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Freitag, 10. Juni 2016

Finnland hat das europaweit erste Grundeinkommen-Experiment beschlossen

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist in Europa angekommen. Es ist zwar nur ein one-liner, dafür aber einer, der das Potential hat, Geschichte zu schreiben:
In Finnland hat man sich darauf geeinigt, das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) zu testen.
Manchmal ist eben der Wunsch der Vater des Gedanken: Geld – einfach so – von der Wiege bis zur Bahre.
Offenbar beschäftigen sich immer mehr Menschen mit dieser Idee – und nicht nur das: Sie sind sogar der Ansicht, dass das eine sinnvolle Sache ist, was es in der Tat ist.


Den Finnen gefällt das
Finnlands Arbeitslosenquote nähert sich der 10 Prozent-Marke. Sie ist so hoch wie in den letzten 15 Jahren nicht mehr.
Die finnische Wirtschaft hat seit Jahren Mühe sich zu behaupten und durch die fortschreitende Automatisierung drohen weitere Arbeitsplätze in großen Mengen wegzufallen.
Neue Lösungen müssen her. Was also ist die geeignete Antwort auf all diese Probleme? Richtig! Das bedingungslose Grundeinkommen! Finnland probiert ´s aus.
Die Einführung eines Grundeinkommen-Experiments ist nun tatsächlich wortwörtlich festgeschrieben.
Die Finnen experimentieren das BGE in einem aufschlussreichen Feldversuch erstmals unter realen europäischen Bedingungen. Das Grundeinkommen-Experiment Finnlands wird darum international natürlich mit großem Interesse beäugt.
Auch andere Länder suchen Konzepte und Antworten auf drängende Fragen. Finnland gibt hier den Vorreiter – den Pionier.
Man erhofft sich davon eine effizientere Organisation des Sozialstaates, wenn alle Transferleistungen wie Kindergeld, Rente, Wohngeld und Sozialhilfe durch einen fixen Betrag zur Grundsicherung (der unabhängig von Alter und Einkommen monatlich ausgezahlt wird) ersetzt werden.
Das Konzept
Rund 10.000 Menschen – sogenannte Probanden – kommen in Finnland für die Dauer von 2 Jahren in den Genuss eines monatlichen Grundeinkommens. Ob die Person arbeitet oder nicht, ist für das Grundeinkommen irrelevant.
Das Grundeinkommen ist garantiert und es muss nichts dafür geleistet werden. Wer zusätzlich arbeitet, hat entsprechend zusätzlich mehr.
2 Gruppen: Die Teilnehmer des BGE-Experiments werden dabei in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe stellt den nationalen Querschnitt dar – bei der anderen Gruppe werden Menschen ausgewählt, für die das BGE besonders wichtig wäre.
Jeder dieser Menschen in Finnland soll ein Grundeinkommen bekommen. Ohne Bedingung. Unabhängig von Lebenssituation, Arbeitsverhältnis und Bedürfnisse.
Im Gegenzug zum BGE fallen die meisten Sozialleistungen komplett weg – also auch das Arbeitslosengeld. Einige der Sozialleistungen wie z.B. die Mietkostenunterstützung sollen aber erhalten bleiben.
Einkommen
BGE-Höhe: Das finnische Grundeinkommen soll durchschnittlich rund 550-800 Euro pro Monat betragen.
Zum Vergleich: Das durchschnittliche Einkommen in Finnland liegt bei etwa 2500 Euro.
Arbeitslosengeld: Das finnische Arbeitslosengeld beträgt durchschnittlich ca. 550 Euro.
Start
Für den Start des finnischen Grundeinkommens ist die zweite Jahreshälfte 2016 vorgesehen.
Finnland investiert insgesamt 20 Millionen Euro in das europaweit bisher einmalige BGE-Projekt.
Das sind die geschätzten Kosten für die Dauer von 2 Jahren. Erst danach soll Bilanz gezogen und entschieden werden, ob das bedingungslose Grundeinkommen eine Zukunft hat und flächendeckend in Finnland eingeführt wird.
Die Finninnen und Finnen sind begeistert von der BGE-Idee. Weniger Staat (weil es nur noch eine einzige Sozialleistung gibt) und mehr Freiheit für jeden Einzelnen.
Gewerkschaften sagen NEIN
Auf den ersten Blick ist es überraschend, dass sich die Gewerkschaften gegen die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens aussprechen. Warum?
Ganz einfach: Sie fürchten sie sich vor Machtverlust und Bedeutungslosigkeit.
Wenn das Grundeinkommen flächendeckend eingeführt würde, fällt auch gleich der Grund weg, in eine Gewerkschaft einzutreten.
Die Folge davon wäre ein deutlicher Machtverlust ihrerseits. Also ist man selbstverständlich gegen das Grundeinkommen, doch so offenbaren die Gewerkschaften letzten Endes nur, dass ihnen offenbar mehr an sich selber liegt, als am Wohlergehen der Bevölkerung.
Grundeinkommen bald auch in Holland
Auch Holland kennt bald das bedingungslose Grundeinkommen – genauer: die 330.000 Einwohner der Stadt Utrecht.
Mit dem Feldversuch sollen die Auswirkungen eines BGE untersucht werden. Das Pilotprojekt befindet sich seit zwei Jahren in Planung und soll 2017 beginnen.
3 Gruppen: Rund 300 BGE-Teilnehmer erhalten regelmässige Zuwendungen durch den Staat. Dabei werden die Probanden in drei Gruppen geteilt.
Die erste Gruppe erhält die Standard-Sozialhilfe. Die zweite Gruppe erhält ihr Einkommen nach einem Anreiz- und Bonussystem.
Die dritte Gruppe erhält das bedingungslose Grundeinkommen vollumfänglich in der Höhe von 900 Euro für Singles und 1300 Euro für Familien.
Grundeinkommen in Kanada
Als eines der ersten Länder kam Kanada mit dem bedingungslosen Grundeinkommen in Berührung.
In den 70er-Jahren sammelten die Kanadier mit dem Pilotprojekt „Mincome-Experiment“ in der Stadt Dauphin wichtige Erfahrungen.
Dabei erhielten nicht nur Bedürftige, sondern alle Einwohner Dauphins fünf Jahre lang ein Grundeinkommen von 100 kanadischen Dollar pro Monat. Die Stadt blühte regelrecht auf.
Der Skandal
Im Jahr 1977 endete die BGE-Studie abrupt. Noch dazu waren „plötzlich“ alle Studienergebnisse „verschollen“. Jahrelang.
Erst im Jahr 2009 kamen, dank der Professorin Evelyn Forget von der Universität Manitoba, die Ergebnisse dieser Studie wieder zum Vorschein.
Schaut man sich die Studienergebnisse an, so muss man sich nicht wundern, warum diese „plötzlich“ verschwunden waren, denn die Sache ist nämlich die:
Der kanadischen Professorin zufolge sank die Zahl der Arztbesuche bei den Teilnehmern am BGE deutlich.
Eine weitere Folge äußerte sich darin, dass Jugendliche sich vermehrt entschieden, länger in die Schule zu gehen.
Positiver Einfluss
Laut neusten Studien kann das bedingungslose Grundeinkommen das seelische und körperliche Wohlbefinden bei BGE-Beziehern deutlich steigern.
Für Wissenschaftlerin Kati Kuitto von der Denkfabrik „Finnish Center for Pensions“ gibt es zwei wesentliche Gründe für das Grundeinkommen:
„Zum einen werden auch geringfügige Beschäftigungen attraktiv, weil die Grundversorgung sichergestellt ist – zum anderen fallen die meisten anderen Sozialleistungen weg.
Das System wird dadurch massiv vereinfacht und effizienter“, sagt Kuitto.
In Deutschland sind solche Pläne bezüglich eines Grundeinkommens bisher natürlich kein Thema.
Da muss wohl erst das Nachfolgenazigesindel entfernt werden, welches in den sogenannten deutschen Parlamenten auf Kosten und zum Schaden der Bevölkerung „Regierung“ und „Opposition“ spielt, bevor das Grundeinkommen hierzulande endlich zum Thema werden kann.
Auch Alexander Spermann vom „Institut der Zukunft für Arbeit“ (IZA) in Bonn sperrt sich für ein Grundeinkommen:
„Ein Grundeinkommen eignet sich nicht, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen“.
Offenbar hat Spermann noch nicht verstanden, dass Arbeitslosigkeit nicht bekämpft werden soll, sondern dass Arbeitslosigkeit der Sinn und das Ziel der Sache ist.
Der Mensch ist nämlich nicht zum Arbeiten auf der Welt, sondern um in Freiheit das Leben zu genießen. Arbeit ist dabei nur ein Störfaktor.
„Eine solche sozialpolitische Leistung gibt möglicherweise einen Anreiz, bislang wenig attraktive Jobs anzunehmen. Neue Jobs entstehen so aber nicht“, so Spermann weiter.
Offenbar hat Spermann auch noch nicht verstanden, dass auf neue Jobs gar keiner scharf ist, sondern der Sinn der Sache darin liegt, die Menschen von der Arbeit möglichst weit fernzuhalten.
Dadurch entsteht nämlich mehr Freiheit, welche sich die Menschen nicht nur wünschen, sondern mehr als verdient haben.
Der englische Philosoph, John Locke (1632-1704), sagte einmal: „Alle Menschen haben einen Rechtsanspruch auf vollkommene Freiheit und Gleichheit“.
Thomas Paine (1737-1809), einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, plädierte dafür, dass die amerikanischen Menschen jährliche Entschädigungen für das Land erhalten, das anfangs naturbelassen war und allen gemeinsam gehörte.

Finnland hat das europaweit erste Grundeinkommen-Experiment beschlossen.

In Deutschland wirbt der Milliardär Götz Werner als einer der prominentesten Befürworter schon seit dem Jahr 2005 für ein bedingungsloses Grundeinkommen: „Die Wirtschaft hat die Aufgabe, die Menschen von der Arbeit zu befreien“.

Quelle:  https://newstopaktuell.wordpress.com/

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