Mittwoch, 15. Juni 2016

Spiritualität und Wissenschaft



Spirituelle Wissenschaft und wissenschaftsbasierte Spiritualität

Ein Plädoyer für eine erkenntnisbasierte Spiritualität und eine spirituelle Wissenschaft
Michael Habecker

Würde und Katastrophe der Moderne

Neben den großen Segnungen die uns die Moderne gebracht hat, wie die Menschenrechte, die Frauenbewegung und gewaltige technologische Fortschritte, gab es auch Fehlentwicklungen die wir zu korrigieren haben, wenn wir die Menschheitskrisen des 21ten Jahrhunderts bewältigen wollen. War die Aufklärung zu ihrem Beginn etwa um 1500 noch eine Bewegung,  die Wissenschaftlichkeit, Emanzipation und Bewusstheit in alle Lebens- und Seinsbereiche bringen wollte, konzentrierte sich sie Aufmerksamkeit mit der Zeit zunehmend auf die naturwissenschaftliche Außenseite der Manifestation, und die Erforschung des Geistes oder der Innerlichkeit trat mehr und mehr in den Hintergrund, oder galt sogar als unwissenschaftlich[1]. Dies hat zur Konsequenz, dass in der Öffentlichkeit nur das als wirklich und real gilt, was äußerlich erkennbar und durch Messung beschreibbar ist, wohingegen der Bereich von Innerlichkeit irgendwo zwischen exotisch und esoterisch angesiedelt ist, aller geisteswissenschaftlichen Tradition zum Trotz. Wissenschaft wird heute vielfach gleichgesetzt mit Naturwissenschaft. Dies ist eine „moderne Katastrophe“, eine Einschränkung, die denjenigen, die den Menschen und die Welt wissenschaftlich verstehen wollen, lediglich das Äußerliche und quantitative zur Verfügung stellt. Doch die Zukunft der Menschheit hängt nicht nur von unserem naturwissenschaftlichen Verstehen der Welt und des Menschen, sondern noch mehr vom geistigen Verstehen beider ab, von Intentionen, Hoffnungen, Ängsten und individueller und kollektiver innerlichen Entwicklung, um nur ein paar wenige Aspekte des „Weltinnenraums“[2] der Schöpfung zu beschreiben.

Die Wissenschaft des Innerlichen

Wir wollen und können, das ist klar, nicht mehr hinter einem wissenschaftlichen Anspruch zurückbleiben, sondern unsere Erkenntnisse auf so sichere Grundlagen wie nur möglich stellen, aber wir wollen auch, dass alle Aspekte des Lebens und Seins dabei berücksichtigt werden. Dabei ist durch die Veröffentlichungen des amerikanischen Philosophen und Autors Ken Wilber, beginnend in den Jahren 2003[3], wertvolle Grundlagenarbeit geleistet worden, auf der aufgebaut werden kann. Dieses Modell soll im Folgenden im Hinblick auf seine Anwendbarkweit für eine wissenschaftliche begründete Spiritualität betrachtet werden. 

Vier Quadranten
Ausgehend von vier vermuteten Grunddimensionen aller Manifestation, dem Innerlichen und Äußerlichen, und dem Individuellen und Kollektiven, lassen sich vier voneinander unterschiedene, wenn auch miteinander zusammenhängende Daseinsbereiche differenzieren, die von Wilber so genannten „Vier Quadranten“:

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