Dienstag, 2. August 2016

Die Harmonie der kosmischen Sphären

Der Begriff der Sphärenharmonie“, schreibt Hans Kayser, „ist so alt wie die Bewusstwerdung des Menschen. Zuerst Mythos, dann Astralsymbolik und integrierender Bestandteil fast der gesamten Menschheitsdichtung, wird er zur Voraussetzung der Astrologie und der beginnenden astronomischen Forschung aller alten Völker. Erst mit Kepler erhält er jedoch jene Fundamentierung, die ihn des bloßen Glaubens enthebt und in das moderne wissenschaftliche Denken einordnet.“ („Akróasis“)
Noch im 5. Jahrhundert hatte Boethius ganz im Sinne der Pythagoräer die Musik in die unhörbare „Musica mundana“ (die Sphärenharmonie) – die „Musica humana“ (Schwingungen des Körpers und der Seele des Menschen) und die „Musica instrumentalis“ (der Klang der Stimmen und Instrumente) – als den einzig hörbaren Teil der Musik gegliedert. Diese Dreiteilung der Musik entspricht ebenso dem universellen Harmoniebegriff der pythagoräischen Lehre von der göttlichen Ordnung der Welt – wie der indischen Überlieferung der Veden, Mensch und Universum seien Klang („Nada Brahma“).


Bis Ende des 13. Jahrhunderts galt dieses Konzept als weithin anerkannte Welterklärungs-Philosophie. Doch dann war die hörbare Musik in den Vordergrund der philosophischen Betrachtung getreten und deren ganzheitliche Vorbildung in den unhörbaren Schwingungen zunehmend in Vergessenheit geraten. Zwar schwand die Ahnung von einem tönenden Kosmos und dem Klang der Sphären nie gänzlich aus der Erinnerung des Menschen, aber sie war zumeist nur noch in schöngeistigen Metaphern der Dichter im Gebrauch.

Von Hermann Hesse, als einem der jüngeren Poeten, die dem Klang der Sphären in den Worten nachlauschen, hören wir im „Glasperlenspiel“:
„Von allen Vorstellungen reiner Seligkeit, die sich Völker und Dichter erträumt haben, schien mir immer die höchste und innigste jene vom Erlauschen der Sphärenharmonie. Daran haben meine tiefsten und goldensten Träume gestreift, – einen Herzschlag lang den Bau des Weltalls und die Gesamtheit alles Lebens in ihrer geheimen, eingeborenen Harmonie tönen zu hören.“

Kosmische Rhythmen Sonnensystem
Johann Wolfgang von Goethe lässt in seinem ”Dr. Faustus“ den Erzengel Raphael vom Weltenklang künden:
”Die Sonne tönt nach alter Weise
in Brudersphären Wettgesang,
und ihre vorgeschriebne Reise,
vollendet sie mit Donnergang.“
William Shakespeare lässt den Lorenzo im „Kaufmann von Venedig“ den lichten Klang der Sphären besingen – und bedauern – dass wir ihn nicht hören können:

„Sieh, wie die Himmelsflur
ist eingelegt mit Scheiben lichten Goldes!
Auch nicht der kleinste Kreis, den du da siehst,
der nicht im Schwunge wie ein Engel singt,
zum Chor der hellgeaugten Cherubim;
so voller Harmonie sind ew’ge Geister;
nur wir, weil dies hinfäll’ge Kleid von Staub
ihn grob umhüllt, wir können sie nicht hören.“
Dante Alighieri bringt in seiner ”Göttlichen Komödie“ nicht nur die Weltanschauung der Musiker, Mathematiker, Astronomen in hermetischer, pythagoräischer und platonischer Tradition der Jahrtausende in eine literarische Form, sondern zeugt zugleich von der Gemeinsamkeit dieser tradierten Weltbilder mit der spirituellen Auffassung der christlichen Kirche. Es gab damals diesen Riss im ganzheitlichen Bewusstsein, der Naturwissenschaft und Religion heute in scheinbar voneinander getrennte Räume teilt, noch nicht. Wie zu zeigen sein wird, kann sowohl die „geistige“ Musik – wie auch die messbare Erkenntnis der schwingungsphysikalischen Wirklichkeit der „Matrix des Lebens“ – eine Brücke schlagen zwischen diesen getrennten Zimmern des letztlich unteilbaren Bewusstseins.

„So war ich ohne Seufzer, ohne Zähren,
bevor die Engel sangen, deren Sang nur Nachklang ist
vom Lied der ewigen Sphären.
(…) Verschiedene Tön’ erzeugen süßen Klang;
so bilden hier die Harmonie der Sphären
die lichten Kreise von verschiednem Rang.“

(Dante Alighieri)
Das „Bühnenbild“ von Dantes „Göttlicher Komödie“ ist als kosmisches Modell eng an die älteste überlieferte Darstellung von den Sphären angelehnt. Schon Hermes Trismegistos, der `Dreifache Meister´ des alten Ägyptens, hatte neun symbolische Kreise gezeichnet, (sicher in Erkenntnis dessen, das aus den neun Grundzahlen alle Zahlen der Ewigkeit geschaffen sind), deren Äußersten – noch jenseits der Fixsterne des Zodiakus – er die „Reingeistige Sphäre“ benannte. Dante nennt diese letzte der ineinander gefügten kosmischen Kugeln in seinem Modell „Kristall-Sphäre“ oder „Primum Mobile“ (Der erste Beweger). Während für Hermes Trismegistos hinter der „Reingeistigen Sphäre“ keine weitere mehr denkbar war, deutet Dante einen noch darüber liegenden Bereich an, den er „Paradies“ oder „Empyreum“ (Himmel) nennt.

Die Sphären des Dante
Sowohl die Sphären des Hermes wie auch die des Dante zeigen die Erde im Mittelpunkt – nicht jedoch weil sie etwa das Zentrum des Universums sei – sondern weil sich die Perspektive vom Standpunkt des irdischen Betrachters so darstellt.
paradise-dante-e1378981232655Sphären des Dante
Die Sphären des Hermes
Schon im frühesten Mittelalter gab es Darstellungen der Sphären des Hermes, in denen die Abstände zwischen Sonne, Mond und den Planeten als Tonwerte verzeichnet waren, aus denen sich Intervalle der kosmischen Symphonie ergaben.
Hermes TrismegistosSphären des Hermes
Eine der Ähnlichkeiten des Konzeptes der Sphären von Dante, (als dem literarischen Überbringer der Weltanschauung seiner Zeit) mit der vorchristlichen Überlieferung des Dreimalgroßen Hermes Trismegistos besteht darin, dass beide unterhalb der 9 Sphären zusätzlich die Elemente Erde – Wasser – Luft und Feuer benennen. Diese vier Elemente, die Gott dem Schöpfer als Töpfer die Grundstoffe zur Formung der irdenen Gefäße sind, bezeichnet Hermes als Geburtshelfer der Erdgeborenen:

(Feuer) „Sein Vater ist die Sonne;
(Wasser) Seine Mutter ist der Mond;
(Luft) Der Wind hat es in seinem Bauch getragen;
(Erde) Seine Amme ist die Erde.“
In dem kosmischen Sphären-Plan im „Timaios“ von Platon (jenes Buch, das er wahrscheinlich von Philolaos kaufte), ist zwar nur von acht Kugeln die Rede, aber immerhin sind auch hier die vier hermetischen Elemente unterhalb der Sphären in jener Reihenfolge dargestellt, wie Trismegistos sie beschrieb: Über der Erde fließt das Wasser, über dem Wasser weht die Luft und über der Luft brennt das Feuer. Man mag sich über die Positionierung des Feuers oberhalb der Luft wundern – da doch über der Luft kein Feuer zu sehen ist – und stellt sich das Feuer stattdessen vielleicht eher als glühenden Lava Kern im Erdinneren vor. Doch zweifellos lassen sich auch die ionisierenden Strahlen des UV-Lichtes, die kosmische Gammastrahlung und die Sonne selber als „Feuer“ bezeichnen, das ohne die schützende Atmosphäre (Luft) das Leben auf der Erde verzehren würde. Und eine weitere Deutung des „Feuers“ oberhalb der „Luft“ ist ganz im Sinne der altindischen Veden, die mit dem Wort „Agni“ jene alles durchdringende Kraft des `Geistfeuers´ bezeichnen, das die Chinesen „Chi“, die Japaner „Ki“ und die Christen den „Heiligen Geist“ nennen. Es ist damit vielleicht gar jenes geheimnisvolle Fünfte Element „Akasha“ – der „Äther“ der altgriechischen Philosophen aristotelischer Schule gemeint: jene mythologische Himmelskraft, über deren Erschließung als Energiequelle der Zukunft spekuliert wird. Hier sei zunächst nur soviel angedeutet, dass die moderne Physik jenes „Agni-Chi-Ki-Äther-Feuer“ als die überall anwesende „Dunkle Energie“ oder „Vakuum-Energie“ erforscht. Tatsächlich würde deren Erschließung die Menschheit von jetzt auf gleich von allen Energieproblemen befreien. Doch dies setzt einen Quantensprung des Bewusstseins voraus, der zum gegenwärtigen Entwicklungsstand der Menschheit, da diese gewaltige Energiequelle zur wirtschaftlichen Ausbeutung und als Kriegswaffe zur Beherrschung der Welt missbraucht würde, noch undenkbar scheint.

Im kosmischen Konzept des Cicero sind es wieder neun Sphären – allerdings nur, weil er auch der Erde eine Sphäre zuteilt, was Hermes wohl mit Bedacht unterließ, weil schließlich die systematischen Sphären (griechisch= Kugeln) aus der Perspektive der Erde gesehen (oder gedacht) werden.
In der altiranischen Gnosis und auch im hebräischen Talmud (Hagigah) ist von sieben Sphären die Rede, die wohl in Analogie zu den sieben Farben des Regenbogens und den sieben Tönen der Oktave – wie auch zu den „Sieben Schöpfungstagen“ zu sehen sind. Obwohl es ebenfalls in den zehn Sphären des Lebensbaumes der hebräischen Kabbala entsprechungsreiche Beziehungen zu den hermetischen Vorstellungen vom Aufbau des Universums gibt, wird deutlich, dass die verschiedenen Welterklärungs-Modelle nicht wie Folien beliebig übereinander zu legen sind – sondern vielmehr, jede für sich als eine besondere Perspektive der ganzheitlichen Wirklichkeit – einen spezielleren Zusammenhang darstellt.

Die Schwingungsmatrix des Bewusstseins

Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die `Matrix der Schwingungen´ (siehe hier), die aus dem unendlich tief hinabreichenden Minusbereich des Kosmischen Koordinaten-Kreuzes, noch unterhalb der Frequenz von messbaren 10-24 Hz, in den Plusbereich – über die messbare kosmische Höhenstrahlung von 1024 Hz hinaus – noch unendlich weit hinauf- und hinabsteigen mag: Die Dimensionen dieser energetischen „Jakobsleiter“, die aus der somatisch-vital-mentalen in die geistige Welt – von der Erde in den Himmel – reicht, entzieht sich der menschlichen Vorstellungskraft und Erkenntnis. So lassen wir uns zunächst genügen, dass diese „Matrix des Lebens“ die komplexe Schwingungswirklichkeit messbar in Frequenzen und Wellenlängen darstellt. Unterhalb des – menschlichen Augen unsichtbaren – Infrarot-Spektrums schwingt der unhör- und unsichtbare Bereich der Mikrowellen 1012, der in der physikalischen Maßeinheit `Tera´Hz gemessen wird; der darunter liegende Bereich der Funk- und Radiowellen 109 in `Giga´Hz. Im Bereich von 106 `= Mega´Hz – vibrieren in der Matrix die Frequenzen des Ultraschalls, die menschlichen Ohren (- im Gegensatz zu Motten und Fledermäusen, die auf diesen Wellenlängen kommunizieren) – ebenfalls unhörbar sind. Technische Anwendungen wie Ultraschall-Diagnose in der Medizin, Fernbedienungen für Fernsehgeräte oder Echolot in der Nautik verdankt die Menschheit dem Orientierungssystem der Fledermäuse. Erst im Bereich von 103 `Kilo´ Hz – wo auch die elektrische Wechselspannung strömt – wird der Schall dem Menschen wahrnehmbar. Noch tiefer – im Bereich 101 bis zum Nullpunkt des Kosmischen Koordinatenkreuzes – schwingen die Frequenzen des menschlichen Bewusstseins, messbar als EEG-Gehirnwellen oder Frequenzen des Wachbewusstseins, sowie der Traumphasen- und des Tiefschlafes, denn der Mensch ist als Schwingungswesen Teil des kosmischen Schwingungsgeflechtes der Matrix des Lebens.
Beim „Dauerton“ = 0 Hz werden im Krankenhaus die Geräte abgestellt.
matrixMatrix des Lebens
Im Minusbereich der Schwingungs-Skalen des Kosmischen Koordinatenkreuzes bleibt den menschlichen Ohren die Sphäre des Infraschalls ab 10-2 `Milli´Hz verborgen, (nicht aber z.B. Walen und Elefanten). Der Umstand, dass uns diese (und die meisten anderen) Frequenzen als Spannungs- und Energiefelder ungesehen und ungehört umgeben, wird uns höchstens dann bewusst, wenn wir die Mikrowelle oder das Radio anschalten, oder die Satellitenantenne richten müssen, weil ansonsten das Bild unscharf ist. Weil also die messtechnischen Ergebnisse der modernen Forschung eindrucksvoll bestätigen, wovon bereits Hermes Trismegistos, die brahmanischen Veden, die chinesische Weisheit und Pythagoras kündeten: – Alles ist Schwingung! – scheint es nicht vermessen, in der Musik die Schnittstelle zu vermuten, wo sich der Bruch der Weltbilder und der Riss im Bewusstsein des Einzelnen am ehesten heilen ließe. Die „Matrix des Lebens“ ist geeignet eine Brücke zu bauen. Diese Schwingungsmatrix ist keine spezielle Formel einer bestimmten Wissenschaft oder religiösen Glaubensrichtung, sondern eine umfassende Beschreibung der energetischen Lebenswirklichkeit in ihren harmonikalen Gesetzen. Durch den interdisziplinären Charakter dieser Schwingungsskala, die alle derzeit bekannten Frequenzen in ihren rhythmisch-harmonikalen Beziehungen darstellt, vermag sie allen Wissenschaften und Weltanschauungen neue Impulse zu geben. In dieser Matrix sind die Erkenntnisse der zahllosen Einzelwissenschaften, als Splitter des einstmals heilen Spiegels, wieder zusammen gefügt. Der Mensch wird sich selber als Klang erkennen und lernen, das Instrument, das er ist, in Einklang mit den Harmonien der Sphären zu stimmen.
ewigkeitPanta Rhei

Alles fließt. Let it flow!

Das Wort: „Alles ist Schwingung.“ hört sich zunächst wie eine Reduktion der Wirklichkeit auf ein Schlagwort an. Aber es trifft die Wirklichkeit genau, wenngleich es Differenzierungen gibt. Nicht nur alle kosmischen und mikrokosmischen Prozesse sind Schwingungen, nicht nur alle Erscheinlichkeiten der Materie, des biologischen Lebens – nein, auch Gedanken, Ideen, Worte und Handlungen sind Schwingungen. Im Folgenden sollen jene Schwingungen etwas näher angeschaut werden, die für die Persönlichkeitsstruktur und Bewusstwerdung des Menschen von Bedeutung sind.

Wir hatten bereits im Kapitel „Die Chakren“ diese farbstrahlenden kleinen Sonnen der Bewusstseinszentren unseres seelischen Wesens vor Augen (und hoffentlich auch lebendig in uns selbst erfahren). Diese Zentren korrespondieren resonierend mit den entsprechenden kosmischen Schwingungssphären:
das Körper Chakra mit der universellen Materie – die Vitalen Zentren mit dem universellen Leben – und die mentalen Zentren mit dem universellen Weltmental. Diese kosmischen Sphären enthalten alle Erfahrungen, die jemals im Universum auf den jeweiligen Entwicklungsebenen vollzogen wurden und sind somit dem Massenbewusstsein ähnlich, das unterbewusst unser Denken, Wollen und Handeln machtvoll beeinflusst. Der Verstand vermeint, es seien seine Gedanken, die dort aus den unterbewussten Tiefen aufsteigen, doch vielmehr ereignen sich diese Regungen (Schwingungen) aus der kosmischen Körper-, Vital- und Mental-Natur in ihm. Diese Regungen, die der Verstand sich zu eigen macht (z.B. Begehren, Instinkte oder Triebe), sind in Wirklichkeit Relikte der physisch-tierischen Evolution. Sie entstammen nicht unserem wahren Selbst, sondern sind vielmehr Identifikationen und Vorstellungen des konditionierten „Schein-Ichs“, für das sich der unbewusste Mensch noch fälschlicherweise hält. Diese Identifikation mit den Fremdeinflüssen aus dem kosmischen Unterbewusstsein hindert den Menschen daran zu seinem wahren seelischen Wesen zu finden.
„Die Wahrheit ist, dass alle diese Gedanken und Tätigkeiten der Natur angehören und als Wellen der universalen Natur in uns eintreten oder durch uns hindurchziehen. Es ist unser Egoismus und unsere Begrenzung im Körper und individuellen physischen Mental, die uns daran hindern, diese Wahrheit zu fühlen und zu erfahren.“

(Sri Aurobindo, „Briefe über den Yoga“ Bd.3)
Die ewige Seele, die aus dem Überbewusstsein der höheren kosmischen und überkosmischen Sphären geistiger Wirklichkeit schöpft, lässt diese falsche Identifikation als Entwicklungsprozess der Selbstfindung zu, bis der Mensch durch Bewusstwerdung lernt diese Schwingungen, die sein Denken, Wollen und Tun beeinflussen, zu differenzieren. Wenn er beginnt diese fremdgesteuerten Energien, die ihn bewegen, von seinem wahren Selbst (seiner Seele) zu unterscheiden, indem er (ähnlich dem Betrachter eines Theaterstücks) zum Beobachter und unbeteiligten Zeugen des Geschehens wird, ist er (beziehungsweise die Seele) in der Lage zu entscheiden, welche Energien abzulehnen, zuzulassen oder anzunehmen sind. In dieser Andeutung des sehr komplexen Weges der Bewusstwerdung eines Menschen zum bewussten Sein (- der viele Inkarnationen dauern mag -) zeigt sich, dass die Evolution des Bewusstseins die Entwicklung eines wirren Knäuels niederer Schwingung zum kosmischen Strahlen hochschwingenden Lichtes in der Gegenwart Gottes ist. Insofern ist die „Harmonikale Licht- und Klangtherapie“ keine bloß äußerliche Anwendung der Schwingungen von Farblicht und Klang, sondern zielt auf einen Heilungsprozess, der das ganze körperlich-seelisch-geistige Wesen umfasst. Dieses wird nicht bewirkt durch das Tun eines Therapeuten oder Arztes, sondern vor allem durch die innerliche Verbindung des integralen ganzheitlichen Wesens mit der Schwingung aller Schwingungen – ob man sie wie die Inder „Shakti“, die Chinesen „Chi“ oder die Christen „Heiliger Geist“ nennen mag – oder einfach nur „Liebe“. Dieser „Liebekraftstrom“, der die Chakras machtvoll durchflutet und weckt, bewirkt letztlich – wenn wir uns Ihm vertrauens- und hingebungsvoll öffnen – als die Kraft des Heiles das Heil und die Transformation des unbewussten Schwingungsknäuels zum erwachten göttlichen Wesen.
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In-Einklang-Bringung

Nicht erst seit den einstimmigen Gregorianischen Gesängen, die eng mit den lateinischen liturgischen Inhalten der katholischen Kirche verbunden waren, war den Gläubigen das Wort auch Musik. Benedikt von Nursia (um 480-547) war nicht nur zivilisatorischer Patron der Christianisierung des westlichen Abendlandes, sondern zudem einer der Stifter der abendländischen Musik. Nicht nur die Schönheit der Maße, gespiegelt in der Architektur des Goldenen Schnittes, sondern auch die Wissenschaft von den Schwingungen der Akustik, hallt in den romanischen Wölbungen der Kathedralen und Klöster wider. Die Benediktiner, als die Intellektuellen ihrer Zeit, denen einzig die Bibliotheken des überlieferten Wissens offen standen, knüpften an biblische und antike Traditionen an. Sie suchten – in den Gesetzen der alles durchwaltenden Ordnung – das Universum im Spiegel der menschlichen Seele zu schauen. In ihrer Musik trachteten sie, in vielstimmigem Chor der einstimmigen Melodie, kontemplativ die Gegensätze der Welt zu überwinden und die Harmonie der Sphären hörbar zu machen.

Die Kirchen (wie in anderen Religionen die Moscheen, Synagogen und Tempel) dieser Zeit waren nicht nur als Orte zur Versammlung gedacht, sondern zugleich als Stätten der Harmonisierung des ganzen Menschen durch `Ineinklangbringung´ mit den göttlichen Maßen und Schwingungen. Denn die Liturgie wurde von jenen frühen Mönchen, die zugleich Natur- und Geisteswissenschaftler waren, als Resonanz der Schöpfungsharmonie aufgefasst.

Papst Gregor (um 540-604), nach dem die Gesänge der Gregorianer benannt sind, taucht erstmals im Prolog des Cantatoriums von Monza im 9. Jahrhundert auf. Dort heißt es: „Gregorius praesul composuit.“ (Papst Gregor komponierte). Die benediktinischen Gregorianer waren Musiker, weil sie Mönche waren. In ihren Schriften stehen philosophische Theorien über Modi und Toni neben Gedanken über Liturgie und ganzheitliches Leben. Darin, sich und ihre Mitmenschen durch einen einmütigen Gesang in Einklang mit den kosmischen Sphären zu bringen, sahen sie ihren höchsten Lebenssinn. Mehr als Zeitvertreib war ihnen ihr Gesang die bewusste Verbreitung solcher Schwingungen, die sie als Lobpreis und Dank mit dem Herrn des Alls und dem Gesang der Engel in Verbindung bringen sollten. Ihr Werk sahen sie darin, den Sphärenklang der Himmel auf Erden hörbar zu machen. Wenn ihre Notation keinen Text definierte, sangen die Gregorianer die Noten als „La-La“, bis die melodiegemäßen Worte gefunden waren. Bei aller Kraft ihres Gesangs, der also auch Weltanschauung war, waren die Sänger durch die musiktheoretischen Einschränkungen ihrer Zeit gebunden und weit entfernt von der Entfaltung eines freien, improvisierten Gesangs. Dennoch brachten sie mit ihrem Singen nicht nur die Resonanzräume in den Kathedralen – sondern auch in ihren Herzen zum Schwingen.

Als Beispiel für die innige Verbundenheit von Religion und Musik, möge hier auch Hildegard von Bingen (1098-1179) erwähnt sein. In zahlreichen Variationen besingt sie die Wunder der Schöpfung und das Mysterium der Menschwerdung Gottes in der Bildsprache wortgewordener Musik – oder klanggewordenen Wortes. Ihre Musik ist zugleich Ausdruck ihres Glaubens und Dank. Symphonie, Harmonie und Klang sind Schlüsselworte ihres Werkes.

Wenn zwar der Reformator Martin Luther (1483-1546) den bis zum 12. Jahrhundert als selbstverständlich angenommenen Einklang von kosmischer und irdischer Harmonie relativierte, indem er meinte, zum Gesang der Engel hätten die Menschen zu Lebzeiten keinen Zugang, so glaubte doch auch er, am Ende der Zeiten würde man den Sphärengesang der Engel hören. Auch wenn in den fortan getrennten Kirchen die Musik nicht mehr jenen Stellenwert hatte, wie in den tausend Jahren zuvor, erhielt sich das Bewusstsein ihrer Seelen erhebenden Wirkung und die Vorstellung der kosmischen Vorprägung in den irdischen Harmonien. Luther reimt:
„Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch Gut gewonnen,
denn ihr erster Ursprung ist von dem Himmel selbst genommen,
weil die lieben Engelein selber Musikanten sein.“
Somit sind die Engelschöre der kreisenden Gestirne, wie die antiken Astronomen, Musiker und Physikusse sie jenseits der sieben, acht oder neun Sphären wahrzunehmen vermeinten – von den Kirchenvätern geglaubt und verchristlicht worden. Sie sahen darin Gottes Angesicht – hörten darin Seine Stimme – und lobsangen Ihm beide, Wissenschaftler und Gläubige, als dem Schöpfer der Weltharmonie.

Das Verstummen des Gesangs der Sphären

Doch bereits Ende des 12. Jahrhunderts hatte die Aufhebung der einstigen Identität von Religion, Wissenschaft und Musik begonnen – wie die weltliche Musik der Minnesänger hörbar – und die kirchenunabhängige Forschung deutlich macht. Durch die Aufklärung schließlich wurde der Bruch zwischen naturwissenschaftlichem und geistlichem Weltbild vollends vollzogen. Bedauerlicherweise erreichten die Aufklärer des 18. Jahrhunderts – nicht nur die Befreiung der Wissenschaft von kirchlicher Bevormundung, was wohl sicher notwendig war, sondern verwarfen mit der weltlichen Macht der Kirchen irrtümlich auch den göttlichen Plan – und Gott Selber, als sie sich für die evolutionstheoretische Annahme einer zufälligen Entstehung des Universums und des Lebens entschieden.
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Doch nach wie vor bleibt der Gedanke der sphärischen Allharmonie bei Dichtern, Komponisten und Wissenschaftlern bis in die neueste Zeit lebendig, wovon nicht nur Dante, Shakespeare und Goethe zeugen. Woher kommt diesen Gläubigen ihre, durch die Jahrtausende nicht zu erschütternde Zuversicht, dass die irdische Welt Resonanzkörper der himmlischen Sphärenharmonie sei?

Hermann Hesse beschreibt Keplers Nachweis der Beziehung zwischen irdischer Musik und kosmischen Sphären: „Eine Harmonielehre, in welche zwar die musikalische Harmonielehre mit inbegriffen ist, jedoch nur als Teil. Das Ganze gilt nicht der menschlichen Musik, sondern der Musik des Weltalls, dem Schöpfungskonzert, und hat zur Grundlage den freudigen Glauben an die Einheitlichkeit und Harmonie des Weltenplanes.“

(„Glasperlenspiel“)
Interessant, dass gerade durch die naturwissenschaftliche Forschung von Astronomen wie Athanasius Kircher (1602-1680) und Johannes Kepler (1571-1630), von Philosophen wie G. W. v. Leibniz oder Physikern wie Max Planck neue Impulse für die Erkenntnis der Wirklichkeit eines musikalisch organisierten Universums ausgehen.
„Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“
(Werner Heisenberg, Physik-Nobelpreisträger)

CosmoClock

Die Wirklichkeit der Harmonie der Sphären

Es wird gemeinhin immer noch angenommen, es könne keine Musik im Universum existieren, weil der Schall zur Übertragung Luft benötige, diese aber im All nicht vorhanden sei. Nun zeigt sich aber durch die Oktavierung die Möglichkeit der Umwandlung von Klängen in Licht (Farben) – und Licht in Klänge – als verschiedene Emanationen Desselben. Dies bedeutet, dass wir unsere bisherigen Vorstellungen von Schall und Harmonie grundlegend revidieren müssen, da wir bei der Beurteilung der Wirklichkeit des universellen Seins bislang zu fixiert auf unsere beschränkte sinnliche Wahrnehmung waren.

Licht ist Klang und Klang ist Licht!

Die mystische Sphärenharmonie ist real und von einer höheren Wirklichkeit, als wir es uns bisher vorstellen konnten: Das Universum wechselwirkt strahlend und klingend – Leben erzeugend, erhaltend und entwickelnd – alles durchdringend in vollkommener Harmonie. Diese Wahrnehmung befreit aus der Illusion einer vermuteten Isolation der Erde im All und erhebt den Menschen aus vermeintlich ungeordnetem Chaos einer zufälligen Existenz in das höhere Bewusstsein des Eins-mit-Allem-Seins.
Die Erkenntnis vollkommener Harmonie aller Schwingungskräfte im All (wie schon das griechische Wort „Kosmos“ in der Bedeutung einer allumfassenden universellen Ordnung zum Ausdruck bringt) – sollte nicht ohne Wirkung auf die Resonanzfähigkeit der menschlichen globalen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts bleiben – und auch auf der Erde – im Einklang – das Erblühen einer höheren Harmonie zeitigen.

„Horchet in euch selbst
und blicket in die Unendlichkeit
des Raumes und der Zeit.
Von da erklingen der Gesang der Sterne,
die Sprache der Zahlen
und die Harmonien der Sphären.
Was tun die Sterne?
Was sagen die Zahlen?
Was offenbaren die Sphären?
O ihr Seelen, sie sagen, sie singen,
sie offenbaren euer Schicksal.“

(Hermes – Trismegistos)

Quelle: http://www.harmonic21.net/


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(erscheint in wenigen Tagen)
Dieses Buch ist nicht nur für Schwingungstherapeuten, Heiler, Musiker und Künstler …
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und die Heilung mit Licht und Klang erfahren möchte.

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free flow energy

Die Heilkraft der Farben und Klänge

2016 Titel free flow - low

Wir sind Energie, Schwingung,

Licht, Klang und Bewusstseinskraft.


Seitenanzahl: 216
Größe: 14,8 cm x 21,0 cm

Paperback 16,00 € (inkl. MWSt.) ISBN 978-3-7345-0274-3
Hardcover 24,00 € (inkl. MWSt.) ISBN 978-3-7345-0275-0
eBook 8,00 € (inkl. MWSt.) ISBN 978-3-7345-0276-7

emblemAkademie der Harmonik
Herausgeber

SinnverlagEmblemSinnverlag
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EINLEITUNG
INHALTSVERZEICHNIS
Leseproben:
  1. Kapitel: Die U(h)rzeit
  2. Kapitel: Die Qualität der Zeit
  3. Kapitel: Homo Harmonicus
  4. Kapitel: Farbe, Klang und Zeit im Spiegel der menschlichen Seele
  5. Kapitel: Die Matrix des Lebens
  6. Kapitel: Die Heilkraft der Farben
  7. Kapitel: Der 12 teilige Farbkreis
  8. Kapitel: Die Kraft GELB
  9. Kapitel: Die Kraft ROT
  10. Kapitel: Die Kraft BLAU
  11. Kapitel: Die Kraft GRÜN
  12. Kapitel: Die Kraft ORANGE
  13. Kapitel: Die Kraft VIOLETT 

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