Montag, 13. Juni 2016

Die Vorteile von Kokosöl liegen auf der Hand

Dr. Joseph Mercola

Kokosöl hat in der letzten Zeit aus verschiedensten Gründen für Schlagzeilen gesorgt. Es wird überraschend vielseitig verwendet – natürlich als Lebensmittel, aber auch zu vielen anderen gesundheitlichen Zwecken. Manche davon sind wirklich erstaunlich.


Kokosöl hat anscheinend einen Sprung von »Was ist das?« zu »Es ist ein Superfood!« gemacht, weil Menschen überall auf der Welt erkennen, was es ihnen bringen kann.



In Bezug auf den Nährstoffgehalt lässt sich sagen, dass die Fettsäuren im Kokosöl der Gesundheit auf mehrere Arten nutzen. Sie stärken beispielsweise die Hirnfunktion, stimulieren den Stoffwechsel, produzieren Energie und helfen, überschüssiges Körperfett loszuwerden. All das wurde in Studien mit Menschen, die regelmäßig große Mengen an Kokosöl konsumieren, nachgewiesen. Hier sind nun einige der größten Vorteile von Kokosöl.

Die Fettsäuren des Kokosöls sind gut für die Gesundheit

Vielleicht haben Sie schon gehört, dass gesättigte Fettsäuren – einst als Hauptverursacher von Herzkrankheiten verschrien – inzwischen nachweislich als nützlich und notwendig für die Gesundheit erachtet werden. Die gute Nachricht: Kokosöl ist eine der weltweit besten Quellen für gesättigte Fettsäuren. Tatsächlich bilden gesättigte Fettsäuren rund 90 Prozent seines Fettgehalts.

Statt die Arterien zu verstopfen, das Herz-Kreislauf-System zu belasten und auf schnellstem Weg zum Schlaganfall zu führen, hat eine bedeutende Metaanalyse1 keinerlei signifikante Hinweise erbracht, dass gesättigte Fettsäuren irgendetwas davon verursachen würden. Vielmehr tun sie dem Körper sogar sehr gut.

Kokosöl enthält mittelkettige Triglyceride (MKT), die für Patienten mit bestimmten Hirnstörungen und Epilepsie von therapeutischem Wert sind und sogar vor der Alzheimer-Krankheit schützen können.2

Wo Kokosöl im Einsatz ist, geht es den Menschen gut

Untersucht man überall auf dem Globus Bevölkerungsgruppen, die seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten Kokosöl konsumieren, wird ein medizinischer Unterschied zwischen diesen Menschen und denen in den sogenannten »aufgeklärten« Erste-Welt-Ländern deutlich: Erstere sind gesünder!

Ein Beispiel: In polynesischen Regionen wie Tokelau und Pukapuka, wo viel Kokosnüsse gegessen werden, hat man Personen hinsichtlich ihres Konsums gesättigter Fettsäuren und ihrem LDL-Cholesterin- und Sucrosespiegel untersucht.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass »Gefäßkrankheiten in beiden Gruppen selten waren und es keine Hinweise darauf gab, dass die Zufuhr gesättigter Fettsäuren irgendeine negative Auswirkung hätte«.3

Ein anderes Paradebeispiel sind die Kitava in Papua-Neuguinea, deren traditionelle Essgewohnheiten vom Westen in keinster Weise beeinflusst sind. Sie essen viel Knollengemüse, Obst und Fisch, und auch Kokosöl gehört zu ihren Grundnahrungsmitteln.

Keine der in der Studie4 untersuchten Personen hatte jemals mit Schlaganfall, plötzlichem Herztod, Schwäche, Hirnkrankheiten oder Brustschmerzen bei schwerem Heben zu tun. Und bei keiner wurde eine koronare Arterienkrankheit diagnostiziert.

Man kann nur feststellen, dass viele Bevölkerungsgruppen in der ganzen Welt, statt krank und schwach zu sein, es viel besser als »höher entwickelte« Teile der Welt geschafft haben, ihre traditionellen Essgewohnheiten mit viel Kokosöl beizubehalten.

Triglyceride, Fett und wo es drin ist


Ganz egal, wohin Sie reisen: Fast jeder Ort dieser Erde ist von der westlichen Küche beeinflusst, und zwar nicht eben auf positive Art und Weise.

Dort, wo es viele Fettleibige in der Bevölkerung gibt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass fehlgeleitete und schädliche Essgewohnheiten wie etwa eine fettarme Ernährung mit zu viel industriell verarbeitetem CAFO (Concentrated Animal Feeding Operation)-Fleisch und zu wenig Gemüse und gesunden Fetten vorherrschen.

Manch einer glaubt, alles drehe sich um die Kalorienzufuhr.

Doch Menschen, die darauf achten, welches Essen tatsächlich gesund ist und welches nicht, verstehen, dass das so nicht stimmt. Vielmehr dreht sich alles um die Substanz hinter den Kalorien.

Mittelkettige Fettsäuren oder Triglyceride machen etwa zwei Drittel der Gesamtfettsäuren von Kokosöl aus. Das heißt:5
»Speisefette sind Moleküle, die aus einzelnen Kohlenstoffatomen bestehen, die zu Ketten aus zwei bis 22 Kohlenstoffatomen verbunden sind. Langkettige Fettsäuren bzw. Triglyceride (LKT) mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen sind die vorherrschende Fettform in der amerikanischen Ernährung.
MKT hingegen bestehen aus nur 6 bis 10 Kohlenstoffverbindungen. Aufgrund der geringeren Länge haben sie zahlreiche einzigartige Eigenschaften, durch die sie den gängigeren LKT überlegen sind.«

Fazit: Wenn Sie Fette in Form mittelkettiger Triglyceride zu sich nehmen, profitiert Ihr Körper.

Ein gutes Beispiel lieferte eine Studie mit sieben gesunden Männern, deren Stoffwechselfunktion im Zusammenhang mit den aufgenommenen Triglyceriden untersucht wurde. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die langfristige Ersetzung langkettiger durch mittelkettige Fettsäuren »zu Gewichtsverlust führte, wenn die Energiezufuhr konstant blieb«.6 Ein potenzieller Nutzen der MKT ist also Gewichtsabnahme.

Kokosöl zerstört Mikroorganismen

Laurinsäure macht in Kokosöl etwa die Hälfte der Fettsäuren aus. Während des Verdauungsprozesses verwandelt sich Kokosöl in ein Monoglycerid namens Monolaurin. Beide Substanzen können schädliche Pathogene wie Pilze, Bakterien und Viren ausschalten.

Staphylococcus aureus und Candida albicans, häufige Auslöser von Hefepilzinfektionen, sind die berüchtigsten Pathogene, die von diesen Komponenten des Kokosöls in Studien7,8 bekämpft werden konnten.

Kokosöl wirkt auch bei Pilzinfektionen wie Fußpilz und Ringelflechte. Das European Journal of Pediatrics berichtete sogar, dass bei Kopfläusen eine Kombination aus Kokosöl und Anis fast doppelt so effektiv war wie die für gewöhnlich verordnete (und toxische) Permethrin-Lotion. Im Artikel heißt es:9
»Das Spray war bei der Heilung deutlich erfolgreicher (41/50, 82,0 Prozent) als Permethrin (21/50, 42,0 Prozent). Die Per-Protocol-Analyse ergab einen Erfolg von 83,3 bzw. 44,7 Prozent.«
Sie wollen abnehmen? Kokosöl reduziert den Appetit

Viele Menschen geben viel Geld aus auf der Suche nach einer Substanz, die wirklich ihren Appetit zügeln kann, damit sie weniger essen und Gewicht verlieren. Welch glücklicher Zufall, dass Kokosöl das tatsächlich bewirken kann! Das hat mit den Fettsäuren zu tun, die Sie aufnehmen und verstoffwechseln.

Ketonkörper, die entstehen, wenn Sie Fett in Energie umwandeln, sind ein alternativer Kraftstoff für Ihr Gehirn. Sie werden gebildet, wenn Sie Kokosöl verdauen.

Eine Studie an Männern zeigte, dass der Konsum von mittelkettigen Triglyceriden (MKT) zum Frühstück dazu führte, dass bis zum Mittag allgemein weniger gegessen wurde.10 Sie nahmen über den Tag verteilt im Schnitt 256 weniger Kalorien zu sich.11

Die ketogene Ernährung mit wenig Kohlenhydraten und viel Fett kann zur Heilung einer ganzen Reihe anderer Gesundheitsprobleme beitragen. So hat sie sich etwa als wirksam in der Reduzierung epileptischer Krämpfe bei arzneimittelresistenten Kindern12 sowie bei anderen Personen mit Epilepsie erwiesen.

Wissenschaftler vom New York Obesity Research Center an der Columbia University berichteten:13
»Die Aufnahme von MKT als Teil des Gewichtsreduktionsplans erbrachte im Vergleich zum Konsum von Olivenöl eine vermehrte Gewichtsabnahme. Sie können eine Diät erfolgreich unterstützen. Kleine Veränderungen in den Eigenschaften des konsumierten Fettes können demnach die Gewichtsabnahme ankurbeln.«

Kokosöl kann Ihren Cholesterinwert verbessern

Wie bereits erwähnt ist die Kokosnuss zwar voller gesunder gesättigter Fettsäuren, verschlechtert aber nicht Ihre Blutfettwerte, wie es Ihnen die Lebensmittel- und Medizinindustrie seit Jahrzehnten weismacht. Tatsächlich heben gesättigte Fettsäuren Ihren (guten) HDL-Cholesterinspiegel, während sie Ihr LDL umformen. In dem Bericht heißt es:14
»Ein hoher Konsum gesättigter Fettsäuren steht in Zusammenhang mit höheren Konzentrationen von größeren, cholesterinangereicherten LDL-Partikeln, und diese treten zusammen mit verminderter HL(Hepatische-Lipase)-Aktivität auf.«

Kokosöl hilft Ihnen, die optimalen Cholesterinwerte beizubehalten. Eine Studie mit 40 Frauen zeigte, dass Kokosöl – im Vergleich zu Sojaöl – den HDL-Wert erhöhte und das LDL:HDL-Verhältnis senkte, während der Taillenumfang geringer wurde. Andererseits ließ Sojaöl den gesunden HDL-Wert sinken.15

Kokosöl in Kosmetika, Putz- und sogar Insektenschutzmitteln

Falls Sie sich noch nie mit all den außergewöhnlichen Einsatzgebieten von Kokosöl beschäftigt haben, werden Sie jetzt angenehm überrascht sein: Außer dass es das Herz gesund hält und das Schlaganfallrisiko senkt, stärkt es nachweislich das Immunsystem und sorgt für eine ebenmäßige, geschmeidige Haut.

Kokosöl wirkt hervorragend als Wasch- und als Rasierlotion. Reibt man es in trockenes, lebloses Haar ein und lässt es 15 Minuten wirken, sorgt es für Feuchtigkeit und Glanz.

Es hat zwar nicht den minzigen Nachgeschmack der meisten Zahncremes, doch die Anwendung vor dem Zubettgehen erfrischt den Atem und tötet Bakterien ab, die Zahnbelag und andere Probleme hervorrufen können – und das ganz ohne Fluorid (und falls Sie den Minzgeschmack vermissen, geben Sie einfach einen Tropfen essenzielles Pefferminzöl dazu). Sind Sie auf der Suche nach einem natürlichen Deodorant, das lange wirkt und keine potenzielle Gefahr durch die Zugabe von Aluminium darstellt, dann vermischen Sie Folgendes:
  • 3 EL Bio-Kokosöl
  • 3 EL nicht gentechnisch veränderte Maisstärke oder Pfeilwurzpulver
  • 3 EL Backnatron oder Backpulver
  • 2 Tropfen essenzielles Öl Ihrer Wahl oder 1 Prise Nelkenpulver

Ein gutes Rezept für ein Insektenschutzmittel besteht aus Kokosöl und einem hochwertigen essenziellen Öl wie z. B. Pfefferminze, Melisse, Rosmarin, Teebaum oder Vanille. Es hält Insekten genauso gut ab wie giftige Sprays.

Unwissenheit schützt vor Schaden nicht

Trotz all der klinischen Belege für das Gegenteil behauptet das Center for Science in the Public Interest (CSPI)16 nach wie vor, es gebe »keine stichhaltigen Beweise« dafür, dass Kokosöl irgendeine der genannten Funktionen erfülle. Das CSPI widerspricht sogar der Empfehlung, Pflanzenöle wie z. B. Rapsöl durch Kokosöl zu ersetzen.

In einem weiteren eindeutig ignoranten Schritt unterstützt das CSPI sogar die auf Profit bedachte Biotech-Industrie, indem sie verkündet, die »Angst« vor GMOs (gentechnisch veränderten Organismen) sei »irrational« und GMO-Produkte seien »sicher für den Verzehr«.

Gleichzeitig wurde ein von 300 Wissenschaftlern, Forschern und Ärzten unterzeichnetes Statement veröffentlicht, laut dem die Behauptungen über die Sicherheit von GMOs als »falsch interpretiert« bezeichnet werden. Es liegt auf der Hand: Irgendwer sagt hier nicht die Wahrheit oder hat nicht die nötige Sorgfalt walten lassen, um sie herauszufinden.

Dies ist nicht die einzige Diskrepanz in der Welt der angeblich »wahren Wissenschaften«, die ausschließlich im Interesse der Gesundheit handeln. Die Arzneimittelbehörde (FDA) tat sich jüngst mit dem Vorschlag hervor, dass ab 2018 nur noch von ihr zugelassene gehärtete Fette (Transfette) in Lebensmitteln erlaubt seien – eben aufgrund ihrer potenziellen gesundheitlichen Risiken. Dabei war es die FDA die in den 1980er-Jahren dafür sorgte, dass Transfette überhaupt erst auf den Markt kamen.

In den 1980er-Jahren führte das CSPI eine sehr erfolgreiche Kampagne gegen die Verwendung gesunder gesättigter Fettsäuren an und warb für Transfettsäuren als die gesündere Alternative. Betrachten Sie also die offizielle Haltung gegen Kokosöl mit größter Vorsicht. Hören Sie nicht auf diese Schwarzmaler, sondern auf echte Wissenschaft: Kokosöl wurde auf Herz und Nieren geprüft, und seine Vorteile liegen auf der Hand.



Anmerkung:

Am J Clin Nutrition, 13. Januar 2010; 27725
Authority Nutrition, Mai 2016
Am J Clin Nutr, August 1981;34(8):1552–1561
J Intern Med, März 1993; 233(3):269–275
Nutrition Re, 22. April, 2013
Am J Clin Nutr, November 1986;44(5):630–634
J Bacteriol, Mai 2000; 182(9):2668–2671
J Med Food, Juni 2007; 10(2):284–287
Eur J Pediatr., Januar 2010;169(1):55–62
10 Am J Clin Nutr., August 1998:68(2):226–234
11 Int J Obes Relat Metab Disord., Mai 1996:20(5):435–444
12 The Lancet, Juni 2008
13 Am J Clin Nutr, März 2008;87(3):621–626
14 Am J Clin Nutr, Mai 1998; 103(5) 828–836
15 Lipids, Juli 2009; 44(7):593–601
16 CSPI, Juni 2012


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