Sonntag, 27. September 2015

Putins genialer Schachzug: Die denkbare neue Weltordnung durch Russland

Von Henry Paul
Russlands Präsident Wladimir Putin arbeitet strategisch an einer neuen Weltordnung, die jedoch den hegemonialen Plänen der US-Eliten komplett zuwider läuft. Insbesondere im Nahen und Mittleren Osten werden Teile der Strategie deutlich.

Möglicherweise hat Putin den Schlüssel für eine wirklich neue Weltordnung gefunden. Zusammen mit dem Iran, einigen OPEC-Staaten und der neuen Regierung im Irak wollen sie versuchen, den illegalen Krieg der USA gegen Assad und sein Land Syrien zu beenden und gleichzeitig die Weltbedrohung durch die USA-geförderte IS abzumildern. Es sukzessive zum Stillstand zu bringen, mittels Verhandlungen. Es ist evident, dass nicht Assad der Unruhestifter, sondern die kriminellen, illegitimen und illegalen Herausforderer USA die Unruhestifter sind. Putin als langjähriger Partner Assads, hat sich aufgemacht, dem Zustand der Lügen, dem Zustand der Hybrid-Kriege und dem Zustand der größten Menschenrechtsverletzungen ein Ende zu bereiten. Während die Staatschefs der EU sich gegenseitig Untätigkeit, Gesetzwidrigkeit, und versagen vorwerfen, ist es wieder Putin, der die Führung übernimmt, um der Welt zu zeigen, dass man andere Möglichkeiten als nur Waffengänge kennt.


Die natürlichen tektonischen Verschiebungen der Erdplatten zueinander und den daraus resultierenden Erdbeben, Tsunamis und Vulkaneruptionen sind ein Phänomen, das man bewundert aber auch fürchtet. Die politischen – pseudo-tektonischen – Verschiebungen durch die Regime-Changes, Infiltrationen, Kriege, Destabilisierungen ganzer Regionen wie den Mittleren Osten fürchten die Menschen ebenso, doch gebären diese keinerlei Bewunderung – außer bei geopolitischen Hasardeuren wie den Neocons in den USA. Der Begriff Neocon ist nicht umsonst zweideutig: neu für neu, con für einerseits Abkürzung von conservative, andererseits aber für con (Betrug).
Die gravierende Verschiebung im Mittleren Osten (vulgo Erdöl-Förderregion Nr. 1) ist eine Besinnung zu friedlicher, diplomatischer Lösung eines jahrzehntelangen Konflikts. Einem kriegerischen Konflikt, den die USA dort systematisch und strategisch aufgebaut hatten, um sich langfristig alle Quellen zu sichern. Das wird jetzt nix. Die US-amerikanischen Teile-und-Herrsche sowie die False-flag-Dauer-Aktionen verfangen nicht mehr, seit jedermann bewusst ist, dass mit diesen beiden Taktiken die Welt, die Regionen, die Länder in Krieg, in Terror und Destabilisierung getrieben werden sollen. Man ist aufgewacht. Russland beteiligt sich an diesen widerwärtigen Hybrid-Kriegen nicht und versucht auf breiter Front mit diplomatischem Geschick und offenen, ehrlichen Angeboten, die drangsalierten Staaten und Nationen einzubinden in ein friedliches Geflecht aus Vernunft, Deeskalation und ehrlicher Beteiligung der Betroffenen.
Die muslimischen Nationen oder segregierten Länder verstehen mittlerweile, dass ihre Diskrepanzen in der religiösen Auffassung des Islam künstlich erzeugt, künstlich missbraucht und künstlich orchestriert wurden, um den Islam einerseits generell zu destabilisieren und andererseits große Zerstörungspotenziale zu erschaffen, unter denen die USA dann ihre verbrecherischen Ranküne, Kabale und Fäden ziehen kann.
Seit dem Abkommen mit dem Iran hat sich die geopolitische Situation der ölexportierenden Länder verändert. Nicht nur, dass Russland erwägt, Mitglied in der OPEC zu werden und damit den Draht zu den anderen Haupt-Spielern zu halten, sondern die Vormachts- und Abhängigkeitsspiele der USA über die Saudis, Katar und VAE haben jetzt bald ein Ende, wenn Russland mitspielt. Offensichtlich hat Rothschild, einer der Hauptaktionäre der Royal Dutch Shell, kein Veto eingelegt, so dass in Kürze mit einem Beitritt Russlands in der OPEC zu rechnen ist. Dann wären die Preisstürze oder Preiseskapaden nicht mehr möglich. Dann wären die Versuche, die russische Wirtschaft durch Erlösschmälerung in Agonie zu treiben, auch vergeblich.
Die künstlich hoch getriebenen Förderquoten in Relation zu Preisbewegungen nach unten sind durch die Finanzmarkt-Transaktionen global nicht mehr möglich, weil einerseits die Finanzoligarchen sich selbst behindern und andererseits sie diejenigen sind, die dadurch mittelfristig dramatische Verluste erleiden. Die Grenzen der Globalisierung sind aufgezeigt. Rothschild muss einlenken, USA können nicht mehr manipulieren. Der künstlich hergestellte Oil-price-crash durch die USA in Abstimmung mit dem Saudischen Herrscherhaus ist nach hinten losgegangen, denn die Saudi-Kapazitäten sowie die russische Ölförderung wurden nicht berührt; wohingegen das US-amerikanisch shelf-oil seine Förderbasis verlor. Putin feixte schon vorher – der Unterschied zwischen Kerry und Putin wird sichtbar: Putin denkt lange vor, Kerry handelt aufgrund von Männer-Taktiken.
Die finanzielle Situation der russischen Wirtschaft wird von der US-Oligarchie falsch eingeschätzt. Obwohl der Rubel gegen den US-Dollar die Hälfte seines Konversionswertes verlor, geht es der russischen Wirtschaft sehr gut, denn russische Energie jeglicher Art wird in Rubel fakturiert; was der Dollar dazu sagt, ist für Russland fast unerheblich. Der Ölpreis-Fall unter 50 Dollar betrifft im wesentlichen auch nur die USA, weil sie erstens so billig nicht fördern können und weil der Verkaufspreis die Förderkosten nicht deckt. Um im Weltmarkt ihre angeblich führende Rolle als Top-Kapazität zu halten, müssen sie immense Verluste tolerieren – klasse Strategie für Putin und gegen Obama. Die höchst-subventionierte Fracking-Industrie ist zusammengebrochen, ist nicht mehr kreditwürdig und kann die aufgenommenen Riesen-Kredite nicht zurückzahlen. Die Derivate-Spekulanten haben kräftig Federn gelassen.
Den Knoten, der seit Jahrzehnten den Ölmarkt und damit einen der wichtigsten Versorgungsmärkte für die globale Ökonomie behindert, drangsaliert, hypnotisiert und hysterisiert hatte, müsste als erstes aufgeknotet, wenn nicht sogar zerschlagen werden. Wenn das Gemetzel im mittleren Osten, also in der klassischen Öl-Förderregion Nr.1 so weiter geht, wird über kurz oder lang es einen echten Regionen-Krieg mit schrecklichen Auswirkungen auf die gesamte Förderindustrie haben. Deswegen ist eine moderate und langfristig angelegte Diplomatie unter Einbindung aller Förderer, aller Mitspieler, insbesondere Assad, nötig. Die overall-strategy der USA, den mittleren Osten in eine Wüste zu verwandeln hat bis jetzt nicht funktioniert und wird nie funktionieren. Die Folgestrategie der USA, sich als "Friedensstifter", Territoriums-Bestimmer und Major Domus aufzuspielen, klappt erst recht nicht.
Russland und China haben bekundet, dass ihre internen Ölgeschäfte größeren Ausmaßes komplett an der Welt-Fördermenge vorbeigehen werden, wenn die Situation sich in dieser Region nicht stabilisiert. Sowohl die OPEC als auch andere Förderländer würden alleine dadurch riesige Mengenverluste und im Nachgang pro-aktiver Wettbewerbsanstrengungen riesige Preisverluste hinzunehmen haben. Es wäre also im Interesse der Welt, sich auf einen Öl-Wettbewerb zu einigen, der allen relativ sicher garantiertes Auskommen bietet. Die Saudis haben gelernt, dass die USA sehr rigide Vorstellungen von Partnerschaft haben und das dies nicht zu ihrem saudischen Vorteil gereicht. China spricht von Abnahme-Umsätze in Höhe von 500 Milliarden US-Dollar und Russland von jährlichen 25 Milliarden Dollar Umsätzen durch Rosneft, die im übrigen nicht in Dollar, sondern in Yuan oder Rubel fakturiert werden. Ätsch!
Da die beiden Haupt-Konkurrenten im Saudi-Ölmarkt nicht mehr wirklich konkurrieren können, da Rothschild substanzielle Anteile am Rockefeller-Vermögen hält, müssen beide Großkopferten ihre Kriegsgelüste zügeln, um nicht unter die Räder russischer sole-distributor-ship zu China zu geraten. Dann wäre das so schön ausbaldowerte Kartell der "sieben Schwestern" hinfällig. Dieses Kartell hat schon erkennbare Risse und Brüche und es bedarf nur einer solchen – ins Licht gezogenen – Dunkel-Arie, um komplett zerstört zu werden. Und dann haben die Saudis mehr Macht als je zuvor und der Iran plus Russland und Venezuela könnten in die Neu-Welt-Situation kommen, den Ölmarkt zu determinieren. Das würde den Oligarchen, den USA, den Rothschilds und den starken Ökonomien gar nicht gefallen. Der Garaus des Dollars steht sowieso in Kürze bevor; Putin hat einen sehr guten Riecher und denkt strategisch langfristig.
Das einstmals vereinbarte 'Sykes-Picot-Abkommen' zwischen Großbritannien und Frankreich, sowie später durch amendements mit Russland, der Türkei und den USA hat zwar jahrzehntelang relativ gehalten, ist aber durch die US-amerikanische Hegemonial-Politik ins Abseits geraten (Sykes-Picot steht für eine Linien-Grenzziehung über den Mittleren Osten und unterschiedlichen Einfluss-Sphären sowie politischen Vormachtstellung der Beteiligten – würde hier zu weit führen). Diese relative Grenzziehungs-Ruhe hat nun – ausgelöst durch den Ölpreiskrieg der USA- gar keine Bedeutung mehr. Putin versucht jetzt, mit allen beteiligten Ländern eine diplomatische Lösung zu finden, die einem Abkommen analog zu Sykes-Picot gleicht, um allen Beteiligten ein Stück vom Kuchen sichern zu können – und die ganze Region zu befrieden. Pech gehabt USA, wenn ihm das gelingt. Die USA haben keine guten Karten in diesem Spiel. Frankreich, UK und USA sind gerade dabei, sich endgültig ins Aus zu bomben, weil sie glauben, dass Assads nachfolgender Sturz unter US-Protektorat ihnen wieder zum Vorteil gereichen würde. Weit gefehlt. Die USA können kein Protektorat mehr errichten, da der von ihnen ins Leben gerufene IS gegen diese Ambition ist und weil sie zu lange den IS unbeaufsichtigt haben operieren lassen – er ist zu einer bemerkenswerten Spieler-Partei geworden.
Wenn Putin gelänge, diese Region zu stabilisieren, die Versorgung seines Öl-Kontingentes zum größten Teil allein an China zu managen und gleichzeitig die Saudis von der US-amerikanischen Vormacht zu befreien, Syrien zu befrieden und Israel in Schach zu halten, hätte er die Weltordnung neu definiert. Der eurasische Kontinent wäre außerhalb der US-Einflusszone – zumindest ökonomisch, finanziell sowieso. Und Kriege dürften den USA nicht mehr gelingen. Die EU bzw. die Europäer werden sich höchst wahrscheinlich besinnen und bei diesem miesen Spiel um den IS-Terror zurückhalten. Russland wäre sogar in der Lage, sein wirtschaftlich determiniertes Seidenstraßen-Projekt bis nach Nordafrika, also rund ums Mittelmeer auszudehnen. Der Knackpunkt dabei ist die EU, im ganz speziellen Fall Deutschland. Wenn Deutschland als 150%-iger Vasall der USA weiter an der Destabilisierung des Ostens und der US-One-World mitstrickt, wäre die Definition der Putin'schen Neuen Welt ein langfristiges Unterfangen. (Die Frage ist, ob die BRD überhaupt noch in drei Jahren also solche existiert)
Obwohl die Seidenstraßen-Eisenbahn schon rudimentär existiert und Frachtzüge bereits gefahren sind, ist es noch ein gut Stück Arbeit, zu regelmäßigem Zugverkehr zu kommen, um den Schiffsverkehr durchs chinesischen Südmeer zu ergänzen. Die politischen Verbindungen sind gelegt, jetzt müssen China und Russland kräftig zupacken, um die praktischen Transverkehre von allen Nebengeleisen an der Seidenstraße zu ermöglichen. Wirtschaft entwickelt sich dann fast von allein, wenn die Infrastruktur steht und funktioniert. Denn Wohlstand aus funktionierendem Wirtschaften zählt allemal mehr als politisches Taktieren zugunsten oder zulasten einer Hegemonialmacht USA, die außer 'farbigen Revolutionen' und falschen Versprechungen nichts mehr zuwege bringt. USA haben fertig, Flasche leer, was erlauben.
Putin könnte sogar durch diesen diplomatischen Erneuerungs-Schub die europäischen Nationen dazu bringen, ihre dummen Vasallen-Operationen pro USA und ihre ungerechtfertigten Sanktionen gegen Russland aufzugeben und sich endlich wieder bemühen, mit Russland normal zu agieren. Derjenige europäische Politiker, der bis heute nicht geschnallt hat, dass das Vasallentum pro USA den Europäern nur schadet, weil es der Zweck des Vasallentum ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Diesem Politiker kann auch glauben gemacht werden, dass die Millionen Flüchtlinge vom Himmel kommen statt von gebrieften CIA-Schleusern und professionellen 'refugee-organisations' im Sold von Rothschild und Co. Trafficking ist eines der Kriegsmaschen der USA wie Terrortruppen und Farb-Revolutionen. Die Flut (bis zu 25 Millionen!) kann nur eingedämmt werden durch einen Stop der IS am Ort des Geschehens und durch Diplomatie. Putin hat offensichtlich das richtige Paket aus Waffendrohung, Verhandlungen und Ausgangsszenarien gebündelt, um die USA zu bewegen, den Krieg in Syrien zu beenden. Noch gibt es nämlich kein Recht, das einem Staat erlaubt, einen anderen Staat als 'nicht erwünscht' zu deklarieren und ihn deshalb zu zerbomben. Die Kriegstreiber in den USA müssen jetzt mal zurückstecken.
Dann werden die maßgeblichen Treiber und "Wohltäter der Menschheit", Kerry (US-Außenminister), Brennan (CIA), Dunford (US-Marine Corps), Carter (US-Verteidigungsminister), Power (UN-Botschafterin), Rocky & Rothy, Clinton, McCain, Bush, Buffet & Gates, endlich die Klappe halten müssen und sich zurückbesinnen auf ehrliche Arbeit; sie werden konfrontiert werden mit einer 'New World Order', die aber ganz anders aussieht, als sie sich das erhofft hatten. Schlagen mit den eigenen Waffen nennt das der Stratege. Dann könnten die USA auch zurückkehren zu einer Regierung unter einer Verfassung. Dann könnte auch Europa die unsägliche EU als Hegemonial-Instrument der USA gegen Russland auflösen, den nicht funktionierenden Euro ablösen und sich neu aufsetzen, indem man zum Beispiel Deutschland final befriedet und als Nation auferstehen lässt, neutral und friedlich.
Lasst uns einen Moment innehalten und träumen: so könnte es sein; lasst uns hoffen und beten, dass es Putin schafft, der Welt wieder Zuversicht zu geben. Wir, die Betroffenen Bürger und Entrechteten müssen ihn unterstützen durch aktives Beschwerde-Management an unser Regierung und durch subversives Handeln – das ist uns als Widerstand noch erlaubt!
Eine Interpretation und nicht wörtliche Übertragung eines Situationsberichtes von F. W. Engdahl (im Clearinghouse) sowie div. Abhandlungen über die Verhandlungen mit Assad und seinem kürzlich veröffentlichten Interview.

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