Samstag, 10. Oktober 2015

Finanzkrise: Weltweit verkaufen Notenbanken US-Staatsanleihen im Rekordtempo

Die jüngsten Verkäufe von US-Staatsanleihen durch die Notenbanken Chinas, Russlands, Brasiliens und Taiwans, die zuvor die vier größten Käufer von US-Schuldpapieren waren, erfolgen in Rekordtempo und sind eine Bedrohung für die US-Wirtschaft, berichtet The Wall Street Journal.  
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Zuvor kauften sich diese Länder US-Anleihen, weil der US-amerikanische Treasury-Markt (Markt der Staatsanleihen) einer der liquidesten und der Dollar eine der zuverlässigsten Währungen sei, schreibt das Magazin. Nun stiegen jedoch viele Länder aus dem Anleihengeschäft aus, was zu einem Problem für das US-Finanzministerium werden könnte:
„Zentralbanken auf der ganzen Welt verkaufen US-Staatsanleihen im Rekordtempo, das ist die dramatischste Veränderung in dem 128 Milliarden schweren Treasury-Markt seit der Finanzkrise“, schreibt das Magazin.
Laut dem Deutsche-Bank-Ökonomen Torsten Slok habe sich der Geldabfluss aus dem Staatsanleihen-Markt der USA im Juli fortgesetzt: Innerhalb von 12 Monaten seien dies ganze 123 Milliarden Dollar gewesen – der größte Netto-Rückgang seit 1978.
Schwarzbuch USA
So habe zum Beispiel die chinesische Notenbank Währungsreserven im Wert von insgesamt 43 Milliarden US-Dollar verkauft, schreibt The Wall Street Journal. Das von Russland gehaltene Volumen der Anleihen sei ebenfalls drastisch zurückgegangen – um 32,2 Milliarden Dollar.
Doch auch in Europa seien ähnliche Tendenzen zu bemerken – Norwegen zum Beispiel habe US-Währungsreserven im Wert von 18,3 Milliarden US-Dollar verkauft.

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