Donnerstag, 7. April 2016

Die ungelösten Rätsel der Menschheit


Gibt es eine Weltformel? Wie alt können wir werden? Woraus besteht das Universum? Warum haben wir so wenige Gene? Was ist Bewusstsein? Die wichtigsten Fragen der Menschheit bleiben bis heute ungelöst…
Es ist erstaunlich: Trotz einer geradezu grotesk hohen Wissensvermehrung durch die digitalen Medien und Projekte wie „Wikipedia“ – aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass sich das Wissen der Welt etwa alle fünf bis zwölf Jahre verdoppelt, wobei sich diese Rate noch beschleunigt – tritt die Menschheit bei den grundlegendsten Fragen auf der Stelle. Hier ein kleiner Überblick über den Stand des (Nicht-) Wissens:


Gibt es eine Weltformel?

Albert Einstein (1879-1955), Deutschlands bedeutendster Forscher, widmete der Suche nach der Weltformel, einer Theorie von allem, 30 Jahre seines Lebens. Doch selbst er scheiterte. Die Schwierigkeit besteht darin, die vier Kräfte, die wir kennen, widerspruchsfrei zu vereinigen: die elektromagnetische Kraft, die schwache und die starke Kernkraft sowie die Schwerkraft. Zwar gibt es zwei Theorien, mit denen sich die Kräfte gut beschreiben lassen – die Quantentheorie für die Welt der Atome und die Relativitätstheorie für die Welt des Kosmos. Das Problem ist nur: Die Quantentheorie und die Relativitätstheorie passen nicht zusammen. Stringtheoretiker versuchen, beide Theorien zu vereinen, indem sie sagen: Der kleinste Baustein der Materie ist nicht ein Partikel, sondern eine Art schwingende Saite, bestehend aus purer Energie. Diese Energie kann zur gleichen Zeit verschiedene Positionen einnehmen, die sogenannten Superpositionszustände. Klingt mystisch? Ist es zum Teil auch: Die Stringtheorie ist bislang nicht bewiesen, und so mancher Physiker glaubt, dass man sie nie wird beweisen können. Ob es jemals eine Weltformel gibt, ist damit fast so ungewiss wie zu Einsteins Lebzeiten.

Wie alt können wir werden?

Um 1750 lag die Lebenserwartung bei kaum mehr als 30 Jahren. Allein in den vergangenen 130 Jahren hat sich die durchschnittliche Lebenszeit etwas mehr als verdoppelt. In Deutschland lag sie für neugeborene Mädchen laut Statistischem Bundesamt zuletzt im Schnitt bei rund 83, für Jungen bei fast 78 Jahren. Gibt es ein biologisches Limit unseres Lebensalters? Und wenn ja, wo liegt die Grenze? Bei 120? 130? Oder ließe sich diese Zahl beliebig weit ausdehnen, auf 280 oder 500? Manche Gerontologen sagen: Es wird uns in Zukunft gelingen, nicht gerade unsterblich, aber doch sehr viel älter zu werden als heute. In Tierversuchen von Spinnen bis hin zu Mäusen zeigt sich: Schon eine einfache Kalorienreduktion kann die Lebenserwartung verdoppeln. Wie genau der Alterungsprozess in den Zellen funktioniert und wie man ihn stoppen kann, weiß man nicht.
Einen Hinweis dafür, dass Altern und DNA-Reparatur zusammenhängen, liefert eine Erbkrankheit, das sogenannte „Werner-Syndrom“. Die Krankheit stellt das beste Modell für vorzeitiges Altern beim Menschen dar. Betroffene werden schon in jungen Jahren mit typischen Merkmalen des Alters konfrontiert. Dazu zählen vorzeitiges Ergrauen der Haare, Hautalterung, Diabetes, Arteriosklerose und Osteoporose. Ursache für diese Erkrankung ist ein defektes Gen. Dieses Gen trägt im Normalfall die Informationen für ein Enzym, das dafür verantwortlich ist die spiralige DNA aufzuwinden, um sie reparieren zu können. Der Mensch besitzt einen guten DNA-Reparaturmechanismus. Alleine durch UV-Strahlung wird die DNA unserer Hautzellen permanent geschädigt und glücklicherweise in den meisten Fällen erfolgreich repariert. Und so ist das Ziel dieses Forschungszweiges, die Fähigkeit zur DNA-Reparatur und den Schutz der DNA zu verbessern, um unsere Zellen langlebiger zu machen.

Woraus besteht das Universum?

Auch die Frage, woraus das Universum besteht, ist zu 95 Prozent ungelöst: Bereits in den 60er Jahren beobachteten Astronomen Galaxien, die so schnell um sich selbst drehen, dass ihre Sterne, wie in einer Zentrifuge, ganz an den Rand gedrückt werden, ja aus der Galaxie rausfliegen müssten. Die Tatsache, dass die Sterne in der Galaxie bleiben, ließ nur einen Schluss zu: Es muss eine dunkle Materie geben, die sie festhält. Eine Materie, die da ist, die wir aber nicht sehen können. Nach und nach wurde das Universum immer dunkler. Besonders rätselhaft ist die dunkle Energie – sie ist es, vermutet man, die das Universum auseinander treibt. Fünf Prozent herkömmliche, 25 Prozent dunkle Materie, 70 Prozent dunkle Energie – so scheint es sich mit den verschiedenen Stoffen  des Universums zu verhalten. Anders gesagt: 95 Prozent des Kosmos liegen im Dunkeln.

Warum haben wir so wenige Gene?

Es war die typische Lehrbuchweisheit: der Mensch hat 100.000 Erbanlagen, Gene genannt. Aber mit der Entzifferung unseres Erbguts stellte sich heraus, dass wir nur knapp ein Viertel besitzen, nämlich nur fast 25.000. Kaum mehr als der Fadenwurm und halb so viel wie der Reis. Wie können so wenige Gene ein so komplexes Wesen wie den Menschen erschaffen? Forscher stellten fest, dass es für die meisten Gene verschiedene „Lesarten“ gibt. Aus einer einzigen genetischen Bauanleitung werden so verschiedene Genprodukte hergestellt. Außerdem sorgt ein komplizierter biochemischer Apparat in den Zellen dafür, dass in jeder Zelle zu einem bestimmten Zeitpunkt auch nur ganz bestimmte Gene „angeschaltet“ werden. Am Ende steht der Mensch: Klasse statt Masse.

Was ist Bewusstsein?

Es ist das wahrscheinlich größte noch ungelöste Rätsel der Menschheit: das Bewusstsein. Warum hat der Mensch und andere Lebewesen ein Bewusstsein? Wo ist das Bewusstsein zu verorten? Produziert das Gehirn Bewusstsein oder ist es umgekehrt und das Bewusstsein ist die Grundlage von allem, was existiert? Bisher haben vor allem zwei Berufsgruppen versucht, diese Fragen zu lösen. Das sind zum einen die Neurowissenschaftler, die sich das Gehirn sehr genau angeschaut haben. Den Sitz des Bewusstseins im Gehirn haben sie bis heute aber nicht finden können. Und es sind die Philosophen, die sich mit dem Bewusstsein beschäftigen. Ihnen verdanken wir zumindest den Versuch, das Bewusstsein zu definieren. Die Philosophen versuchen durch reines Nachdenken das Rätsel des Bewusstseins zu lösen. Auch Sie sind bis heute an der Lösung des Problems gescheitert.
Woran liegt es, dass sich das Bewusstsein bis jetzt jeder Erklärung so hartnäckig widersetzt hat? Es liegt höchstwahrscheinlich am falschen beziehungsweise unvollständigen Weltbild. Die Neurowissenschaftler versuchen Bewusstsein rein mit der Materie zu erklären. Für sie produziert das Gehirn Gedanken, Gefühle, Wahrnehmungen und auch Bewusstsein. Das Bewusstsein ist für die Neurowissenschaftler nichts anderes als ein Produkt elektro-chemischer Vorgänge in den Neuronen und Synapsen. Ist das Gehirn tot, darf es ihrer Meinung nach auch kein Bewusstsein mehr geben. Bei den Philosophen gibt es zwar neben den Materialisten auch die Dualisten, die davon ausgehen, dass es neben der Welt aus Raum und Materie auch noch die geistige Welt gibt. Ihr Weltbild ist aber unvollständig, da sie nicht wissen, wie die beiden Welten miteinander verbunden sind.

Eine Definition von Bewusstsein

Da die Philosophen und Naturwissenschaftler bisher kläglich gescheitert sind, das Bewusstsein schlüssig zu erklären, haben spirituelle Erklärungen Hochkonjunktur. Die Klärung, was Bewusstsein ist, scheitert schon an den vielen verschiedenen Definitionen, die im Umlauf sind. Hier ein Definitionsversuch: „Bewusstsein tritt auf als ein Bewusstsein meiner selbst und einer nur mir zugänglichen Wahrnehmung, einer Empfindung, eines Gefühls oder eines Gedankens.“
Nach dem Philosophen Michael Plauen gibt es vier verschiedene Eigenschaften von Bewusstsein: Erstens kann man Bewusstsein als bloße Wachheit verstehen im Gegensatz zum Koma. Das Wachheit aber keine notwendige Bedingung für Bewusstsein ist, zeigen die vielen Menschen, die im Koma Nahtoderfahrungen hatten und diese detailliert erzählen konnten, als sie wieder aus dem Koma erwacht sind. Zweitens hat Bewusstsein ganz bestimme gedankliche Inhalte, die man mit einem Dass-Satz fassen kann: „Ich finde, dass Rom eine schöne Stadt ist“ oder „Ich fürchte, dass etwas Schreckliches passiert.“ Drittens hat Bewusstsein eine bestimme Qualität. Es fühlt sich auf eine bestimmte Art und Weise an, einen Schmerz zu spüren, verliebt zu sein oder eine Rotempfindung beim Sonnenuntergang zu haben. Diese subjektive Qualität der Bewusstseinszustände behindert nicht nur unsere Verständigung über diese Zustände, sondern erschwert auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung darüber. Viertens sprechen wir von Selbstbewusstsein, also von einem Bewusstsein, dass eine Person von sich selbst hat. Gemeint ist damit nicht nur, dass eine Person oder ein Lebewesen Bewusstheit von sich selbst hat. Vielmehr muss die Person auch wissen, dass sie selbst es ist, auf die sich dabei bezieht.   

Spirituelle Erklärungen des Bewusstseins

In vielen religiösen und spirituellen Richtungen gilt das Bewusstsein als die Grundlage, die Essenz von Allem. Der Schweizer Autor Armin Risi definiert Bewusstsein folgendermaßen: „Genauso wie jenseits der Dunkelheit die eigentliche Welt existiert, so ist jenseits der konstant veränderlichen materiellen Erscheinungsformen parallel und ewiglich die spirituelle Realität gegenwärtig, in der alles individuell und voller Bewusstsein ist. Es ist nicht die Materie, die das Bewusstsein und die Individualität hervorbringt, sondern es verhält sich gerade umgekehrt: Es ist Bewusstsein, das Materie hervorbringt. Das alldurchdringende Bewusstsein (Gott) bildet die Materie als beseelte Energie, und das Bewusstsein der zahllosen Seelen formt diese Materie und verleiht ihr die individuellen Erscheinungsformen. Die spirituelle Realität prägt die materielle Relativität.“
Den größten Zuspruch und Konsens erhalten neuerdings Definitionen über Bewusstsein von Naturwissenschaftlern, die sich von ihrem einseitigen materialistischen Weltbild abwenden, weil sie spirituelle Erfahrungen gemacht haben, die in ihr altes Weltbild nicht mehr reinpassen. Zu diesen Menschen zähle ich den Physiker Hans-Peter Dürr („Es gibt keine Materie“), den Physiker Dieter Schuster, auf dessen Thesen ich später noch eingehen werde und den Neurochirurg Eben Alexander, der nach seinen Nahtoderfahrungen während eines siebentägigen Komas ein sehr bewegendes Buch darüber geschrieben hat, wie sehr dieses Erlebnis sein Weltbild verändert hat.

Globales Bewusstsein

Haben die Esoteriker und spirituellen Mystiker Recht, wenn sie behaupten „Wir sind alle eins und jeder trägt den Funken des Göttlichen in sich?“ Doch die meisten Menschen empfinden ein Gefühl der Trennung. Nur sechs bis zehn Prozent der Menschheit haben ein globales Bewusstsein entwickelt, das heißt sie empfinden Mitgefühl mit allen lebenden Kreaturen und mit dem Zustand der Erde. Sie empfinden über die Grenzen ihrer Heimatregion, ihres Heimatlandes, ihres Heimatkontinents hinaus Verantwortung für die ganze Menschheit und den Planeten. Das sind zum Beispiel Menschen, die frei von Nationalismus und religiösem Fundamentalismus sind. Dieses globale Bewusstseinsfeld zu untersuchen hat der Biologe Rupert Sheldrake sich zur Lebensaufgabe gemacht. Er nimmt an, dass in den sogenannten „morphogenetischen Feldern“ die Bauanleitungen für das Wachstum und die Evolution von allen Lebewesen stecken. Dieses morphogenetische Feld soll eine Kraft zur Verfügung stellen, welche die Entwicklung eines Organismus steuert, sodass er eine Form annimmt, die anderen Exemplaren seiner Spezies ähnelt. Ein Rückkoppelungsmechanismus namens morphische Resonanz soll sowohl zu Veränderungen an diesem Muster führen als auch erklären, warum etwa Menschen während ihrer Entwicklung die spezifische Form ihrer Art annehmen.
Unklar bleibt, was diese Felder steuert, und einen Beweis für die Richtigkeit seiner Hypothese hat er bis heute nicht erbracht. Seinen Experimenten wirft man mangelhafte Methodik vor. Während die Naturwissenschaft ihn ablehnt, feiern ihn Kulturwissenschaftler als Brückenbauer zwischen Spiritualität und Naturwissenschaft. In die gleiche Kerbe schlagen C. G. Jungs „kollektives Unbewusstes“ und das Weltgedächtnis der Akasha-Chronik. Die Akasha-Chronik wurde durch den Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner (1861-1925)  bekannt und soll eine Art immaterielles Buch des Lebens sein, dass die gesamte Vergangenheit und Zukunft der Menschheit enthält. Rudolf Steiner behauptete, mittels übersinnlicher Wahrnehmungen in den Akasha-Chroniken lesen zu können.  
Der Deutsche Physiker Dieter Schuster erklärt sich die Bildung des Bewusstseins analog zu den morphogenetischen Feldern mit der Existenz eines Parallel-Universums: „Unser Universum besteht aus zwei Welten. Neben der Welt aus Raum und Materie gibt es auch noch die geistige Welt der Abbilder. Wenn sich ein Atom oder Molekül neu bildet, dann wird ein neues Abbild in der geistigen Welt erzeugt. Und es tauchen alle passenden Abbilder aus der geistigen Welt auf und erzeugen den Superpositionszustand des sich neu bildenden Atoms oder Moleküls. Aber die auftauchenden Abbilder erzeugen noch mehr, sie erzeugen auch Bewusstsein. Aktive Materie, also Materie, in der es die Neubildung von Atomen und Molekülen gibt, hat somit immer Bewusstsein.“

Nahtoderlebnisse

Für dieses zweite geistige Universum bleibt Dieter Schuster aber jeglichen Beweis schuldig, seine Hypothese, so schlüssig sie sich auch anhören mag, bleibt eine unbewiesene Behauptung. Auch für den amerikanischen Neurochirurgen Dr. Eben Alexander waren Nahtoderlebnisse und Parallel-Universen nichts weiter als Fantasien, als elektrochemische Zuckungen eines sterbenden Gehirns ohne jegliche Beweiskraft für ein Leben nach dem Tod oder dafür, dass das Bewusstsein die Basis von allem ist, was existiert. Dann erkrankte er selbst an einer äußerst seltenen Form von Hirnhautentzündung und fiel für sieben Tage ins Koma. Während die Gehirnfunktionen in seinem Neokortex nachweislich ausgefallen waren, machte er „ultrareale“ außerkörperliche Erfahrungen und tauchte ein in einen Bewusstseinsstrom, aus dem er universale Wahrheiten erfuhr, die er auch nach dem Aufwachen aus dem Koma in deutlicher Klarheit erinnern und aufschreiben konnte.
Nach diesem Erlebnis hatte sich Eben Alexanders Weltbild völlig gewandelt: „Was ich dort draußen erlebt habe, ist die unbeschreibliche Grenzenlosigkeit und Komplexität des Universums sowie die Tatsache, dass das Bewusstsein die Basis von allem ist, was existiert. Ich war so vollkommen damit verbunden, dass es oft keinen wirklichen Unterschied zwischen mir und der Welt gab, durch die ich mich bewegte.“
Was Eben Alexander durch sein Nahtoderlebnis erlebt hat, mussten auch schon viele Physiker, die die Materie erforscht haben (z. B Hans-Peter Dürr, Werner Heisenberg, Wolfgang Pauli, Niels Bohr, Erwin Schrödinger oder James Jeans) erfahren: Um das Universum auf einer tieferen Ebene wirklich erforschen zu können, mussten sie anerkennen, dass das Bewusstsein beim Ausmalen der Realität eine entscheidende Rolle spielt. Sie erkannten, dass es unmöglich ist, den Forscher von seinem Experiment zu trennen und die Realität ohne Bewusstsein zu erklären.
Vielleicht müssen wir Menschen schlicht und einfach anerkennen, dass die Kapazität und Komplexität unseres Gehirns zumindest zu Lebzeiten nicht ausreicht, um so etwas wie „Bewusstsein“ vollkommen zu erfassen, zu verstehen und zu erklären. Den besten Beweis dafür liefert Eben Alexander in seinen Schilderungen im Jenseits. Dort wird nicht etwa in Worten oder Gedanken über das Gehirn kommuniziert, sondern unmittelbar und direkt in Form von Licht, Farbe, Liebe und Schönheit: „Während ich empfing, war ich auf der Stelle und ohne jede Anstrengung in der Lage, Konzepte zu begreifen, für deren Verständnis ich in meinem irdischen Leben Jahre gebraucht hätte… Ich werde den Rest meines Lebens und noch viel mehr brauchen, um verarbeiten zu können, was ich dort oben gelernt habe.“ 

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