Mittwoch, 7. Oktober 2015

Eins mit der Natur: Leben im Hobbit-Haus (Video)

Kannst Du Dir vorstellen, wie ein Hobbit aus Der Herr der Ringe zu leben? Nein? Dann  kennst Du das Haus von Simon Dale noch nicht. Er hat den Traum vom naturnahen und nachhaltigen Leben verwirklicht und wohnt mit seiner Familie in einem Hobbit-Haus.
Kleine Eigenheime, gemütlich, naturverbunden, umweltfreundlich und bezaubernd. Tiny Houses liegen im Trend und beweisen, dass nicht nur Prunkbauten glücklich machen können. Parallel zur schnelllebigen Entwicklung unserer Gesellschaft gibt es auch immer mehr Aussteiger, die vom Schnellzug abspringen und auf Entschleunigung setzen. Ein Vorzeigebeispiel ist der Fotograf Simon Dale, der vor einigen Jahren den Entschluss fasste sein Leben und das seiner kleinen Familie grundlegend zu ändern. Er hatte die Nase voll von Kreditrückzahlungen und entschied sich, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Ohne großartige Vorkenntnisse machte sich Dale zusammen mit seinem Schwiegervater an das Werk und begann den Traum des Eigenheims zu verwirklichen.
Das Haus entstand in Handarbeit. Lediglich eine Kettensäge, ein Hammer und Meißel kamen zur Anwendung um die Holzbalken auf Maß zu schneiden und die Steine zu formen.
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Nachhaltige Lebensweise
Zuerst war Dale gar nicht begeistert, dass sein Zuhause als Hobbit-Haus bezeichnet wird. Jedoch gewöhnte er sich an den Gedanken, vor allem weil Hobbits ebenfalls einen nachhaltigen und naturbewussten Lebensstil repräsentieren.
„Es macht Spaß“ antwortet Dale auf die Frage, warum er das tut: „Es lohnt sich, das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu leben. Unseren Träumen zu folgen, hält unsere Seelen am leben“. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, weshalb er sein Haus aus Altholz errichtete und einen nahegelegenen Brunnen zur Wasserversorgung nutzt. Massenproduktion und Profit sind Dale und seiner Familie ein Dorn im Auge. Sein Haus hingegen entstand unter Berücksichtigung der Umwelt und lässt die Familie in und mit der Natur leben. Das Ergebnis: Ein Haus aus natürlichem Material, mit Kalk an den Wänden, Kompostiertoilette  und Solarpanelen für die Stromerzeugung. „Diese Lebensart bedeutet mit beiden, der natürlichen Welt und uns selbst in Harmonie zu leben, dies auf einfache Weise zu tun und ein angemessenes Maß an Technologie zu nutzen“ so Dale.
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Merkmale des Hobbit-Hauses
  • Natürlich eingebettet in die Landschaft.
  • Natürliches Material wird wiederverwendet – Holz aus den Wäldern in der Umgebung, Erdaushub für Wände und Boden.
  • Isolierung mit Strohballen und kalkverputzte Wände.
  • Holzofen.
  • Solarpanelen zur Stromerzeugung.
  • Ein Kühlschrank, der mit Kaltluft aus dem Boden gekühlt wird.
  • Frischwasser aus einer nahegelegenen Quelle.
  • Kompostiertoilette.
  • Regenwassersammelsystem für die Gartenarbeit.
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Um eine gute Isolierung zu erreichen, wurde das Dale Haus an einem Hang errichtet. Zusätzlich sorgen im Boden und in den Wänden verbaute Strohballen für ein gemütliches und vor allem auch die Wärme haltendes Innere. Im Sommer kühlt der Hang entsprechend, so dass es keiner Klimaanlage bedarf. Für das Dach fertigte der Fotograf zusammen mit seinem Schwiegervater eine Spirale aus Baumstämmen. Für die Wände kamen Steine und Lehm zum Einsatz. Die Naturmaterialien sind ziemlich strapazierfähig und sorgen für massive Eigenschaften. Der Lehm lässt sich zudem schön formen und ermöglicht so manch gemütliches Design.
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Die aus Steinen bestehenden Wände wurden mit Kalk und Lehm verputzt. Im Inneren ist auch ein Kamin verbaut, der für Wärme sorgt. Dabei wurde das Ofenrohr ebenfalls mit Lehm ummantelt um die Wärme optimal speichern zu können. Auch der Kühlschrank ist eine durchdachte Lösung. Dieser wird schließlich durch Kaltluft gespeist, die aus dem Erdreich gefördert wird. Für den benötigten Strom sorgen Solarpanele. Abgerundet wird das Ökohaus mit einer Komposttoilette, die Wasser spart. Für die Grundversorgung ist in der unmittelbaren Umgebung ein Permakulturgarten angelegt. Alles in allem also eine runde Sache. Mit dem Hobbit-Haus hat sich Dale seinen Traum erfüllt. Um den Helfern und Freunden das fertige Haus zu präsentieren, hat der Fotograf einige Bilder auf einer einfachen Website hochgeladen. Es dauerte allerdings nicht lange, bis sich die Seite verbreitete. Nachdem die ersten Blogs über das besondere Öko-Haus berichteten kletterten die Aufrufe jenseits der 50.000 Besucher pro Tag.
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Niedrige Kosten, hoher Wert
Das gesamte Haus wurde für 3.000 Pfund errichtet, das sind in etwa 3.500 Euro. Dieser Preis war nur möglich, da natürliche Materialien verbaut wurden und die Familie das Grundstück kostenlos zur Verfügung gestellt bekam – der Besitzer war froh, dass sich jemand um den Wald kümmert. Und auch die runde Form ist durchdacht: Wenig Wandfläche bedeutet wenig Energieverlust. Altes Holz und Weggeworfenes bilden ein Haus, das trotz der niedrigen Kosten von hohem Wert ist.
Das Hobbit-House ist nicht das Ende des Projekts. Es sind weitere Häuser geplant und die Menschen sind bereit auf das Land zu ziehen und  auf eine Art zu leben, wie man es vor der Nutzung fossiler Brennstoffe tat – allerdings mit modernstem ökologischem Wissen.
Video:


Auf der Website von Simon Dale findet ihr nicht nur weitere eindrucksvolle Impressionen, sondern auch Bauanleitungen für das eigene Tiny House. Eine sehr spannende Sache.

Quelle: http://www.pravda-tv.com/

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