Freitag, 22. Januar 2016

Monsanto macht Druck: WHO und Kalifornien sollen Glyphosat nicht als krebserzeugend einstufen

Redaktion

Glyphosat bildet den Hauptbestandteil der Breitbandherbizid-Produktreihe, die vom Biotechkonzern Monsanto unter der Markenbezeichnung »Roundup« vermarktet wird, und zahlreicher weiterer Produkte. Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben Fragen zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Glyphosat aufgeworfen. Verbraucher und medizinische Gremien haben sich besorgt über Glyphosat-Rückstände in Nahrungsmitteln geäußert.


Im Oktober vergangenen Jahres berichtete Carey Gillam für die Nachrichtenagentur Reuters, die kalifornische Behörde für ökologische und gesundheitliche Risikobewertung OEHHA habe die Öffentlichkeit darüber informiert und befragt, dass man beabsichtige, Glyphosat als krebserzeugend einzustufen.

Mehr als 8000 Stellungnahmen gingen daraufhin ein. Und wie die Behörde erklärte, darunter auch welche von Monsanto selbst. Verschiedene landwirtschaftliche Berufs- und Fachverbände, Einrichtungen aus dem Gesundheitsbereich sowie Umweltschutzgruppen hatten in einem gemeinsamen Schreiben an das OEHHA die Einstufung von Glyphosat begrüßt und mitgeteilt, der zunehmende Einsatz des Herbizids stelle eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt dar.

Die OEHHA hatte im September 2015 erklärt, man wolle Glyphosat im Rahmen der Proposition 65 in die Liste der krebserzeugenden Stoffe aufnehmen, mit der die Bürgerinnen und Bürger über gefährliche Stoffe informiert werden.

1983 war Proposition 65 von einer Bürgerinitiative eingebracht und per Volksentscheid mit 63 Prozent zu 37 Prozent der Stimmen beschlossen worden. Vertreter der Landesregierung erklärten zudem, dieser Schritt sei notwendig geworden, nachdem die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO im März 2015 Glyphosat als »wahrscheinlich beim Menschen krebserregend« eingestuft hatte.

Noch im gleichen Monat berichteten das Wall Street Journal und die Financial Times, Monsanto habe die IARC aufgefordert, einen entsprechenden Artikel, der in der Fachzeitschrift LancetOncology erschienenen war, zurückzuziehen. Die IARC widersprach der Forderung mit dem Hinweis, sie habe vor der Einstufung von Glyphosat im Rahmen einer Metastudie vielewissenschaftliche Studien ausgewertet, von denen eine aus Kanada und mindestens drei Untersuchungen aus den USA stammten.

Nach der WHO-Einstufung haben die auf internationale Produkthaftungsfälle spezialisierte New Yorker Rechtsanwaltskanzlei Weitz & Luxenberg sowie andere Kanzleien, die amerikanische Landwirte vertreten, Klagen gegen Monsanto eingereicht. Sie werfen dem Konzern vor, seit Jahrzehnten von der Gefährlichkeit von Glyphosat gewusst zu haben. Monsanto bezeichnete die Vorwürfe als substanzlos.

Wie die englischsprachige Ausgabe der Deutschen Welleberichtete, fordert Monsanto nun auch die kalifornische Landesregierung auf, Glyphosat von der Liste der krebserzeugenden Substanzen zu streichen. Das Vorgehen der Behörde sei illegal, weil man nicht alle relevanten wissenschaftlichen Daten einbezogen habe.


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