Montag, 25. Juli 2016

Der Brexit: Will England eine neue Weltordnung?

Andreas Popp im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt.
Nach dem Brexit wird es immer deutlicher: Eine völlig neue Weltordnung scheint in Vorbereitung zu sein. Verlieren die USA ihre Position als Weltpolizei? Welche neuen Verbindungen sind es, die auch die Welt-Leitwährung, den „Petro-Dollar“, schon bald abzulösen in der Lage sein könnten?
Während die weltweiten Massenmedien keinen Tag vergehen lassen, an dem sie den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union nicht als einen bedeutsamen Fehler darzustellen versuchen, welcher „ungeahnte wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen wird“, bewegen sich die Figuren auf dem Schachbrett im Hintergrund offenbar in eine ganz andere Richtung – ist der Brexit wirklich ein Damoklesschwert, welches über Europa und der Welt schwebt?
Im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt erläutert Andreas Popp zunächst die besondere historische Beziehung zwischen Großbritannien und den USA. Ein wichtiger Baustein, um diese „Verbindung“ zu verstehen: Der sogenannte Unabhängigkeitskrieg 1776. Wer wollte sich hier eigentlich von wem unabhängig machen? In dem Interview geht es um einen 1902 gegründeten „transatlantischen Club“, die Pilgergesellschaft (The Pilgrims Society), ein wichtiges Instrument, um die Freundschaft der beiden Mächte zu besiegeln. Doch welche Bedeutung hat die Pilgrims Society eigentlich bis heute, wenn es um das aktuelle, politische Geschehen auf dem Globus geht?
Das anglo-amerikanische Bündnis: Über weite Zeitläufe hinweg knirschte es hier immer wieder. So weigerte sich Washington unter anderem, an der Architektur des Commonwealth teilzunehmen, da es sich London gegenüber stets als gleichwertig einschätzte. Und bei der Gründung der EU lag der Fokus ganz offensichtlich darauf, die Machtstrukturen anderer Staaten auszuhebeln, indem man die Verträge der privaten Parteien über das geltende Recht stellte. Fatale Entwicklungen …

Doch wie hängen die Unabhängigkeitserklärung der USA gegenüber GB, die besondere Freundschaft der beiden Staaten, die beiden Weltkriege, die voranschreitende umfassende Privatisierung in den einzelnen Ländern, die EU, Deutschland und seine Instrumentalisierung, NATO, Gladio, das Commonwealth, die momentane katastrophale wirtschaftliche Lage der USA, TTIP, CETA, deutsche Überschüsse, die Leitwährung, chinesische Anleihen, die SCO, die City of London, das britische Königshaus und vieles mehr mit dem BREXIT zusammen? Wer ist Gewinner, wer Verlierer?

Die Machtachse der beiden Giganten scheint immer mehr zu bröckeln, auch wenn die zahllosen, geheimen Abkommen immer wieder dazu führten, daß andere Staaten weltweit zugunsten der wirtschaftlichen, aber auch imperialen Interessen, geschwächt und abhängig gemacht werden konnten.

Doch wie sieht es heute, ganz aktuell nach dem Brexit, in dem berühmten Machtzentrum aus?
Der Brexit bringt Licht ins Dunkel, vielleicht ist er weniger Fluch als Segen, eine große Chance eventuell, sich aus der globalen Unterwerfung privater Machtinteressen zu lösen.
Das Gespräch zwischen Andreas Popp und Michael Friedrich Vogt ist eine hochinteressante Analyse der momentanen, weltpolitischen Lage, die einen Ausblick auf eine möglicherweise überraschende Wende der derzeitigen Zustände in Europa bietet.