Sonntag, 18. September 2016

Angela Merkel öffnet alle Tore für Glyphosat – Monsanto kennt keine Grenzen!

von Robert Sasse
Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie den Begriff „Glyphosat“ hören? Das Unkrautvernichtungsmittel gilt als höchst umstritten und potenziell krebserregend. In den letzten Monaten gab es Meldungen, wonach das Herbizid auch in des Deutschen liebsten Getränks, dem Bier nachgewiesen werden kann. Zwar nur in einer minimalen Dosis, aber bedeutet das automatisch Absolution? Von höchster Stelle wird dieses Mittel nun zur dauerhaften Verwendung in der EU empfohlen. Die Rede ist von niemand geringerem als der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auf einem CDU-Agrarforum im mecklenburgischen Boldekow bekräftigte Merkel, dass sie sich dafür einsetzen werde, dass Glyphosat auch weiterhin „auf wissensbasierter Grundlage“ eingesetzt werde. Sie begründete ihren Entschluss mit Studien, die zeigten, dass die Risiken nicht sehr groß seien. Welche Studien sie damit konkret meinte, verriet die Kanzlerin indes nicht? Bereits im Juni hatte die EU-Kommission die Zulassung für weitere 18 Monate genehmigt.[1]


Killer-Chemikalie oder kein Grund zur Sorge?

Fakt ist, dass es viele verschiedene Studien gibt, die sich inhaltlich oftmals widersprechen. Während das Bundesinstitut für Risikovorsorge keinen Grund zur Sorge erkennt, stuft die Weltgesundheitsorganisation WHO Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Die zuständigen Behörden in der EU sahen in einem höchst umstrittenen Gutachten keine Gefahr. Der Aufschrei in der Wissenschaft war groß, in der Folge widersprachen dieser Einschätzung 92 renommierte Forscher in einem offenen Brief. [2] Die WHO hatte die internationale Krebsforschungsagentur IARC damit beauftragt, den Unkrautvernichter einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Bereits im März letzten Jahres sprach die IARC die Worte „wahrscheinlich krebserregend“ aus. Ein paar Monate später wurde ein 92-seitiger Report veröffentlicht, in dem die Aussage gestützt und auf die Gefahren von Glyphosat hingewiesen wurde. In die Untersuchung flossen rund 200 Studien ein. Die Forscher kamen schlussendlich zu dem Ergebnis, dass ein positiver Zusammenhang von Glyphosat und dem Non-Hodkin Lymphom beobachtet werden kann.
Im Rahmen der Untersuchungen konnte demnach der Verdacht erhärtet werden, dass Glyphosat eine genotoxische Wirkung aufweist. Hierdurch könnten bereits geringste Mengen krebserzeugende Prozesse auslösen. Zudem hätten Tierversuche „ausreichend Beweise“ geliefert, dass das Herbizid die Bildung von Krebs fördert. Speziell bei Fischen und anderen Wasserbewohnern konnte vermehrt oxidativer Stress nachgewiesen werden, sprich ein vermehrtes Vorkommen von freien zellschädigenden Radikalen. [3]

3x mehr Kinder-Krebs durch Glyphosat

Dabei gibt es schon seit langem Hinweise, dass Glyphosat gesundheitsgefährdend ist. Bei Landwirten konnte in einer epidemiologischen Studie aus dem Jahr 2003 eine Verbindung zwischen der Glyphosataufnahme und Lymphknotenkrebs festgestellt werden.[4] Besonders alarmierend sind die Beobachtungen, die im Zusammenhang mit Glyphosat in Lateinamerika gemacht wurden. In ländlichen Regionen, in denen glyphosatresistente Pflanzen angebaut werden und diese regelmäßig mit dem Herbizid besprüht werden, ist die Krebsrate von 2001 bis 2009 bei Kindern auf das dreifache angestiegen. Einen noch stärkeren Anstieg gab es bei Fehlgeburten und Missbildungen. Auch hormonelle Auswirkungen wurden im Zusammenhang mit Glyphosat festgestellt. Neben Krebs und Zelltod werden Fruchtbarkeitsstörungen, Leber- und Nierenschäden, Probleme der Embryonalentwicklung sowie Schädigungen des Erbguts als mögliche Folgen genannt.[5]
Außer den gesundheitlichen Risiken sind die vielen Umweltschäden zu beachten. Durch das Herbizid wird die pflanzliche Artenvielfalt auf Ackerböden drastisch reduziert. Hierdurch werden viele Lebewesen ihrer natürlichen Nahrungsquelle und ihres Lebensraums beraubt. Über die Pflanzen oder durch Regenfälle gerät das Pflanzengift zudem in den Boden und in das Grundwasser.[6] „Die Umwelt- und  Gesundheitsbilanz von Glyphosat wird zunehmend kritisch bewertet. Es gefährdet die menschliche Gesundheit und hat direkte und indirekte Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Daher wird es höchste Zeit, dass die Bundesregierung das Vorsorgeprinzip ernst nimmt und die Zulassung für Glyphosat bis zur Klärung offener Fragen aussetzt“, sagte NABU-Geschäftsführer Leif Miller im vergangenen Jahr.[7] Auf das Vorsorgeprinzip können sich Politiker berufen und damit einen Stoff verbieten, solange nicht zweifelsfrei erwiesen ist, dass dieser gesundheitlich unbedenklich ist.[8] Dies scheint Frau Merkel aber nicht für erforderlich zu halten.

Angela Merkel will Glyphosat in Deutschland

Selbst der Koalitionspartner SPD widerspricht der Kanzlerin und hat sich gegen eine weitere Zulassung von Glyphosat ausgesprochen. Über Twitter verbreitete der SPD-Parteivorstand folgende Botschaft: „Merkel ist für weiteren Glyphosat-Einsatz – wir bleiben beim NEIN! Im Zweifel für die Verbraucher- und Umweltschutz!“ Besonders kritisch wird Merkels Vorgehen auch bei den Grünen gesehen. Fraktionschef Anton Hofreiter sprach von einem „völlig falschen Signal“, dass die Kanzlerin aussende. Er verwies auf die Risiken und die Krebswarnungen der WHO-Experten. „Statt das Ackergift endlich zu verbieten und sich für eine intakte Landwirtschaft mit guten Böden, sauberem Grundwasser und Artenvielfalt einzusetzen, geht sie der Agrarlobby auf den Leim“, sagte er weiter.[9]
Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn an dem Unkrautvernichtungsmittel hängen große wirtschaftliche Interessen. Ein Verbot hätte massive ökonomische Folgen. Glyphosat ist weltweit das am meisten eingesetzte Pestizid. In den zurückliegenden zehn Jahren hat sich der Einsatz Studien zufolge verdoppelt. Ursprünglich wurde das Mittel als Unkrautvernichter vor der Aussaat verwendet, mittlerweile kann es aber auch später zum Einsatz kommen, da viele genmanipulierte Pflanzen glyphosatresistent sind.[10] Schätzungen zufolge werden jährlich weltweit 700.000 Tonnen Glyphosat versprüht. Hierzulande sind es immerhin 6.000 Tonnen des Pflanzengifts, das auf 39 Prozent der Ackerflächen zum Einsatz kommt. Außerdem wird es auf öffentlichen Wegen und sogar in Hobbygärten verwendet, um sich das lästige Unkrautjäten zu ersparen.[11] Die Frage ist nur, für welchen Preis?

Bayer und Merkel – So holen sie Glyphosat nach Deutschland

Besondere Brisanz erfährt der Fall durch die Avancen des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, der mit aller Macht eine Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto anstrebt. Monsanto ist DAS Unternehmen, dass Glyphosat in den 70er Jahren patentieren ließ und als Wirkstoff des Herbizids Roundup auf den Markt brachte. Mittlerweile sind die Patente abgelaufen, aber Glyphosat ist nach wie vor eines der wichtigsten Produkte des Konzerns. Sofern es zu der milliardenschweren Fusion kommt, wäre es aus Sicht von Bayer aus wirtschaftlicher Sicht enorm wichtig, dass Glyphosat auch in der EU zugelassen ist.
Angela Merkel scheint Bayer keine Steine in den Weg legen zu wollen. Zu einer ähnlichen Schlussfolgerung gelangte auch die Linken-Abgeordnete Sahra Wagenknecht. In einer Pressemitteilung sagte sie mit Blick auf das Übernahmeangebot: „Die geplante Übernahme des berüchtigten Gen- und Giftkonzerns Monsanto durch Bayer ist gemeingefährlich. Mit einem solchen Chemieriesen geriete die Bundesregierung noch stärker unter Druck, die Produktion und den Einsatz gesundheitsgefährdender Stoffe wie Glyphosat zuzulassen. Denn die horrenden Ausgaben von 55,2 Mil­liarden Euro können nur wieder eingespielt werden, wenn Monsanto seine gefährlichen Umweltgifte gegen immer stärkere Widerstände weiter verkaufen kann.“

Quelle:  http://www.watergate.tv/

Kommentare:

Ernstjoachim Müller hat gesagt…

Hier trägt der Verbraucher also derjenige der das Mittel kauft Mitschuld
Einfach dieses Mittel nicht kaufen dann denke ich mal wird es auch vom Markt genommen
Eines weiss ich
Bei mir kommt überhaupt kein Gift in den Garten bzw. auf das Grundstück
Im übrigen wird der Merkel die Gesundheit der Bevölkerung wohl nicht besonders interessieren sonst würde sie anders urteilen
Früher das weiss ich noch musste ich mit aufs Feld wenn Schule aus war
Ferien Fehlanzeige Rüben hacken und anderes war dann angesagt
Heute muss Bauer 1000-2000 Morgen unterm Pflug haben sonst kann es nicht existieren
Warum ging es früher?
Die Bauern sind sowieso die Verlierer ackern wie blöd wofür?
Siehe Milchpreis Getreidepreis Kartoffelpreis usw.
Vor 20/30 Jahren ging es auch
Heute muss alles gross günstig sein
Schuld haben auch wir die Verbraucher

Anonym hat gesagt…

Das Zeug ist fast überall drin - Getreideprodukte, Gemüse, Hygieneartikel...

Es geht nicht darum, es "einfach nicht zu kaufen".
Das ist zu einfach gedacht.