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Donnerstag, 22. Oktober 2015

Wo zeigen sich die meisten UFOs? Französische Forscher bestätigen erstaunliche Zusammenhänge

Menschen beobachten schon seit ewigen Zeiten unerklärliche Phänomene am Himmel. Und aller Technik und Wissenschaft zum Trotz lassen sich viele davon bis heute nicht klären. UFOs aber gelten vielen »aufgeklärten Experten« als Hirngespinste, Ersatzreligion und Pseudowissenschaft, vor allem, weil diese Fachleute sich lieber gar nicht erst mit dem Thema befassen. Anders eine Gruppe französischer Forscher, die neue Wege gegangen sind und ihre interessanten Ergebnisse kürzlich veröffentlicht haben. 




So gewisse Berührungsängste sind tief in manchen Forscherseelen verankert. Gerade beim Thema »unidentifizierte Flugobjekte« stellen sich bei vielen Wissenschaftlern die Nackenhaare sofort vertikal auf. Da wird schnell abgewunken und von Aberglaube, Ersatzreligion und Unseriosität gesprochen. Dann folgt die stereotype Serie natürlicher Erklärungen für das Unerklärliche, mögen sie noch so fadenscheinig sein. Stichwort Wetterballon! Auch der hat eine lange Tradition. Aber als Problemlöser hat er schon lange ausgedient.
Vom legendären Roswell-Zwischenfall aus dem Jahr 1947 hat eigentlich schon jeder gehört. Das Militär meldete damals die Bergung einer fremdartigen Flugscheibe, Heerscharen von zivilen und militärischen Zeugen bestätigten viele unheimliche Details, die bis heute völlig rätselhaft bleiben. Doch sehr bald kam von offizieller Stelle das entwarnende Dementi: Ein Wetterballon sei geborgen worden, mehr nicht.

Wegen offensichtlicher Widersprüche und anderslautender Indizien zunehmend unter Druck, musste das Militär seine Darstellung jedoch mehrfach abändern, um mit List und Tücke noch irgendwie bei einer herkömmlichen Erklärung bleiben zu können. Dummerweise will nichts davon wirklich zu den Zeugenaussagen passen, und so bleibt Roswell bis heute ein ungelöstes Rätsel, wie viele andere Vorfälle auch, in die samt und sonders unbekannte Flugobjekte verwickelt waren.

Nur wenige Wissenschaftler wagen sich aufs Glatteis und setzen sich mit der Faktenlage auseinander. UFOs? Wer riskiert schon gerne seinen guten Ruf im Kreis der Kollegen, am eigenenForschungsinstitut oder in der übrigen Fachwelt? Außerdem, da steht genauso der Ruf des Brötchengebers auf dem Spiel. Karriereknick vorprogrammiert. Also besser Finger weg von fremden Flugscheiben!

Wenn da nur nicht diese wissenschaftliche Neugierde wäre! Und die führt glücklicherweise immer wieder auch Experten aus unterschiedlichsten Fachgebieten an das heikle Thema heran, aufgeschlossene und interessierte Wissenschaftler, die ihr Spezialwissen auch hier effektiv einbringen können.

Ein hoher Forschungsbedarf besteht allemal. Kürzlich veröffentlichten drei französische Wissenschaftler eine Untersuchung zum Phänomen und wendeten dabei neue Methoden an, die zu einigen interessanten Ergebnissen geführt haben.

Demnach sind UFO-Sichtungen alles andere als Fehlbeobachtungen unzuverlässiger Zeugen, die mal hier und mal dort irgendetwas gesehen haben. Thibault Laurent und Christine Thomas-Agnan von derToulouse School of Economics (GREMAQ/CNRS) sowie Michaël Vaillant, ebenfalls Wissenschaftler und Chef der Firma Meta-Connexions greifen in ihrer statistischen Arbeit auf die umfangreichen UFO-Datenbestände der GEIPAN zurück, der zur französischen Weltraumbehörderechnenden Studiengruppe für Informationen über unidentifizierte Luft- und Raumfahrtphänomene.

Dort werden die gemeldeten Sichtungen in vier Kategorien eingeteilt, A bis D.

Typ-A-Sichtungen lassen sich sofort zweifelsfrei erklären, alle vom Typ B gelten als wahrscheinlich geklärt, beim Typ C liegen nicht ausreichend Daten für eine sichere Interpretation vor und unter Typ D schließlich werden alle Sichtungen zusammengefasst, die sich jeder Erklärung nach Ansicht der GEIPAN sträuben. Letztere Erscheinungen wären dann also die echten unidentifizierten Flugobjekte: UFOs.

Allerdings vermeiden auch Laurent, Thomas-Agnan und Vaillant tunlichst, jene drei magischen Buchstaben in ihrer englischsprachigen, bei arXiv einsehbaren Arbeit zu erwähnen. Sie sprechen hier lieber von Unidentified Aerospace Phenomena (UAP), eben von unidentifizierten Luft- und Raumfahrt-Phänomenen, was die Sache auf eine noch breitere Basis stellen dürfte und vor allemneutraler klingt, einfach weil weniger mit Vorurteilen belegt.

Zwischen den Jahren 1951 und 2013 wurden im betreffenden Zuständigkeitsgebiet 1961 Sichtungen verzeichnet, von denen immerhin 381 der D-Klasse zugeordnet wurden. »Man sollte zur Kenntnis nehmen, dass selbst heute noch 19,5 Prozent der UAPs nach ihrer Untersuchung weiter unbestimmt bleiben, was natürlich sowohl für den Zeugen als auch für den Wissenschaftler frustrierend ist«, so betonen die drei Forscher, die mit ihrer Studie eine neue Strategie verfolgen.

Sie wollen nicht diskutieren oder klären, worum es sich bei den UAPs handelt. Aber: »Nach mehr als 50 Jahren, in denen es auf dem Gebiet der Unidentified Aerospace Phenomena keinen Fortschritt gab, haben wir uns dazu entschlossen, neue Analysewege zu testen«, so erklären sie.

Dazu haben sie mathematische Methoden angewandt und die verschiedenen Umstände der Sichtungen ausgewertet. Ein Schlüsselfaktor sei dabei die Bevölkerungsdichte, was eigentlich zu erwarten war. Sie betrachten auch bestimmte Umgebungsbedingungen und stellen vor allem einen sehr starken Bezug zwischen D-Berichten und Kernkraftwerken sowie Giftmülldeponien fest. Damit bestätigen sie auf der Basis ihrer statistischen Auswertungsmethoden und der GEIPAN-Daten einen schon lange bekannten, wesentlichen Zusammenhang. Das klingt auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär. Und doch ist es ein wichtiges Ergebnis.

Durch diese Analyse wird wissenschaftlich untermauert, dass die Sichtungsverteilung von UFOs nicht wirr und zufällig ist. Sie folgt einem interessanten Muster, das nicht von den Zeugen beeinflusst worden sein kann, wobei sich das Phänomen auf sehr kritische Einrichtungen unsererInfrastruktur konzentriert. Das wird auch aus anderen Ländern der Erde bestätigt.

Die drei Wissenschaftler haben ihre mathematische Vorgehensweise im Detail veröffentlicht. So können andere Datenbestände mit der gleichen Methode untersucht werden. Das zumindest wollen die französischen Forscher anregen.

Alles können sie nicht erklären. So auch nicht die Häufung von Ereignissen in bestimmten Regionen Frankreichs, wie der belgischen Grenze, der Bretagne und anderer Landstriche. Aber sie hoffen auf einen neutraleren Umgang mit dem Thema und natürlich darauf, auf dem Weg zum Verständnis des Phänomens ein Stück weiterzukommen. Für sie ist jedenfalls klar: UAPs sind keine Hirngespinste!

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