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Montag, 15. Februar 2016

Russische Behörden werfen Windows raus

Die russische Regierung hat beschlossen, dass sie sich Microsofts Windows entledigen will und stattdessen Linux als Betriebssystem bei staatlichen Behörden nutzen wird. In Bezug auf Microsofts Kapitulation vor der amerikanischen Regierung im Zusammenhang mit den Sanktionen gegen Russland, so der russische Internetbeauftragte German Klimenko, habe der Software Riese in Redmond einen „point of no return“ mit Moskau erreicht und dass 22.000 Regierungsbehörden und städtische Ämter bereit seien, Windows jetzt fallen zu lassen.
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„Es ist wie als wenn eine Frau ihren Mann mit einer anderen Frau sieht, er könnte später jeden Eid schwören das nicht noch einmal zu machen, aber das Vertrauen ist verloren,“ so Klimenko.
An anderer Stelle in dem Interview, versprach Klimenko zusätzliche Steuern auf Produkte von Microsoft (Datenschützer fordert Abschaltung aller Windows XP-Rechner in den Behörden) sowie Apple (Bis zur Erschöpfung: Arbeiter bei Apple-Zulieferern arbeiten über 60 Wochenstunden) und anderen ausländischen Unternehmen die in Russland Geschäfte machen. Google, das mit der amerikanischen Regierung zusammenarbeitet bezeichnete er als „Bedrohung für die nationale Sicherheit.“
Im „Visier“ Klimenkos
Der bisherige Internet-Unternehmer und neue Chef-Berater Putins, German Klimenko, stellt sich voll auf Konfrontationskurs mit den US-amerikanischen Marktgrößen. Wie das Wirtschaftsportal Bloomberg schreibt, sind Google, Apple und Microsoft allesamt „ins Visier“ von Klimenko geraten.
Das soll zum einen über höhere Steuersätze für die US-Größen erfolgen, damit sollen russische Konkurrenten wie Yandex und Mail.ru Vorteile bekommen und aufschließen können. Denn bisher bezahlen die ausländischen Unternehmen nicht die gleichen Mehrwertsteuersätze wie die heimischen Internet-Unternehmen, das gilt für diverse Produkte und Dienste wie Werbung, Spiele, Filme und Cloud-Angebote.
Die steuerlichen Tricks der Internet-Unternehmen sind allerdings auch in vielen anderen Ländern unter Begutachtung und den Politikern ein Dorn im Auge.
Wesentlich „ambitionierter“ ist hingegen Klimenkos Kampfansage an Microsoft und Windows: Denn er will das Betriebssystem von Regierungs- und Behörden-Rechnern verbannen (Windows 10, iPhone, Tablets: Die totale Überwachung unter dem Weihnachtsbaum!). Stattdessen will er lokal ein Linux-basiertes Alternativ-OS entwickeln (lassen).
Laut Klimenko sei das ein „unvermeidlicher“ Schritt und seinen Aussagen nach wären auch 22.000 Kommunen sofort dazu bereit. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass es in Russland derartige „Pläne“ oder besser gesagt lautstarke Ankündigungen gibt, bislang aber ohne Folgen.
„CIA-Projekt“ Internet
Überhaupt will der Neopolitiker, der im Interview auch unentwegt zu weniger zitierbaren Wörtern gegriffen haben soll, sich in Sachen Internet vom Westen abschotten, auch deshalb, weil das Internet ein „CIA-Projekt“ sei.
Denn laut Klimenko beantwortet etwa Google (Ferngesteuert: Wie uns Amazon, Google, Facebook & Co im Netz kontrollieren)rund 32.000 Anfragen von US-Behörden, aber nicht eine einzige aus Russland. Das sei eine mögliche Bedrohung der nationalen Sicherheit.

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