige Unterschied ist, dass sie deine Gesundheit und Vertrauen in den Händen halten – eine gefährliche Kombination, wenn Geld mit im Spiel ist,“ sagt Dr. Sayed Mohammed, ein sich zur Ruhe gesetzter Onkologe, der gesteht, dass er diesen Trend vor einem Jahrzehnt sah. „Es ist meine Entscheidung,“ sagte Fata am Dienstag seines überraschenden Schuldgeständnisses, welches beinhaltete, dass er die Namen von zahlreichen Medikamenten, die er seinen Patienten über die Jahre verschrieben hatte, aufzählte.
„Ich wußte, dass es medizinisch unnötig war.“ Fata war verantwortlich für einen $ 35  Millionen Medicare Abrechnungsbetrugskandal, welcher beinhaltete, der Regierung unnötige medizinische onkologische und hämatologische Behandlungen in Rechnung gestellt zu haben. Die Regierung sagt, dass Fata das Schema von 2009 bis heute über seine medizinischen Geschäfte, einschließlich Michigan Hematology Oncology Centers, mit Büros in Clarkston, Bloomfield Hills, Lapeer, Sterling Heights, Troy und Oak Park, ausübte.
Gemäß Angaben der Regierung hatte Fata 1200 Patienten und erhielt $ 62 Millionen von Medicare; Er stellte mehr als $ 150 Millionen in Rechnung.
Staatsanwältin Barbara McQuade sagte, sie plane, Fata lebenslänglich im Gefängnis zu bringen, und nannte seinen Fall den ungeheuerlichsten Betrugsfall der Gesundheitsfürsorge, die die ihr Büro je gesehen hat. Sie sagte, dass Fata nicht nur die Regierung betrogen hat – was typisch ist für solche Fälle – sondern auch seine Patienten gefährdete.

Lügen mit Statistiken

Prostatakrebs ist ein anderes gutes Beispiel, mit dem Ärzte falsche Prognosen abgeben, ohne den Patienten die Fakten mitzuteilen.  Ein Prostatabluttest (PSA) sucht nach einem prostataspezifischem Antigen, einem Protein, das von der Prostatadrüse produziert wird. Höhere Werte stehen angeblich mit Prostatakrebs im Zusammenhang. Das Problem ist, dass der Zusammenhang nicht immer richtig ist, und wenn es das ist, ist der Prostatakrebs nicht unbedingt tödlich.
Nur ungefähr 3 % der Männer sterben an Prostatakrebs. Der PSA-Test führt tatsächlich zu Überdiagnosen – Biopsien und Behandlung können zu Nebenwirkungen wie Impotenz und Inkontinenz führen.. Wiederholte Biopsien vermögen die Krebszellen in die Einstichstelle zu transportieren, oder dass Krebszellen direkt in den Blutstrom oder das Lymphsystem gelangen. Mehr als 90 % der Ärzte, die eine Krebsbehandlung bei Prostatakrebs empfehlen, erhalten eine Provision für jede Behandlung, die der Patient erhält.
Auf lange Sicht erweist es sich für die meisten Menschen, die unwissend mit ihrer Gesundheit umgehen und sich von falschen Statistiken überzeugen lassen, als riskant und oft tödlich. Dutzende von ausgezeichneten großen Studien wurden an Männern durchgeführt, bei denen nach einer Biopsie an der Prostata Krebs entdeckt wurde. In mehr als 97 % der Fälle hat sich der Krebs entweder nicht über die Drüse hinaus verbreitet und Unheil angerichtet oder der Patient verstarb an etwas anderem, lange bevor ein Nachweis von sich ausbreitendem Krebs stattfand. Von den 3 %, wo Krebs aggressiv ist und den Patienten gefährdet, hat er sich bereits lange vor der Entdeckung jenseits der chirurgischen Resektionsmöglichkeiten verbreitet; folglich kann die Chirurgie diesen Männern auch nicht helfen. Nach mindestens 7 Jahren Medizinstudium des emotionalen, mentalen und physischen Zustandes des Menschen würde man annehmen, dass ein Arzt ein Kraftpaket an gutem Willen für seine Patienten ist. Leider begreifen zu viele Ärzte nicht, dass das Wohlergehen ihrer Patienten höchste Priorität hat und an erster Stelle stehen muss. Das Bedürfnis, das eigene Ego zu stärken, Selbsterhaltung, und die Suche nach mehr Geld führen oft zu unangemessener Pflege und Schaden am Patienten.
Den meisten Frauen wird oft gesagt, dass Hysterektomien (bezeichnet man in der Medizin die operative Entfernung der Gebärmutter) zu vielen verschiedenen Heilungen von Krebs und anderen Beschwerden führen kann.
Dies entspricht nicht der Wahrheit. Die Forschung zeigt bis heute keine Verbesserung des Überlebens, egal wie aggressiv viele dieser unnötigen Behandlungen sind. Brustkrebs Screenings führen auch zu einem Anstieg an Brustkrebssterblichkeit und versagen dabei, vorsorgend zu sein. Obwohl kein Nachweis je die Empfehlung für regelmäßige periodische Screenings und Mammographien in keinem Alter unterstützt, schlagen nun böswillige Empfehlungen der Society of Breast Imaging (SBI) und des American College of Radiology (ACR) Brustkrebsscreenings vor, diese bereits im Alter von 40 Jahren und früher an Hoch-Risiko-Patientinnen durchzuführen.
SBI und ACR empfehlen im Journal of the American College of Radiology (JACR), dass der Durchschnittspatient ab 40 mit dem jährlichen Brustscreening beginnen soll. Sie zielen auch auf Frauen ab 30 ab, sofern sie als „hohes Risiko“ gelten, wie sie sagten. Die Rate des fortgeschrittenen Krebses für US-Frauen zwischen 25 und 39 Jahren hat sich von 1976 bis 2009 fast verdoppelt, ein zu großer Unterschied, als dass er auf Zufall, sondern eher auf die Diagnosen zurückzuführen ist. Eine beunruhigende Studie, veröffentlicht im New England Journal of Medicine macht auf die Tatsache aufmerksam, dass Mammographie mehr Schaden als Nutzen für Millionen von Frauen gebracht hat, die sie in den vergangenen Jahren als Hauptstrategie im Kampf gegen Brustkrebs angewandt haben. Es ging immer um das Geld und es wird immer um das Geld gehen. Ist es nicht an der Zeit, den Trend zu erkennen?
„In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz verursacht.“ – Kurt Tucholsky
Netzfrauen Belinda Schneider (Übersetzung)  und Doro Schreier (Informationen)

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