Samstag, 23. Juli 2016

Putschversuch, Brexit-Exit & Inselstreit - Christoph Hörstel im NuoViso Talk

Aufgeputsch?

Der Putschversuch in der Türkei wirft viele Fragen auf. Erdogan beschuldigt die Bewegung um Fetullah Gülen für den Umsturzversuch verantwortlich zu sein. Aber selbst der deutsche Bundesnachrichtendienst sieht hierfür keine Beweise. Nach diesen verlangt auch offiziell die USA, die nun über eine Auslieferung Gülens an die Türkei nachdenken muss. Andererseits werden Stimmen laut, welche Erdogan selbst für den misslungenen Putschversuch verantwortlich machen - den nach dem dilletantischen Umsturzaktionen kann Erdogan seine Macht zu bisher unerreichter Größe aufbauen. Westliche Demokratien sehen bereits die Gefahr einer kommenden Diktatur in der Türkei.




Der Bundesvorsitzende der Partei "Deutsche Mitte" Christoph Hörstel hält beide Theorien über die Hintergründe des Putschversuchs für nicht stichhaltig. Wohl aber hält er das Vorwissen Erdogans über einen möglichen Putsch für durchaus wahrscheinlich. Bereits vor dem Umsturzversuch gab es Listen mit tausenden Namen von Richtern, Professoren, Lehrern und vieler weiterer Intellektueller und Staatsdiener, die nun - nach dem misslungenen Putsch - entlassen werden und das Land nicht verlassen dürfen oder gleich hinter Gittern verschwinden.

Auch das Involviertsein der CIA bei dem missglückten Umsturz hält Hörstel nicht für ausgeschlossen. Fettulah Gülen hält gute Verbindungen zum amerikanischen Auslandsgeheimdienst. Hat Erdogan mit seiner Beschuldigung doch recht? In jedem Falle dürften die jetztigen Ereignisse in der Türkei ganz in die Schablone der US-amerikanischen Think-Tank-Strategien passen, welche fortwährend eine Teile-und-Herrsche-Politik betreiben.

Exit vom Brexit?

Der Morgen des 24. Juni 2016 war ein Paukenschlag für alle Briten. Mit einer knappen Mehrheit stimmten die Wähler für einen Austritt aus der Europäischen Gemeinschaft. Ein Ergebnis, welches so wahrscheinlich niemand erwartete. Premier Cameron zog seine Konsequenz und gab das Steuer ab - an Theresa Mey. Sie soll es nun richten und den Brexit vollziehen. Doch von Anfang an tritt man auf die Bremse. Zunächst soll ausführlich noch einmal mit den Schotten verhandelt werden- das kann dauern. Und solange in Brüssel keine offizielles Austrittsersuchen der britischen Regierung vorliegt, bleibt es beim Brexit nur bei einem Wort, um welches viel geredet wird und ein heißer Anwärter auf das Wort des Jahres 2016 ist.

Was im Ernstfall eines Grexit auf die Griechen zugekommen wäre, wurde jetzt übrigens in einem Buch veröffentlicht. James Galbraight war der persönliche Berater von Yannis Varoufakis, dem ehemaligen griechischen Finanzminister. In seinem Buch "Der vergiftete Kelch" legt Galbraight den Notfallplan für Griechenland offen, welchen er damals im Geheimen entwarf und der im Ernstfall greifen sollte. Ein Buch, welches nun in Griechenland für Aufregung sorgt - veranschaulicht es doch sehr eindrücklich, in welcher Misere sich das Land Finanz technisch befindet.

Für Christoph Hörstel kommt die Debatte um den Brexit für die USA gerade recht. "Das Gerüst Europa rüttelt sich einmal ordentlich durch. Und da gibt es eine Menge lockere Schrauben von denen ein paar wegfliegen werden und das desintegriert sich der ganze Laden", so Hörstel.

Quelle: NuovisoTV 

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