Dienstag, 26. Januar 2016

NASA Daten belegen Beobachtungen der Normalbürger: Meteore und Feuerbälle nehmen exponentiell zu

Das letzte Mal untersuchte SOTT.net die Häufigkeit der Feuerbälle im Jahr 2013. Dazu benutzten wir die Daten der American Meteor Society (AMS). SOTT.net wies auf die zunehmende Häufigkeit der Feuerbälle1 hin und stellte die Frage: "Was hat 2014 auf Lager?" 

Die Resultate sind jetzt da und die Antwort ist einfach: verglichen mit 2013 stieg die Häufigkeit der Meteore 2014 um 120%Vergleicht man 2015 mit 2014 wuchs die Anzahl um 20%. Das ist eine erhebliche Zunahme und sollte viel Aufmerksamkeit erregen. Wenn dies so ist, dann geschieht es sehr still hinter verschlossenen Türen. 

Seit Oktober 2013 veröffentlichte die Webseite spaceweather.com Daten des NASA All-Sky Fireball Network, welches die Feuerball Aktivitäten über den USA beobachtet und täglich darüber berichtet.2 

Ich habe die Daten von beiden Quellen - von der NASA und der AMS - gesammelt und die folgenden Diagramme erzeugt. Dabei habe ich berücksichtigt, dass jeder Datensatz auf unterschiedlichen Definitionen von "Feuerball" beruhen. Klicken Sie auf die Diagramme um sie in voller Größe zu sehen. 





© Dr. M.A. Rose
Allgemeine Zunahme der Feuerbälle über den USA im letzten Jahrzehnt

Da wir zwei Datensätze verwenden, kann es einige Unstimmigkeiten für die Daten von 2013-2014 geben. Gleichwohl ist das Bild übereinstimmend: ab 2010 hat die Häufigkeit der Feuerbälle in jedem Jahr exponentiell zugenommen. Solch eine Änderung ist erheblich und sollte sehr viel Aufmerksamkeit in den Medien erregen und zu mehr Aktivitäten in der Beobachtung des erdnahen Weltraumes führen. 

Die Daten lassen sich über den 12-monatigen gleitenden Mittelwert am aussagekräftigsten grafisch darstellen, welcher 'Verzerrungen' glättet und jegliche wesentlichen Änderungen aufzeigt, die aufgetreten sind. Ab Mitte 2010 hat die durchschnittliche Anzahl der Feuerbälle wesentlich zugenommen, bis der gleitende Mittelwert sich Ende 2015 stabilisierte. 

Wenn man die Daten in einem 6-monatigen gleitenden Mittelwert darstellt, offenbart sich die ungleichförmige Verteilung über das Jahr. Feuerbälle treten im letzten Teil des Jahres häufiger auf. Dieser Unterschied in der Verteilung nahm nach 2013 erheblich zu. Das heißt, in einem Teil des Weltalls gibt es eine immer höhere Dichte von Staub und Gestein, und die Erde (und andere Planeten im inneren Sonnensystem) bewegen sich jedes Jahr durch diesen Teil des Weltalls. 


© Dr. M.A. Rose
12-monatiger gleitender Mittelwert von Feuerbällen über den USA in der letzten Dekade

© Dr. M.A. Rose
6-monatiger gleitender Mittelwert von Feuerbällen über den USA in der letzten Dekade
Wenn man Monat für Monat die Nasa Daten betrachtet, sieht man, dass sich die Feuerbälle in den Monaten August bis Dezember häufen. Jedoch steigt auch die Anzahl für Juni und Juli erheblich, was darauf hinweist, dass sich der Teil des Weltalls, in welchem Asteroiden- und Kometentrümmer die Erde erreichen (oder alternativ in welchen sich das Sonnensystem hineinbewegt), sich vergrößert. 


© Dr. M.A. Rose
Von der NASA beobachtete Feuerbälle nahmen während der letzten drei Jahre zu.
Wo Meteor-Rauch ist, sind auch Asteroiden 

Die NASA hat auch Daten über die Entdeckungen von Asteroiden im erdnahem Raum (NEA) seit 1995 veröffentlicht.Ihre Daten zeigen eine gleichmäßige Zunahme der Asteroidenanzahl von 1998-2013 und eine erhebliche Zunahme für 2014 und 2015, welches die großen Zunahmen von Feuerbällen überschattet, die in diesen zwei Jahren beobachtet worden sind. 

© Dr. M.A. Rose
Zunahme der erdnahen Asteroiden in den letzten zwei Jahrzehnten
Eine andere bemerkenswerte Änderung ist die Zunahme von neuen Monden / Satelliten der äußeren Planeten seit 2000.4 Jupiter und Saturn scheinen die Planeten im inneren Sonnensystem wirksam abgeschirmt zu haben indem sie die größeren "Gesteinsbrocken" in ihren Gravitationsfeldern eingefangen haben und dabei neue Monde gewonnen haben. 


© Dr. M.A. Rose
Zunahme der Anzahl der Satelliten, die von den äußeren Planeten des Sonnensystems eingefangen worden sind
Dies könnte mit dem Rückgang der Entdeckungen neuer großer NEAs (Gesteinsbrocken größer als 1km im Durchmesser) seit 2000 in Verbindung stehen: 


© Dr. M.A. Rose
Zusammenfassend können wir aus diesen Datensätzen folgern:
  1. Die Anzahl der beobachteten Feuerbälle hat sich über die Jahre 2000 bis 2011 langsam erhöht. Danach hat sich ihre Anzahl rasant erhöht und darüber hinaus kam die sehr schnelle Erhöhung von einem spezifischen Teil des Weltalls. Meist passierte dies während des Zeitraumes August bis Dezember. In den Jahren 2014 und 2015 gab es eine sehr starke Erhöhung der Anzahl der Feuerbälle.
  2. Die Anzahl der NEAs wurde seit 1995 beobachtet. Von 1998 bis 2013 hat sich die Anzahl der neuen NEAs gnadenlos erhöht, mit besonders großen Zunahmen in den Jahren 2014 und 2015. Das Muster stimmt mit dem der aufgezeichneten Feuerbälle überein.
  3. Die Anzahl der Entdeckungen von großen NEAs erreichte 2000 den Höchststand, ging dann bis 2010 zurück und blieb danach auf gleichem Niveau.
  4. Saturn und Jupiter begannen etwa 2000/2001 die Anzahl ihrer Mode zu vergrößern und die Anzahl stabilisierte sich um 2010 herum.
Es wäre interessant die Position der größeren Planeten in Bezug auf die Erde über diesen Zeitraum grafisch darzustellen und festzustellen ob der Rückgang großer NEAs seit 2000 mit der Zunahme der Monde um die äußeren Planeten in Verbindung steht. Das heißt, dass die äußeren Planeten, wenn sie sich im passenden Teil des Weltalls befinden, die größeren Gesteinsbrocken / Asteroiden einfangen. 

Stärkere Meteorschauer und mehr sporadische Meteore 

Wir haben eine eingeschränkte Datenbasis der NASA, die folgenden Meteorschauer zeigten jedoch eine signifikant zunehmende Anzahl der Feuerbälle für 2015 verglichen mit 2014:
  • Perseiden - vom Kometen 109P Swift-Tuttle
  • Nördliche Tauriden - Trümmer des Kometen Encke. Es wird angenommen, dass die Tauriden und Encke Teil eines sehr viel größeren Kometen waren, der in den letzten 20.000 bis 30.000 Jahren zerfallen ist. Störeinflüsse der Planeten haben den Strom der Trümmer in zwei erkennbare Schauer aufgeteilt (Nördliche und Südliche).
Die Daten für 2013 decken nur den letzen Teil des Jahres ab. Die folgenden Meteorschauer zeigten 2014 eine erheblich zunehmende Anzahl von Feuerbällen verglichen mit 2013, zeigten jedoch keine erhebliche Zunahme zwischen 2015 und 2014:
  • Geminiden - Im Unterschied zu den meisten Meteorschauern werden die Geminiden nicht mit einem Kometen sondern mit dem Asteroiden 3200 Phaethon in Verbindung gebracht.
  • Perseiden - Komet 109P Swift Tuttle
  • Orioniden - Trümmer des Kometen 1P Halley
  • Sigma Hydriden - zeigten jedes Jahr eine zunehmende Anzahl von Feuerbällen
  • Sigma Hydriden - Schwacher Schauer. Man sagt die Meteore hätten eine "Perseiden-artige Umlaufgeschwindigkeit". Es wird angenommen, dass ihr Ursprung ein Komet mit einer langen Umlaufperiode gewesen sein könnte, und diese die letzten Überreste seines Schweifes seien.
Berücksichtigen Sie jedoch, dass die weitaus größte Mehrzahl von Feuerbällen als "sporadische Meteore "klassifiziert" sind, d.h. sie werden mit keinem bekannten Meteorschauer in Verbindung gebracht. Sie mögen im selben Zeitraum mit einem der bekannten Meteorschauer auftreten, laufen jedoch in andere Richtungen und kommen in anderen Teilen des Himmel vor. 

© Dr. M.A. Rose / Sott.net
Identifizierung von Feuerbällen durch die NASA seit Oktober 2013. Beachten Sie, dass die überwiegende Mehrheit nicht mit bekannten Meteorströmen in Verbindung gebracht werden kann.

© Dr. M.A. Rose
Von 2014 bis 2015 registrierte die NASA eine mehr als dreifache Zunahme der als Perseiden identifizierten Feuerbälle

© Dr. M.A. Rose
Von 2013 bis 2014 registrierte die NASA eine mehr als zweifache Zunahme der als Geminiden und Leoniden identifizierten Feuerbälle

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Von 2013 bis 2014 registrierte die NASA eine mehr als zweifache Zunahme der als Tauriden identifizierten Feuerbälle. Von 2014 bis 2015 gab es eine mehr als dreifache Zunahme

© Dr. M.A. Rose
Von 2013 bis 2014 registrierte die NASA eine mehr als 1,5-fache Zunahme der als Orinoniden identifizierten Feuerbälle
2015 endete mit etwa 20% mehr Feuerbällen verglichen mit 2014: 


© Dr. M.A. Rose
Was ist los (im Weltraum)? 

Es scheint also, dass gerade eines von einigen Dingen passiert:
  • Das Sonnensystem bewegt sich gerade in einen Teil des Alls hinein, in dem es mit einer höheren Dichte von Gestein / Asteroiden in Berührung kommt, zusammen mit der Trümmerspur von einigen Kometen, z.B. Encke.
  • Oder etwas á la "Nemesis"5 nähert sich dem Inneren Sonnesystems und stört die Kometen / Asteroiden des Kuiper-Gürtels und / oder der Oort'schen Wolke.
  • Die beiden Szenarien schließen sich nicht gegenseitig aus: Das erste Szenario könnte auch das Zweite auslösen.
Die "Nemesis" Hypothese6,7 schlägt vor, dass die Sonne einen Begleitstern - einen braunen oder roten Zwerg - in einem hochelliptischen Orbit hat, der regelmäßig wiederkehrend Kometen / Asteroiden in der Oort'schen Wolke stört und eine beträchtliche Steigerung der Anzahl der Kometen verursacht, die das innere Sonnensystem besuchen und es daraus folgend eine Steigerung von Einschlägen auf der Erde gibt. 

Bislang wurde eine "Nemesis" Zwillingssonne durch das WISE (Wide-field Infrared Survey Explorer) Teleskop der NASA nicht wahrgenommen - beziehungsweise wurde uns dies so mitgeteilt - jedoch hat WISE etliche braune Zwerge in benachbarten Sternensystemen entdeckt.8 

Napier et.al.9 veröffentlichten vor kurzem einen Artikel, der die Bedeutung der Zentauren in der Oort'schen Wolke behandelt. Zentauren sind riesige Kometen in der transneptunischen Region, welche zerfallen könnten, wenn sie in das Hauptsonnensystem abgelenkt werden, und für bis zu 100.000 Jahre zu einem periodischen jedoch längeranhaltenden Bombardement der Planeten des inneren Sonnensystems führen könnten. Ihre Einleitung ist es wert hier wiedergegeben zu werden:
Leben wir in gefährlichen Zeiten? Die Risiken der Zivilisation durch Impakte von Asteroiden und Kometen wurden erst während der letzten Jahrzehnte gewürdigt. Programme wie die Spaceguard Überwachung der NASA streben danach, die erdnahen Objekte (NEOs) zu kartographieren um das Risiko für die Erde quantitativ zu bestimmen. Gibt jedoch die derzeitige Zahl der NEOs den Bestand über die Zeit gesehen wieder? Wir sprechen uns dafür aus, dass der Bestand veränderlich ist und dass Einschätzungen des Risikos eines außerirdischen Impaktes, die sich nur auf die Anzahl von erdnahen Asteroiden stützen, seine Art und Ausmaß über Zeiträume im Ablauf von 10.000 Jahren unterschätzen, das heißt den für unsere Zivilisation bedeutsamen und betreffenden Bereich.

Eine unbeständigere jedoch erhebliche Gefahr geht von den Zentauren aus, riesige Kometen abgeleitet aus der transneptunischen Region, die das innere Sonnensystem in der Regel über kurzfristige dynamisch labile Aufenthaltsperioden in der äußeren Planetenregion erreichen. Der Zerfall von solch riesigen Kometen würde periodische jedoch längeranhaltende Perioden des Bombardements von bis zu 100.000 Jahre bewirken. Massenaussterben / Ereignisse an geologischen Grenzen zeigen solch ein Muster, dasselbe tun die Niveaus an Staub und Meteoriten in der oberen Atmosphäre. Über die letzten 10.000 Jahre hat die Erde das periodische Erscheinen von Staub, Meteoriden und Kometenfragmenten durch den Zerfall des Kometen 2P/Encke erfahren, der im Orbit von Jupiter gefangen ist.
Napier et al bemerken weiter: "Alle drei bedeutenden Impakte im 20. Jahrhundert (Tunguska, Britisch-Guayana, Rio Curuca) fielen zeitlich mit unserer Passage durch bedeutende Meteoritenströme zusammen (jeweils die Beta Tauriden, Geminiden und Perseiden). "Wir haben zurzeit bedeutende Zunahmen an Feuerbällen unter den Perseiden und Nördlichen Tauriden. 

Ich vermute, wir werden einfach abwarten müssen, was 2016 auf Lager hat, aber bislang scheint Anfang Januar das Muster schon ... einefortgesetzte Zunahme der Feuerbälle zu sein: 


© Dr. M.A. Rose
    
Über den Autor

Dr. M. A. Rose hat seit 35 Jahren in der technischen Entwicklung, Prozessmanagement und Umweltpositionen der chemischen, Öl- & Gasindustrie gearbeitet. Er ist gegenwärtig technischer Berater für MAREXIN B.V., die alternative Energieprojekte im Schwarzen Meer entwickeln.
Quelle: http://de.sott.net/

Quellenangaben

  1. 'Der dramatische Anstieg an Meteor Feuerbällen im Jahr 2013: Was hält 2014 auf Lager?', Philipos Moustaki, SOTT.net, 2 Februar 2014
  2. NASA's All Sky Fireball Network
  3. NASA's Near Earth Object Program
  4. 'Planetary Satellite Discovery Circumstances' at NASA's JPL
  5. 'Nemesis: Does the Sun Have a 'Companion'?' Space.com, 25. März 2010
  6. Whitmire, D.P. & Jackson, A.A. (1984), 'Are periodic mass extinctions driven by a distant solar companion?'. Nature 308 (5961): 713 - 715
  7. Davis M., Hut P., Muller R.A. (1984), 'Extinction of species by periodic comet showers'. Nature 308 (5961): 715 - 717
  8. 'NASA Discovers Coldest Brown Dwarf Neighbor of the Sun', space.com, 28. April 2014
  9. Bill Napier, David Asher, Mark Bailey & Duncan Steel, 'Centaurs as a hazard to civilisation', Astronomy & Geophysics 56.6 (2015), 18-23

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