Erkennen • Erwachen • Verändern

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Sonntag, 20. März 2016

Versklavung eines ganzen Kontinentes – Afrika sagte NEIN zum Agrar-Genozid, den die USA und Europa ihm aufdrängen, und hat doch verloren!



Afrika wird unter Druck gesetzt, genmanipuliertes Saatgut zuzulassen. Bislang war die kommerzielle Nutzung von genmanipulierten Pflanzen lediglich in Südafrika, Sudan und Burkina Faso zugelassen. Nach langen Jahren des Protestes hat in Kenia die National Biosafety den Anbau von gentechnisch verändertem Mais im nationalen Bereich zugelassen. In Ghana zog eine Gruppe von Bürgerrechtlern, die Food Sovereignty Ghana (FSG), vor Gericht, um das National Biosafety Committee und das Landwirtschaftsministerium davon abzuhalten, genetisch modifizierte Kuherbsen und Reis freizugeben und zu kommerzialisieren, und verlor. Nachdem sich Simbabwe für das Verbot für gentechnisch veränderte Pflanzen und Lebensmittel ausgesprochen hatte, wird es unter Druck gesetzt. 


Obwohl GVOs in den USA und Asien bereits weit verbreitet sind, ist der Widerstand in Afrika nach wie vor groß. Afrika gibt jedes Jahr durchschnittlich 35 Milliarden US-Dollar für Lebensmittelprodukte aus Industrieländern aus, obwohl beinahe drei Viertel seiner Bevölkerung Bauern sind. Doch welche Chancen haben die Bauern, wenn der afrikanische Markt mit Billigprodukten aus den Industrieländern überschwemmt wird?
In dem Beitrag Hühnerkrieg – Afrika USA – Staatliche Erpressung zugunsten Fleischkonzerne – Chicken war South Africa and US-First US chickens hit SA supermarkets erläuterten wir Ihnen das Abkommen zwischen Afrika und den USA  – Africa Growth and Opportunity Act (AGOA). Dieses Abkommen wurde von Präsident Clinton im Mai 2000 unterzeichnet. Es sollte den Handel zwischen Afrika und den USA fördern. Um zu verhindern, dass Afrika mit Billig-Fleischprodukten aus USA überschwemmt wurde, verhängte Afrika ein Importverbot, bekannt unter „Chicken war“. 15 Jahre konnten sich die Afrikaner erfolgreich wehren, der „Chicken war“ – wurde nun auf Grund der Erpressungen seitens der USA verloren, denn die ersten Hähnchen sind nun in den Supermärkten Afrikas angekommen. Ohne Fleischimporte in Afrika aus den USA kein Handel mit den USA – Nutznießer der Erpressung: Tyson Foods – der Konzern ist der weltweit größte Vermarkter von Hähnchen-, Rind- und Schweinefleisch sowie der jährlich größte Exporteur von Rindfleisch aus den Vereinigten Staaten.

Genmanipuliertes Saatgut mithilfe der Europäischen Union?

Im Februar 2015 warben bei einem Besuch bei der EU in Brüssel Bill Gates und Melinda Gates auf Innovationen in der Landwirtschaft in Afrika hin, um Lebensmittelabhängigkeit und Unterernährung loszuwerden. „Mit einer dürreresistenten Maissorte, die genetisch verändert ist, könnte ein afrikanischer Bauer, männlich oder weiblich, 20 bis 30 Prozent mehr Ertrag aus der Farm holen. Wir denken, es ist an Kenia und Tansania und Südafrika zu entscheiden, ob das richtig für die Wirtschaft ist“, sagte Melinda Gates, Co-Vorsitzende der Bill and Melinda Gates Foundation.
Burkina Faso, der Sudan und Südafrika sind die einzigen afrikanischen Länder, die derzeit gentechnisch veränderte Pflanzen kommerzialisieren. Ägypten gab die GVO 2013 auf, wurde aber „gezwungen“, genmanipulierte Baumwollsaat zu verwenden und zwar von Deutschland. Genmodifizierte Baumwolle soll die Versorgung in Äthiopien mit Einsatzmitteln nachhaltig verbessern. Im Juni 2014, gleich nach der Regenzeit, sollten die Baumwollfarmer erstmalig genetisch modifiziertes Saatgut (GM crops) einsetzen und den Baumwollertrag, so die Erwartung, geradezu multiplizieren. Der Rohstoff soll dann die heimische Textil- und Bekleidungsindustrie beflügeln. Gegner solcher Pflanzen befürchten, dass das Beispiel in der Region Schule machen könnte, während Verkäufer von genetisch modifiziertem Saatgut genau dieses erhoffen, allen voran Unternehmen wie Dupont, Monsanto und Syngenta, die etwa 70% des weltweiten Saatgutmarkes kontrollieren. Lesen Sie dazu  auch Skandal – BASF, Nestlé, Coca Cola, Deutsche Bank u.v.m. sind Profiteure der Entwicklungshilfe
Man fragt sich, warum die Regierung von Burkina Faso sich ausgerechnet mit dem Chemiekonzern Monsanto, dem Hersteller von Agent Orange und Roundup, zusammengetan hatte. Burkina Faso ist eines der sieben ärmsten Länder der Welt. Langfristig, so hoffte die Regierung, wird die gentechnisch veränderte Baumwolle die burkinische Landwirtschaft ankurbeln und damit der vielbeschworenen Armutsbekämpfung dienen. Für Monsanto war Burkina Faso als Testgebiet für die Verbreitung von GVO in ganz Westafrika besonders attraktiv, weil das Land der größte Baumwollproduzent in der Region ist, noch vor Mali, Benin und der Elfenbeinküste.
Burkina Faso ist das schwächste Glied in der Kette: Sein langjähriger Staatspräsident Blaise Compaoré (1987 bis 2014) war zudem bemüht, seinen internationalen Ruf wiederherzustellen, der durch die Unterstützung des 2003 gestürzten liberianischen Präsidenten Charles Taylor gelitten hatte. So wurde Burkina Faso binnen weniger Jahre zum Musterschüler der Welthandelsorganisation (WTO). Der Abschluss mit Monsanto ist auch als politische Geste gegenüber den USA zu verstehen und seit 2003 steht die Förderung von Bt-Baumwolle ganz oben auf der Agenda.
Inzwischen haben sich einige Erzeugerverbände zu einem Anti-GVO-Bündnis zusammengeschlossen, der Vereinigung zum Schutz des genetischen Erbes Afrikas (Copagen). Auch Initiativen aus den Nachbarländern Benin, Mali, Elfenbeinküste, Niger, Togo und Senegal gehören dem Bündnis an. Trotz ihrer begrenzten Finanzmittel hat die Copagen im Februar 2007 eine Informationskampagne in der Region organisiert, um die Bevölkerung über die Risiken der GVOs aufzuklären. Die Aktion endete in einer Protestdemonstration gegen die Partnerschaftsabkommen mit der EU (WPA) und den Anbau transgener Pflanzen in Ouagadougou: “Nein zum Diktat der Multis”, “Nur Bio-Anbau ist echter Umweltschutz”.
“Die da oben arbeiten offensichtlich nicht in unserem Interesse”, brachte ein Teilnehmer sein Anliegen auf den Punkt: “Wir brauchen sofort und überall Aufklärung über die GVO-Risiken. In Afrika darf es keine GVO geben.”
Auch in Benin ziehen die Farmer jetzt organische Baumwolle und erhalten dafür eine Prämie. Die Käufer der Ware werten die ganze Lieferkette auf – vom Feld in die Spinnerei, in die Weberei bis zum fertigen Produkt. Das findet alles im eigenen Land statt und sorgt so für Arbeitsplätze für die dortige Bevölkerung. Einst hatte Sambia, das GVO-Baumwolle produzierte, Entfernungsanlagen, Webereien und Saatgut. Diese ganze Industrie kollabierte mit der Ankunft von „salaula“, der Second-Hand-Bekleidung. Dank der jetzt organisch angebauten Baumwolle kann die Industrie wieder belebt werden und kann diese Qualitätsprodukte bereit stellen. Siehe GMO-Cotton – auch afrikanische Bauern kehren Monsanto den Rücken – Farmers stand to lose over GMO cotton
Activists demonstrate against introduction of Genetically Modified foods in the country along Kenyatta Avenue in Nairobi on September 17, 2015. PHOTO | ROBERT NGUGI | NATION MEDIA GROUP
Nairobi on September 17, 2015. PHOTO | ROBERT NGUGI | NATION MEDIA GROUP

Auf seiner Firmenwebsite wirbt Monsanto damit, dass der Mais bis zu 21 Millionen mehr Menschen Nahrung bieten könnte. Monsanto hat für Afrika ein sogenanntes WEMA-Saatgut entwickelt. WEMA steht für „Wassereffizienter Mais für Afrika“ – die Pflanzen sollen mit besonders wenig Wasser auskommen – doch Afrika weigerte sich!

Kenia hatte sich gegen den Anbau und den Import von genmanipuliertem Saatgut ausgesprochen. „Wenn es Zweifel und Ungewissheiten an der Sicherheit von Lebensmittelprodukten gibt, müssen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen“, erklärte Gesundheitsministerin Mugo in Kenia, als sie 2012 genmanipulierte Lebensmittel verbot. Sie bezog sich dabei auf die erneute Debatte über die Risiken gentechnisch veränderter Lebensmittel, die in Europa durch eine Langzeitstudie an Ratten ausgelöst wurde.
Nachdem in Kenia 2015 bekannt wurde, dass President Uhuru Kenyatta sich für genmanipuliertes Saatgut ausgesprochen hatte, kam es zu Protesten in der Bevölkerung.


Die Regierung ließ verlauten, man wolle eigene Tests durchführen lassen, inwieweit GVO gesundheitsschädlich ist. Nach langen Jahren des Protestes hat in Kenia die National Biosafety den Anbau von gentechnisch verändertem Mais im nationalen Bereich zugelassen.
Fakt ist, dass die 10. Ministerkonferenz der WOT vom 15. bis 19. Dezember 2015 in Nairobi, Kenia stattfand. Hier fielen viele Entscheidungen, auch bezüglich der Landwirtschaft in Afrika, auch „Nairobi-Paket“ genannt. Hier ging es auch unter anderem um Baumwolle und um die weniger entwickelten Länder (LDC). Den Vorsitz hatte Kenias Minister für auswärtige Angelegenheiten und internationalen Handel Amina Mohamed.
Schon vor einigen Jahren wurde von der WTO der Global Trust Fund eingerichtet. Dieser Fonds soll Entwicklungsländern technische Hilfe anbieten, damit diese aktiv am Welthandel teilnehmen können. Bei der Doha-Runde wurde die Doha Development Agenda aufgestellt. Durch sie sollten bis zum Januar 2005 unter anderem Bereiche wie Landwirtschaft, Dienstleistungen und Marktzugang zugunsten der Entwicklungsländer liberalisiert werden. Doch neue Verpflichtungen sollen erst dann gültig werden, wenn die alten erfüllt sind. In Nairobi hoffte die WTO, die Doha-Entwicklungsagenda aus dem Jahr 2001 nach nun mehr 14 Jahren umsetzen zu können. Die Doha-Agenda sucht Handelsbarrieren zu entfernen, um Entwicklungsländern eine bessere Integration in die Weltwirtschaft zu ermöglichen. Was das bedeutet, wissen wir, seitdem jetzt die Hähnchen aus USA in den Regalen in Südafrika gelandet sind. Auch der Fall Burkina Faso mit der genmanipulierten Baumwolle hat immer noch ein negativen Beigeschmack.

 Die Globale Allianz für TRADE FACILITATION (TFA) (Handelserleichterung)

Für dieses Abkommen Global Alliance for Trade Facilitation haben sich das World Economic Forum, die Internationalen Handelskammern  und das Center for International Private Enterprise zusammen mit den Regierungen KanadasDeutschlands, des Vereinigten Königreichs und der Vereinigten Staaten zusammengeschlossen.
Director General of the World Trade Organisation, Roberto Carvalho, right, the Liberian President, Johnson Sirleaf, left, and Kenyan President, Uhuru Kenyatta, center, during the official opening of the Tenth WTO Ministerial Conference in Nairobi, Kenya, Dec. 15, 2015.
Das WEMA-Saatgut von Monsanto war bislang in Afrika nicht erwünscht, also werden alle Register gezogen, diese in Afrika auch zu platzieren. Wie oben bereits geschrieben, versuchte Bill Gates sein Glück in der EU in Brüssel.
Der Mais wurde zwar konventionell gezüchtet, doch Feldtests für die genmanipulierte Variante laufen bereits in Mosambik, Tansania und Uganda. Dass Monsantos Aussage, genmanipuliertes Saatgut würde die Welt ernähren können, nicht stimmt, bewiesen wir bereit in diesem Beitrag: Wir brauchen keine GVO, um die Welt zu ernähren.
Doch was Monsanto sich alles einfallen lässt, um sein genmanipuliertes Saatgut doch in Afrika loszuwerden, ist unglaublich. Und das mit Hilfe der USA, der G7-Staaten, der Bill Gates-Stiftung und weiteren. Alle in einem Boot, nur damit die Staaten in Afrika, die sich gegen Monsanto ausgesprochen hatten, nicht mehr genfrei bleiben können. Das ist die neue Art der Bevormundung und Versklavung im 21. Jahrhundert.
In Südafrika musste Monsanto im März 2014 die irreführende Werbung einstellen. Eine gute Nachricht erhielten wir im Mai 2014 aus Simbabwe: Das Verbot für gentechnisch veränderte Pflanzen und Lebensmittel bleibt erhalten. Die Regierung will auch zukünftig auf andere Initiativen zurückgreifen, um die Produktivität im Land auch ohne genmanipuliertes Saatgut zu erhöhen. Wie in anderen afrikanischen Ländern wird auch auf Simbabwe zunehmend Druck ausgeübt, das Verbot aufzuheben. Lesen Sie dazu TOPP: GVO-Lebensmittel bleibt in Simbabwe verboten – Zimbabwe: GMOs Remain Banned

Monsanto, Tansania und der G8-Gipfel – Monsanto gehört zur PARTNERSCHAFT FÜR DIE AFRIKANISCHE LANDWIRTSCHAFT – die von den jetzt nur noch G7- Ländern gefördert wird.

Der tansanische Präsident Jakaya Kikwete ( bis 2015 Präsident) war ein begeisterter Anhänger von Monsanto, doch aus der Bevölkerung bekommt er Gegenwind, denn auch dort begründen die Monsanto-Gegner, unter ihnen die Landwirtschaftsministerin Rose Kamili, dass wegen der Versklavung durch Monsanto in Indien mehr als 1000 Bauern Selbstmord auf Grund von Verschuldung durch überhöhte Preise begangen hatten. Sie erinnerte daran, dass Monsanto in Indien, Argentinien und in Chile auf der schwarzen Liste stünde, weil Samen an die Landwirte zu hohen Preisen verkauft wurden und es zu einer Katastrophe kam, woraufhin einige Nationen sogar rechtliche Schritte gegen Monsanto einleiteten. Das sagten dieAktivisten bereits im Juni 2013, nachdem bekannt wurde, dass der Präsident einen Pakt mit Monanto eingegangen war, mit Unterstützung des G8-Gipfels in USA: Auch G8-Mitglied Deutschland unterstützt die Allianz. Von 2012 bis 2014 hat die Bundesrepublik dafür 50,2 Millionen Euro zugesagt.
MonsantoZur Vorgeschichte:
Der Präsident von Tansania Kikwete wird das südliche Land Growth Corridor of Tanzania (SAGCOT) in den Mittelpunkt der neuen Partnerschaft stellen, die das landwirtschaftlichen Wachstum in dieser Region ermöglichen soll. Monsanto ist seit Beginn Partner der SAGCOT. Auf dem G8-Gipfel 2012 kündigte Monsanto die Unterstützung der lokalen Partner in Tansania an, um sie bei der Entwicklung von Systemen zu unterstützen, die die Produktivität und die Stärkung der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette für Mais und Gemüse erhöht. Monsantos Engagement für Afrika und Kleinbauern wächst weiter:
Angefangen beim ersten Engagement auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) „Neue Vision für die Landwirtschaft” über das aktuelle Engagement „Dürreresistenter Mais für Afrika (WEMA)“ und „Grow Afrika“. Alle Engagements haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zu helfen, das Leben der ländlichen afrikanischen Menschen zu verbessern. Die Bauern sollten mehr Bildung erhalten, die Infrastruktur und Innovationen verbessert werden. Und nicht nur Monsanto ist dabei. Hier alle Unterstützer, die am 08.September 2013 bei einer Veranstaltung dabei waren: Paul Bulcke von Nestlé, Jim Borrel von DuPont, Juan Ferreira von Monsanto, José Graziano da Silva, der neue Generaldirektor der Food and Agriculture Organization (FAO) , Kavita Prakash-Mani von Syngenta, Pascal Lamy, Generaldirektor der  Welthandels Oragnisation (WTO). Sie sehen, alle in einem Boot für Afrika. Nun die Frage, wer profitiert von dem Hunger? Lesen Sie unsere ganze Recherche: Die Gier nach Profit macht auch nicht vor dem WELTHUNGER halt! – Wohltat mit Profit?
Doch Afrika wehrt sich: Eine Allianz für Ernährungssouveränität in Afrika, ein Netzwerk von Kleinbauern, Hirten, Jägern und Sammlern, indigenen Völkern, Bürgern und Umweltschützern aus Afrika wollen kein genmanipuliertes Getreidesaatgut. Neben den gesundheitlichen Risiken fürchten sie die Abhängigkeit von einer kleinen Handvoll von Entscheidungsträgern, den Konzernen Monsanto,  SyngentaDuPontDow AgroSciences LLC,Bayer und BASF. Diese Konzerne bestimmen, welche Samen, welche genetischen Merkmale, welche chemischen Produkte erforderlich sind, die dann für Menschen in Afrika hergestellt werden.

Lesen Sie dazu auch Neues ‚Monsanto-Gesetz’ in Afrika könnte GVO-Einsatz erzwingen – 

Der Krieg um Nahrungsmittelsouveränität in Ghana

Das Parlament in Ghana unterstützt den Plant Breeders Bill. Dieses Gesetz enthält Regelungen, die es Farmern verbietet, traditionelle Landwirtschaft zu betreiben. Das Aufbewahren, der Austausch und das Züchten von Saatgut sollen verboten werden. Unter den neuen Gesetzen, die das geistige Eigentum der Bio-Tech-Industrie schützen sollen, wird Bauern mit hohen Strafen gedroht, wenn sie auch nur irgendetwas anbauen, was „patentiert“ wurde, selbst für den Fall, dass ihre Felder durch Samenflug verunreinigt wurden.
Bekannt ist dieses Gesetz auch als „Monsanto-Gesetz“ –  Monsanto kontrolliert 80 % des gentechnisch veränderten Saatguts weltweit – daher Monsanto-Gesetz. Es gilt zum Schutz von Pflanzensorten und in diesem Zusammenhang auch zur Kontrolle der Patente dieses Saatguts. Das Gesetz garantiert die exklusiven Rechte der Schöpfung von Saatgut daher als Erlass für Monsanto.

Leseempfehlung

Das Monsanto-Gesetz erklärten wir in diesem Bericht: Die Medien schweigen: Trotz Bedingung für DR-CAFTA – Umstrittenes Monsanto-Gesetz in Guatemala aufgehoben  Die USA setzen El Salvador unter Druck, GVO-Saatgut von Monsanto zu kaufen und drohen, andernfalls die finanziellen Hilfsmittel zu streichen. Dazu unser Bericht: Unglaublich! Staatliche Erpressung zugunsten Monsanto – US requires El Salvador to buy Monsanto’s GMO seeds or no aid money
Die offensichtlich von der Bio-Tech-Industrie durch Lobbyarbeit massiv beeinflusste Regierung von Ghana behauptet, dass die neuen Gesetze „einen Anreiz schaffen würden, neue Saatgutsorten zu entwickeln, um mehr und besser vermarktbares Getreide zu produzieren“. Die Farmer widersprechen dem. Sie gehen davon aus, dass damit Rechte direkt an Firmen wie Monsanto übertragen werden – und nicht länger in ihren Händen liegen sollen, die seit Jahrhunderten für die Ernährung Ghanas sorgen. Zahlreiche Aktivisten und Handelsgruppen vor Ort sind davon überzeugt, dass die neuen Gesetze nur dazu dienen, den Einzug des Bio-Tech-Getreides von Monsanto in den Markt in Ghana zu fördern. Der Gesetzesvorschlag wurde daher bereits zu „Monsanto-Gesetz” umgetauft.
Das Ganze ist quasi eine „feindliche Übernahme“ der Nahrungsmittelversorgung durch Konzerne. In Ghana, wo noch rund 70 % der Nahrung von Kleinbauern erzeugt wird, wird dadurch ein jahrhundertealtes System nachhaltiger Produktion durch industrielle Bio-Tech-Produktion abgelöst. Die Ghana National Association of Farmers and Fishermen sagt dazu: „Mit diesem System werden Bauern gezwungen, in jeder Saison Saatgut zu kaufen”. Es ist nicht anders als beim „Monsanto Protection Act” (H.R. 933), das Präsident Obama trotz massiver Warnungen unzähliger Amerikaner unterschrieb.
In Ghana zog die Gruppe von Bürgerrechtlern, die Food Sovereignty Ghana (FSG),  vor Gericht, um das National Biosafety Committee und das Landwirtschaftsministerium davon abzuhalten, genetisch modifizierte Kuherbsen und Reis freizugeben und zu kommerzialisieren. Dazu auch Regierung in Ghana von GVO-Gegnern verklagt – Pressure group sues ‘lawless’ Ghana authorities over genetically modified food

Ernährungssouveränität Ghana verliert Kampf gegen GVO

Am 15. März 2016 dann die schockierende Nachricht, von Food Sovereignty Ghana (FSG), das Plant Breeders Bill wird ohne Anhörungen dem Parlament zur Unterschrift vorgelegt. Damit ist der Kampf gegen das „Monsanto-Gesetz“ verloren und genmanipuliertes Saatgut findet so ungehindert seinen Weg nach Ghana.
An Afrika können Sie sehen, wie die Versklavung eines ganzen Kontinentes voranschreitet, oder nie aufgehört hat. Einzig zum Wohle der westlichen Industrie, mithilfe von Entwicklungsgeldern und Förderung durch die Weltbank.
Netzfrau Doro Schreier

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