Donnerstag, 7. Juli 2016

Meditation für Anfänger: Tipps zum Einstieg

Du gehörst auch zu den Leuten, die meditieren wollen, ihr Vorhaben aber schon ewig vor sich herschieben? Dass Meditieren so ziemlich jeden Aspekt unseres Lebens verbessert, weiss mittlerweile fast jeder: Es stärkt das Immunsystem, macht uns ausgeglichener, zufriedener, wir werden zu freundlicheren Mitmenschen – und performen sogar im Job besser, weil wir Dinge effizienter angehen können.

Trotzdem schleppen viele das Vorhaben, endlich mit dem Meditieren anzufangen, schon ewig mit sich herum – und nichts passiert. Dabei kann jeder Meditieren lernen. Und schwierig ists auch nicht. Wir haben mit Valentina Schweizer, einer Mitarbeiterin desSchweizer Meditationszentrums Kadampa, gesprochen – und ihr sechs Tipps für Anfänger entlockt (Bild: Ein Meditations-Fan von vielen: Gisele Bündchen).
Machs dir gemütlich
Wo, ist ganz egal. Hauptsache, es ist leise, niemand stört dich, dein Handy ist ausgeschaltet und du fühlst dich wohl. Es gibt Meditationskissen, die zwar nicht spottbillig, aber toll sind, weil es mit ihnen einfacher ist, im Schneidersitz einen geraden Rücken zu machen.
Alternativ kannst du auch irgendein anderes festes Kissen nehmen oder du setzt dich (nicht im Schneidersitz, sondern ganz normal) auf einen Stuhl. Ein No-Go: Meditieren im Liegen. Da würden selbst Profis wegratzen.
Das sagt die Expertin: „Obwohl Musik sehr entspannend sein kann, unbedingt ohne meditieren. Sie lenkt nur ab.“
Konzentriere dich auf deinen Atem
Denn der fliesst einfach vor sich hin, ohne dass du irgendwas dafür tun musst. Schliesse die Augen und nimm das Gefühl beim Ein- und Ausatmen an deiner Nasenspitze wahr. Wenn du es schaffst, nur das wahrzunehmen und nichts anderes, dann – tadaa – meditierst du. Gratulation.
Das sagt die Expertin: „Wer sich nur aufs Atmen konzentriert und den Ablenkungen bewusst widersteht, nehmen sie von allein immer mehr ab. So, als würden die Wolken allmählich am Himmel verschwinden. Übrig bleibt ein klarer, weiter, ruhiger Geist.“ (Studie zeigt, wie Mitgefühl und Meditation das Gehirn verändern (Videos))
Stress dich nicht
Es liegt auf der Hand: Wer sich verkrampft, hat schon verloren. Sei deshalb auf keinen Fall streng mit dir. Beobachte sanft deinen Geist – und wenn er Faxen macht, nimmst du das einfach wahr und richtest deinen Fokus wieder auf die Atmung.
Das sagt die Expertin: „Wenn du das Gefühl hast, das wird heute nichts mehr, bleibe noch fünf Minuten länger sitzen. Oft entspannt man sich dann nämlich doch noch – und plötzlich klappts.“
Meditiere regelmässig
Das Gerücht, beim Meditieren würde man einfach rumsitzen und nichts tun, hält sich hartnäckig. Auch wenn von aussen betrachtet wirklich nicht viel passiert: Meditation ist Sport mit dem Kopf und muss deshalb, genauso wie alle Sportarten, trainiert werden (Yoga und Meditation können das Gehirn jung halten).
Wer beim Basketball direkt aufgibt, weil er bei den ersten zehn Versuchen den Korb nicht trifft, wird niemals gut spielen können – und genauso ist das bei der Meditation auch. Am meisten profitierst du, wenn du täglich meditierst. Fange bei zehn Minuten an und steigere dich langsam. Wenn du jeden Tag zu crazy findest: Jeden zweiten ist auch gut.
Das sagt die Expertin: „Schon nach einer Woche täglichem Meditieren fällt es den meisten viel, viel leichter.“
Finde dein perfektes Timing heraus
Wenn du zu den Menschen gehörst, die morgens das Leben verfluchen und im Bett bleiben wollen, solltest du zu einem anderen Zeitpunkt meditieren. Morgenmuffel würden nämlich sofort wieder einpennen – das ist zwar auch entspannend, aber keine Meditation. Für alle anderen gilt: Morgens ists einfacher, weil man noch nicht mit dem ganzen Tag konfrontiert wurde und easier abschalten kann. Ausserdem ist man abends oft schlichtweg schon zu müde. Trotzdem: Rumprobieren. Jeder ist anders (Meditation baut Gehirnzellen auf, Harvard-Studie dokumentiert den Beweis (Video)).
Das sagt die Expertin: „Es gibt viele Leute, die schlecht einschlafen können. Ihnen tut es gut, spät am Abend zu meditieren, um von den Ablenkungen loszulassen und zu entspannen.“
Machs mit anderen
Nur, weil man beim Meditieren nicht quatscht, heisst das noch lange nicht, dass man dabei allein sein muss. Im Gegenteil: Gemeinsames Meditieren kann wunderschön sein und einen auf magische Weise zusammenschweissen. Ausserdem zieht man sein Vorhaben in der Gruppe auch eher durch als allein zuhause – wir kennen das vom Sport.
Das sagt die Expertin: „Ich würde dazu raten, anfangs einmal die Woche eine geleitete Meditationsgruppe zu besuchen.“

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