Dienstag, 20. Oktober 2015

„Kolossales Betrugs- und Irrtumssystem“: Fallgruben des Geldes, und Alternativen

Die Verwendung solcher Bezeichnungen für „unser“ Geld- und Wirtschaftssystem hätte man noch vor wenigen Jahren als Panikmacher und Bauernfängerei um die Ohren gehauen bekommen. Mittlerweile lassen sie sich in allen Publikationen jeglicher Schattierung finden – egal ob „links“, „rechts“, liberal, konservativ oder „unpolitisch“.
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Auch die damit meist verbundene Kritik an Zins und Geld“schöpfung“ konnte einen rasch ins Abseits schießen, genauer, in die rechte Ecke. Doch auch damit ist es jetzt vorbei, die Kinder werden in allen Lagern beim Namen genannt.
Im Laufe der letzten Krisenjahre erschienen immer mehr Artikel voll mit diesen Systemfragen, die kurz zuvor nie zu stellen gewagt hätte, wer weiterhin als „seriös“ gelten wollte. Und da immer mehr Menschen tiefer graben wollten, erschienen auch immer mehr Bücher zum Thema. Einige davon sind besonders gut, weil sie nicht nur Finger in die Wunden legen, sondern auch Alternativen und Wege aufzeigen, die möglicherweise den totalen Zusammenbruch mit wahrscheinlichem anschließendem Gang in die Diktatur noch verhindern können. Alternativen, die zwar schwierig, aber gangbar sind – zumindest dann, wenn sich die Menschen nicht von vornherein gegen ihre Möglichkeit verschließen.
Ob die Menschen offen sind, hängt natürlich auch davon ab, wie gut die Ideen und Inhalte präsentiert werden. Ein aktueller Autor, der das sehr gut hinbekommen hat, ist der Schweizer Wirtschaftsjournalist und Verleger Christoph Pfluger, der sein Buch nicht eben bescheiden „Das neue Geld: die zehn Fallgruben des Finanzsystems und wie wir sie überwinden“ genannt hat. Doch Bescheidenheit ist auch nicht nötig, denn Pfluger weiß als jahrzehntelanger Kenner der Materie ziemlich genau, worüber er spricht.
Die Geschichte des Geldes hat er von den mesopotamischen Tontafeln bis zu den heutigen digitalen Strömen nachverfolgt (Geld regiert die Welt: Von Babylon, der City of London bis zur Federal Reserve). Dabei wird deutlich, dass das Geld sich, anders als „im Sinne des Erfinders“, ziemlich bald zu einer eigenen Branche verselbständigte und mit allen anderen Wirtschaftszweigen um Macht und noch mehr Geld konkurrierte. Diese ganz spezielle Branche gab sich dann selbst das Recht, als einzige Geld „herstellen“ und verleihen zu dürfen. Ein gewisser „Wettbewerbsvorteil“, den keine andere Branche je aufholen kann.
Das nächste Geld: die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden
Doch die Finanzbranche hat diesen „Vorteil“ nun wohl bin zum Ende ausgereizt: „Mit legalen und demokratischen Methoden sei das globale Finanzsystem nicht mehr zu retten“, so Pfluger. Dass diese These jetzt schon gilt, lässt sich leicht bestätigen, denn wer würde behaupten, dass die „Rettungs“-Methoden der Zentralbanken und Zentralregierungen noch irgendetwas mit Legalität, Demokratie oder Legitimität zu tun hätten?
Wohin dieser Weg weiterführt, wenn nicht schnellstens und radikal ein Neuer eingeschlagen wird, kann auch schonmal verraten werden:
„Nach Ansicht des Autors befindet sich die Welt bereits in einem Zustand der Konkursverschleppung, in dem Vermögenswerte beschleunigt und unter Umgehung legaler und demokratischer Wege verschoben werden, und deren Fortentwicklung die Bürger inzwischen mit der Entscheidung konfrontiere: Diktatur oder Neubeginn.“
Und dennoch gibt es bei Pfluger keine Schuldzuweisungen an böse Banken und Konzerne, sondern der Fehler ist das System an sich. Und damit auch unsere eigene Beteiligung und – sozusagen – „Mittäterschaft“. Denn solange wir als Rendite- und Schnäppchenjäger im Kleinen letztlich das gleiche betreiben wie die „bösen Buben“ im Big Business, haben wir nicht wirklich Grund, den Zeigefinger auf Andere zu richten. Selbst wenn wir „nur“ weiterhin die Augen vor den Fehlern verschließen, können wir uns nicht beschweren, wenn die uns in den Untergang hineinreiten.
Perfekte Krisenvorsorge: Überleben, wenn Geld wertlos wird und die Geschäfte leer sindDeshalb kann man sich bei Pfluger auch keinerlei Illusionen hingeben, dass der Ausweg leicht wäre. Im Gegenteil, er verlangt von uns unbequemerweise die Erledigung genau der Hausaufgaben, vor denen wir uns schon am allerlängsten drücken:
„Die Misere auf der Erde ist nicht durch eine Fehlkonstruktion des Menschen entstanden, sondern durch seine Unkenntnis der universellen Gesetze – es hat genug für alle – und durch die Verwirrung in seiner Beziehung zur Welt der Materie, die sich in seiner Konzeption des Geldes als Stellvertreter von Materie kristallisiert hat. Geld ist und bleibt ein Recht (eine soziale Technologie) und kann nicht materieller Besitz an sich sein. Die Gleichsetzung von Beziehung – was ein Recht immer darstellt – mit materiellem Besitz hat den Menschen so weit materialisiert, dass er nun tatsächlich vor der grossen Frage steht: Will ich Materie oder will ich Geist werden?“
Es könnte sein, dass diese Grundsatzentscheidung weit früher zwingend wird, als uns momentan lieb ist (Finanzkrise – hinterm Vorhang brodelt es (Video)). Doch keine Sorge, der Autor lässt Sie nicht allein mit solchen Auf- und Herausforderungen stehen, sondern gibt den Lesern weit mehr in die Hand. Im Buch finden sich neben erstklassiger Information jede Menge weiterer Ideen und Anregungen für aufgeschlossene Leser.

Lesen Sie auch unseren Artikel über die Sozial Shopping Plattform myKINCO die es ermöglich sich aus allen bestehenenden Geldsystemen auszuklinken. 

1 Kommentar:

Donar hat gesagt…

Was ich in dem Artikel als alternative Währung vermisse, sind die Cryptowährungen, wie der Bitcoin https://bitcoin.org/de/