Sonntag, 14. August 2016

Sonnenaktivität als Politikum: Sollen Forscher zum Schweigen gebracht werden?

Andreas von Rétyi

Die Mathematikprofessorin Valentina Zharkova prognostiziert schon länger eine neue Kleine Eiszeit, die unsere Erde für die kommenden Jahrzehnte heimsuchen soll. Zharkovas Forschungsgruppe stieß auf zuvor unbekannte Vorgänge im Sonneninneren, die sich offenbar ganz entscheidend auf die Aktivität unseres Sterns auswirken. Und sie ist überzeugt, dass diese Prozesse das Weltklima beeinflussen und nun eine globale Abkühlung mit sich bringen. Wie sie jetzt erklärt, wurde sie von Klimaforschern gedrängt, ihre Arbeit zurückzuziehen.

Die Geschichte klingt geradezu skandalös: Eine Forscherin findet bemerkenswerte Hinweise auf eine Klimaabkühlung und wird von anderen Wissenschaftlern gedrängt, nicht weiter zu publizieren und ihre Pressemitteilung zur Sache zurückzuziehen. Das scheint geradezu mittelalterlich, erinnert schließlich auch an Galileis Widerruf.
Ohne den Vorfall überzeichnen zu wollen, kann er wohl kaum unkommentiert bleiben. Offenbar sind die Forschungen von Valentina Zharkova höchst brisant und vor allem unwillkommen.


Valentina Zharkova ist Mathematikerin und Astrophysikerin. Schon seit Jahren befasst sie sich mit den inneren Prozessen unserer Sonne und deren Einfluss auf das irdische Klima. Zusammen mit ihren Kollegen von der britischen Northumbria University in Newcastle upon Tyne hat sie rechnerische Modelle entwickelt, die künftig möglicherweise eine bessere Vorhersage der Sonnenaktivität erlauben. Als eines der deutlichsten Zeichen für deren Schwankungen gelten die dunklen Sonnenflecken an der leuchtenden Oberfläche unseres Sterns. Sie sind seit alter Zeit bekannt, doch das Phänomen blieb lange unverstanden.

Heute sind Astrophysiker überzeugt: Komplexere solare Magnetfelder, wie sie sich im solaren Zyklus entwickeln, sorgen für oberflächennahe Störungen und blockieren stellenweise den Aufstieg heißen solaren Plasmas. Genau dort »kühlt« die Oberfläche ab, sie wird etwas dunkler. Auch Sonnenflecken glühen intensiv, doch bei starker Filterung, wie sie zur Sonnenbeobachtung unabdingbar ist, genügt der Kontrast, um dunkle Flecken auf der hellen Oberfläche zu sehen. Je mehr sich davon zeigen, desto höher die Aktivität.

Im Durchschnitt wird die Sonne alle elf Jahre besonders aktiv, allerdings mit weitem Spielraum. Sowohl Zeitspanne als auch Intensität schwanken deutlich. Der letzte Zyklus, Nummer 24 in der fortlaufenden Zählung, zeigte sich auffallend müde. Fachleute haben versucht, die Ursache zu ergründen, und fanden im tiefen Sonneninneren, rund 300 000 Kilometer unter der Oberfläche, einige bemerkenswerte Hinweise.

Ein radiales »Förderband« führt solare Materie in diese Zonen hinein, wo dann anscheinend eine Art magnetische Regeneration stattfindet. Bewegt sich dieser Mechanismus zu schnell, kann er allerdings nicht richtig wirken. Das war wohl auch im aktuellen Zyklus der Fall. Nur warum das manchmal geschieht, weiß niemand.

Entscheidend bleibt die schon recht gut untermauerte Erkenntnis, dass Phasen sehr niedriger solarer Aktivität eine allgemeine Abkühlung auf unserem Planeten mit sich bringen, so auch während der Zeit des berühmten Maunder-Minimums zwischen 1645 und 1715. In dieser 70-Jahres-Spanne herrschten äußerst kalte Winter, was auch zeitgenössische Gemälde plastisch wiedergeben.

Zu jener »Kleinen Eiszeit« gab es sehr ausgeprägte Winter, warme Sommer blieben aus, Flüsse wie die Themse froren zu, die Welt verharrte in einem kühlen Dauerzustand. Allein aus historischer Zeit sind noch etliche weitere Kalt- und Warmphasen bekannt, die mit den Schwankungen der Sonnenaktivität parallel verliefen. Darauf haben Forscher immer wieder hingewiesen.

Nun aber kommt Professor Zharkova ins Spiel. Kurz gesagt: Ihre Arbeitsgruppe fand heraus, dass jene für die solare Aktivität entscheidenden Magnetfelder aus zwei verschiedenen Schichten des gigantischen Gasballs Sonne hervorgehen und zwei unterschiedlichen Zyklen folgen, die sich entweder gegenseitig verstärken oder abschwächen können.

Aus diesem in Wirklichkeit wesentlich komplexeren Modell leitet die Wissenschaftlerin ab, das wir uns derzeit wieder dem Beginn einer Periode reduzierter Sonnenaktivität gegenübersehen, was demnach auch künftig für einen Temperaturrückgang auf unserem Planeten sorgen würde. Nach Einschätzung Zharkovas und ihrer Kollegen dürfte diese Periode mindestens 35 Jahre lang andauern. Klimaerwärmung – also eher nicht!

Nun müssen die Modelle erst getestet, die Schlussfolgerungen bestätigt werden. Allerdings versuchen einige Klimatologen schon jetzt, die Forschungen von Professor Zharkova regelrecht zu unterdrücken. Und das darf nicht geschehen. Natürlich waren nicht alle Fachleute pauschal ablehnend eingestellt.

Zharkova: »Einige zeigten sich aufgeschlossen und diskussionsbereit. Aber einige waren ziemlich – ich würde einmal sagen – aggressiv«, so erklärte sie gegenüber dem Global Warming Policy Forum, um die Sache dann auf den entscheidenden Punkt zu bringen: »Sie haben tatsächlich versucht, uns zum Schweigen zu bringen. Einige von ihnen kontaktierten die Royal Astronomical Society und verlangten hinter unserem Rücken, dass unsere Pressemeldung zurückgezogen werden solle.« Wo bleibt da die freie, unabhängige, seriöse Wissenschaft? Sie bleibt schlichtweg auf der Strecke. Zu erraten, warum das so ist, dürfte nicht allzu schwer sein.


Kommentare:

Ernstjoachim Müller hat gesagt…

Es ist gut und auch richtig das Aufklärung für uns alle erfolgt.
Und uns erzählt man irgend welche Märchen von Veränderungen des Klimas die wir die Menschen zu verantworten haben.
Wie verlogen

Lambert Josef Harings hat gesagt…

Betrachtet man wie viel Erdoberfläche von Menschen belebt ist und wieviel unbelebt so kann man erahnen das wenige "Armeisenhaufen" wie z.B. New York oder die chinesischen Riesenstädte trotz allem nicht gleich das Weltklima kippen werden. Natürlich leiden die Menschen in der lokal schlechten -Luft und sterben auch früher...es gibt aber immer noch viel Fläche mit klarer Luft auf der Welt....trotz Raubbau an der Natur...der natürlich auf ein nachhaltiges Maß zurückgeführt werden muss.