Montag, 18. Juli 2016

Island will den Banken das Recht zur Geldschöpfung entziehen

Ein System, bei dem nur noch die Notenbanken das Geld schöpfen dürfen. Die isländische Regierung macht sich zu dieser Idee gerade ihre Gedanken. Die Anhänger des sogenannten Vollgeldsystems trommeln in der Schweiz ebenfalls alle Anhänger für einen Volksentscheid zusammen. Der Vorschlag hat selbst für Deutschland seinen Charme.


(Island). Zur Zeit zeichnet sich in Island eine Revolution ab. Eine Kommission hat im Auftrag des Ministerpräsidenten Davíð Gunnlaugsson einen Reformvorschlag eingereicht, bei dem es um das isländische Bank- und Geldwesen ging. Die Grundidee ist, dass die Banken das Recht für eine Geldschöpfung erhalten und diese nur der Notenbank übertragen. Im englischen nennt man ein derartiges Verfahren "Sovereign Money" (Vollgeld).

 
Ein Abgeordneter der regierenden Fortschrittspartei hat den Bericht mit dem Titel "Ein besseres Geldsystem für Island" verfasst. Der isländische Ministerpräsident hält diese Ergebnisse für einen wichtigen Beitrag für die noch bevorstehenden Gespräche.
Bisher können Banken beliebig viel Geld herstellen. Sollte ein Kunde einen Kredit in Anspruch nehmen, dann leiht ihm die Bank nicht das vorhandene Guthaben von sparenden Kunden aus, sondern es schreibt ihm das Geld einfach auf dem Konto gut. Dadurch steigt die Geldmenge in der Volkswirtschaft. Ein Bruchteil des Geldes, welches im Umlauf ist, stammt von der Notenbank. Hierbei handelt es sich um die EZB oder die Federal Reserve der USA. Ein großer Teil wird im Rahmen der Kreditgewährung von den Banken geschaffen.
Nachdem in den 70er Jahren die Bindung des Geldes an Gold aufgehoben wurde, haben sich die Geldschöpfung und die Kreditschöpfung von der realwirtschaftlichen Entwicklung distanziert. In dieser Zeit wurde im Bericht des IWF (Internationalen Währungsfonds) in 114 Ländern insgesamt 147 folgenschwere Bankenkrisen gezählt. Eine Studie von McKinsey zeigt, dass der Kreditwachstum um ein Vielfaches höher liegt, als das Wachstum der Wirtschaft.

Ein Problem der EZB: Die Menge des Geldes steigt nicht

Beeinflusst werden kann der Prozess der Geldschaffung nur durch einen Ankauf von Wertpapieren. Hier steckt auch das große Problem der EZB. Die Geldmenge bzw. Kreditmenge kann trotz Bemühungen nicht gesteigert werden. Wegen der schwachen Bilanzen oder weil die Banken es nicht wollen, kann die EZB nicht wirklich etwas tun. Sie haben nur die Möglichkeit, die schlechten Akitva abzukaufen und haben somit Spielraum für neue Kredite. Die Eigenkapitalquote dient hierbei als Bremse.
Wenn ein Großteil des eigenen Kapitals aufgebraucht ist, dann können Kredite nicht mehr bedient werden. Nicht ohne Grund werden alternative Instrumente der Geldpolitik aktiv diskutiert. Das Programm für den Aufkauf von Staatsanleihen kann hierbei nicht helfen. Für Staatsanleihen wird kein Eigenkapital benötigt, wodurch die Möglichkeit, die Kredite zu geben nicht unbedingt gestärkt wird. Wenn die Banken und die EZB der Wirtschaft nicht helfen können, dann wird sie nicht um den Ankauf von Assets nicht herumkommen.

Das System der Banken wird nicht hinterfragt

Alle aktuellen Maßnahmen sollen dazu dienen, die Banken vor weiteren Krisen zu schützen. Somit sind sie in der Lage, das heutige System beizubehalten. Die Regulierung stößt hier an ihre Grenzen. Die Bankenregulierung wurde 1930 in den USA verschärft. Für den Glass-Steagal-Act wurden 37 Seiten benötigt, für die heutige Regulieren wurden 848 Seiten verwendet. Hierdurch soll das Bankenrisiko begrenzt werden. Mit den Ausführungsbestimmungen wird die Regulierung auf 30.000 Seiten geschätzt.
Eine wirkungsvolle Regulierung setzt voraus, dass die Banken bei einem Fehlmanagement Pleite gehen können. Wenn das nicht eintritt, dann profitieren sie vor allem durch die Garantie des Staates, der im Zweifel einspringt. Es scheint richtig zu sein, einen geordneten Abwicklungsprozess für Banken in Europa zu schaffen. Bei den drei Billionen Euro Schulden muss trotzdem immer damit gerechnet werden, dass die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden.
In der Vergangenheit führe eine Überschuldungssituation schon häufiger zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten. 1936 kamen die Professoren Irving Fisher und Henry Simons auf die Idee, eine Geldschaffung durch Banken zu verbieten. Banken dürfen nur noch Geld verleihen, die sich als Einlagen in den Büchern befinden.

Quelle: Forschung und Wissen 

Anmerkung ZZA´: Das haben ja schon andere Länder auch versucht (Irak, Lybien...) eine Rothschild Zentralbank zu verweigern. Ich nehme stark an, das bald eine Dämon-Kratisierung in Island von irgend einem Vasallenstaat stattfinden wird. 

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