Freitag, 14. August 2015

Ungewöhnliche Gebilde und mysteriöse Frauen: Was ist eigentlich auf dem Mars los?

Andreas von Rétyi

Eigentlich war er schon immer für Überraschungen gut, der Rote Planet. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Da wurden auch in jüngster Zeit pyramidenartige Strukturen, seltsame Steine, krabbenähnliche Gebilde und sogar geheimnisvolle Frauen gesehen. Dann wieder war die Rede von einer extrem nahen Begegnung mit der Erde, die den Mars wie einen zweiten Mond am Himmel erscheinen lassen würde – demnächst wieder, am 27. August 2015! Was aber stimmt nun wirklich? 


Im Netz brodelt wieder die Gerüchteküche. Es geht um alte und neue Merkwürdigkeiten auf dem Mars. Tatsächlich wird uns ja sehr vieles verheimlicht, Misstrauen ist da grundsätzlich angebracht. Auf allen Gebieten sind Interessen im Spiel. Verdeckte Operationen, politisches Ränkespiel, das Riesengeschäft der Pharmaindustrie, Betrug in der Wissenschaft: Manipulation steht an der Tagesordnung, beinahe alles ist schon vorgekommen. Auch die NASA steht bereits lange in Verdacht, uns wesentliche Informationen vorzuenthalten, gerade auch, wenn es um die Entdeckung außerirdischen Lebens oder entsprechender Relikte geht. Überall dort, wo Menschen involviert sind, kommt es zu Fehlern, Missverständnissen, Irrtümern oder aber vorsätzlichem Betrug und gezielten Lügen. Das wird sich leider nie vermeiden lassen. Die Frage bleibt eben immer nur, was im Einzelfall geschehen ist und wo die jeweilige Wahrheit liegt.

Misserfolge, menschliches Versagen und Irrtümer verschiedenster Art sind der amerikanischen Weltraumbehörde keineswegs fremd. Klar, eine Organisation dieser Größenordnung als fehlerfreier Mechanismus? Das wäre schon eine Utopie! So kam es unter anderem zum Drama von Apollo 13oder den Shuttle-Katastrophen, denen sogar Menschen zum Opfer fielen. Dann gab es bei der NASA auch beachtliche Schlappen und Schlampereien. Sei es das Hubble-Weltraumteleskop, das – wenn auch sehr präzise – nach falschen Berechnungen gefertigt wurde, oder der wegen eines peinlichen Einheitenfehlers sowie unerfahrenen Bodenpersonals völlig abgedriftete Mars Climate Orbiter oder der lebensbedrohlich mit Wasser vollgelaufene Helm des ISS-Astronauten Luca Parmitano oder die Explosion der Trägerrakete für den Dragon-Raumfrachter oder … Die Liste ist wirklich lang.



Hinzu kommen dann anhaltende Gerüchte um handfeste Vertuschungsversuche. Das beginnt damit, welche Rolle die 1958 gegründete NASA möglicherweise später hinsichtlich Material aus dem Roswell-Zwischenfall gespielt haben könnte, bis hin zur verbreiteten Behauptung, die Apollo-11-Mission sei nie auf dem Mond gelandet. Fälle dieser Art sind mittlerweile so verhärtet, dass es mit der Diskussion hier wie dort schwierig bis unmöglich wird. Auch die Frage nach Leben auf dem Mars scheint für einige Beobachter längst entschieden. So oder so.

Ja, da waren die seltsamen Ergebnisse der Viking-Sonden und andere Messungen, die aufhorchen lassen. Da waren auch die Funde von möglichen Mikrofossilien in Marsmeteoriten, doch die Wissenschaft verlangt beinharte Beweise und betrachtet nicht einmal die Frage nach Marsmikroben als geklärt. Privatforscher durchforsten hingegen unzählige Raumsonden-Fotografien des Roten Planeten nach anomalen Objekten, nach eigenartigen Formationen und Wesen, um dabei verblüffend oft fündig zu werden. Sie scheinen also zumindest die Echtheit dieser Bilder anzuerkennen, stellen sie doch die Grundlage für ihre unermüdliche Spurenfahndung dar.

Seit der Entdeckung der berühmten Marskanäle 1877 durch Giovanni Schiaparelli und der fieberhaften Suche nach Marsleben, wie sie der wohlhabende Percival Lowell über Jahrzehnte hinweg von seinem mächtigen Observatorium bei Flagstaff im US-Bundesstaat Arizona aus betrieb, hat der Mars keineswegs an Faszination verloren, wenn es um die Präsenz möglicher Lebensformen dort geht. Im Gegenteil.

Angeheizt wurde die Diskussion durch die frappierenden Bilder, wie sie der Viking-1-Orbiter im Sommer 1976 vom mittlerweile legendären Marsgesicht erstmals zur Erde funkte: ein ebenmäßiges Antlitz, offenbar von einer intelligenten Zivilisation in einen drei Kilometer langen natürlichen Fels gehauen, wohl als Botschaft für die Menschheit, sollte diese dereinst den Roten Planeten besuchen.

An sich wäre das ein Geniestreich für eine fremde, durch den interstellaren Raum reisende Kultur, um ihre Präsenz und Überlegenheit im Sonnensystem bereits vor Jahrtausenden kundzutun. Eine Art marsianischer Sphinx, dessen Gesicht aus verständlichen Gründen allerdings zum Himmel gerichtet ist. Hinzu kommen noch die ungewöhnlichen, pyramidenförmigen Strukturen in der Umgebung, dort, in der geheimnisvollen Region von Cydonia.

Kein Wunder, wenn diese Raumsondenbilder schnell für internationales Aufsehen sorgten, obwohl die NASA selbst sofort abwiegelte: Es handelte sich um natürliche Formationen, das Gesicht seinichts als ein »Spiel von Licht und Schatten«. Als dann später, im Jahr 2007, die hochaufgelösten Aufnahmen desMars Reconnaissance Orbiter eintrafen, war die Ernüchterung tatsächlich groß: Vom Marsgesicht war nun nicht mehr viel übrig. Diese Bilder, die alles viel detaillierter zeigen sollten, vermittelten nun tatsächlich den Eindruck einer zwar ungewöhnlich geformten, aber dennoch völlig natürlichen Erhebung in der Marslandschaft.

Wieder waren die Ansichten bezüglich einer Erklärung geteilt. Einige akzeptierten die neuen Daten und gaben die These vom künstlichen Marsgesicht auf. Andere äußerten die Vermutung, die Bilder seien manipuliert worden, möglicherweise sei auch die Skulptur selbst – durch wen auch immer – mittlerweile absichtlich zerstört worden. Wenn man ehrlich ist: Mit absoluter Sicherheit lässt sich in solchen Fällen nur selten etwas beweisen und dann lässt sich eigentlich zunächst nur mit Wahrscheinlichkeiten operieren.

Nun, wie sieht es aber mit den anderen Merkwürdigkeiten auf dem Mars aus? Entdeckt und interpretiert wurde auf diversen Raumsonden-Bildern schon so manches: unter anderem etliche Pyramiden, ein Leguan, eine verlorene Sandale, das Fossil eines menschlichen Fingers, die skelettierte Wirbelsäule eines unbekannten Tieres, eine Schildkröte, ein Hase, eine Ratte, eine Krabbe, dann aber auch seltsame Frauen, alles mitten in der öden Marswüste.


Auf Youtube sind mittlerweile unzählige Videos zu solchen vermeintlichen Anomalien zu finden. Einige Bilder scheinen wirklich frappierend, gerade auch, wenn auffallend regelmäßig wirkende Strukturen erkennbar sind, seien es die Wirbelfragmente jenes vermeintlichen Skeletts, seien es glatte Kanten pyramidenförmiger Objekte. Doch auch die beiden mittlerweile bekannten »Mars-Frauen« wirken ziemlich lebensecht.

Auch funkte der Mars-Rover Curiosity ein mittels seiner Mastcam gewonnenes Bild zur Erde, das genauso gut vom ägyptischen Gizeh-Plateau hätte stammen können. Denn in der kargen roten Wüste erhebt sich eine geometrisch ziemlich ebenmäßige Pyramide. Das Foto vom 7. Mai 2015 verfehlt seine Wirkung nicht, zumindest keinesfalls dann, wenn der Betrachter erfährt, wo es entstanden ist! Allein der Gedanke an die Pyramiden von Gizeh lässt ein riesiges Bauwerk erwarten.

Doch die Daten ergeben etwas völlig anderes: Diese Pyramide, die unweit des Rovers an einem nahen Hang liegt, besitzt in etwa nur die Größe einer gewöhnlichen Coladose. Es handelt sich um einen von Abertausenden kleinen spitzen Steinen der Region, höchstwahrscheinlich ist er vulkanischen Ursprungs. Dieses Gestein zerbricht oft in relativ ebenmäßige, scharfkantig begrenzte Einzelstücke. Dafür gibt es nicht nur dieses eine Beispiel. Alles gestaltet sich erst so erstaunlich, wenn man das ursprüngliche Foto um rund 30 Grad gegen den Uhrzeigersinn kippt. Dann nämlich liegt diese Pyramide völlig in der Horizontalen, und die Illusion ist perfekt.

Nun sind da aber noch jene bemerkenswerten Gestalten: Eine Frau, die offenbar am Rand einer Klippe sitzt und die rote Marswüste betrachtet sowie eine andere, dunkle Frauengestalt, die phantomgleich in die Ferne blickt, während ihr Haar im sanften Marswind weht.

Die kürzlich von einem Youtube-Nutzer auf einemCuriosity-Foto entdeckte, gespenstische Frau wurde unter anderem von ufosightingsdaily als wahrscheinlich lebendiges Wesen beschrieben, da eine Statue doch recht schnell der Erosion zum Opfer gefallen wäre, so zumindest vermutet Autor Scott C. Waring. Die Frau müsste natürlich sehr gut an die Umgebung angepasst sein, um offenbar ohne jeden Schutzanzug auf dem Mars überleben zu können. Die niedrigen Temperaturen und Drücke, die Kohlendioxidatmosphäre, die kosmische Strahlung, nichts scheint ihr etwas anhaben zu können.

Hinzu kommt ihre geringe Größe. Die von Curiosity abgelichtete weibliche Person dürfte nicht größer als etwa acht bis zehn Zentimeter sein, das wird von Waring auch auf ufosightingsdailyerwähnt, allerdings verbunden mit dem Hinweis, dass bereits zumindest eine solche Speziesbekannt sei. Dabei nimmt Waring nunmehr Bezug auf die mysteriöse Apollo-20-Mission, die zumindest nach allem, was offiziell bekannt und bislang überprüfbar ist, nie stattgefunden hat, sondern zusammen mit Apollo 18 und 19 Budget-Kürzungen zum Opfer fiel.

Laut William Rutledge, angeblich ein ehemaliger NASA-Astronaut, fand allerdings unter striktester Geheimhaltung eine amerikanisch-sowjetische Mission zum Mond statt: Die wahre Apollo-20-Mission, zur Suche nach außerirdischen Relikten auf dem Mond, Bergung eines extraterrestrischen Wesens sowie Untersuchung eines zigarrenförmigen Flugobjekts im Delporte-Krater auf der Rückseite des Mondes. Eine wiederum endlose Diskussion, die hier nicht vertieft werden soll.

Jedenfalls seien bei dieser Mission auch winzige, nur wenige Zentimeter große menschliche Skelette gefunden worden. Die Wirklichkeit mag oft wesentlich erstaunlicher sein als die Wissenschaft ahnt, aber zuweilen wird es schon arg. Die extrem niedrige Wahrscheinlichkeit verlangt dann eine erdrückende Beweislast, die nicht immer vorzubringen ist. Schließlich ersetzt unbeirrbarer Glaube die irrbare Wissenschaft. Existieren nun winzige Marsbewohner in Menschengestalt oder nicht? Was wurde da wirklich abgebildet?

Bekanntlich sind solche Phänomene auch von der Erde her gut bekannt: Der Mensch ist von der Natur darauf programmiert, allerorten anthropomorphe Figuren zu sehen. Das menschliche Gehirn arbeitet in einer Weise, die Illusionen zulässt – vielleicht im Sinne einer archaischen Alarmfunktion. Jeder dürfte schon einmal selbst in Steinen oder Wolken sehr lebensechte Gesichter erkannt haben. Pareidolie nennt sich dieses Phänomen. Es wird durch diesen Fachbegriff zwar nicht authentischer oder wissenschaftlicher, aber es existiert. Der berühmte »Richard-Wagner-Kopf« am Gipfel des Großen Arber im Bayerischen Wald bietet sich als heimisches Beispiel an, nur eines von vielen.

Wie auch immer, mit einer so einfachen, auffallend wissenschaftlich-entmystifizierenden Erklärung will sich bei Weitem nicht jeder zufriedengeben. Sonst könnte man vielleicht auch am Mount-Rushmore vorbeilaufen und die dort in den Fels gemeißelten Häupter von vier ehemaligen US-Präsidenten ebenfalls als perfekte Pareidolie abtun. In der Umkehrung dieser Philosophie wird es allerdings schon schwierig, die diversen Mars-Aufnahmen zu deuten. Nur, allein die Größe scheint manchmal doch seltsam. Das Problem: Auf dem Mars gibt es keine Vergleichsobjekte, um Entfernungen und Dimensionen sofort sicher einschätzen zu können. Und das führt zu zusätzlicher Verwirrung und kräftiger Fehleinschätzung. Das belegt auch das Beispiel der »Curiosity-Pyramide«.

Es scheint eher unmöglich, unter den Abermillionen Steinen auf dem Mars keine menschen- oder tierähnlichen Gebilde zu finden. Sie müssen dort einfach auftreten. Nun gibt es natürlich auch die Erklärung, all diese Lebewesen seien der Beweis dafür, dass die Marsfotos gar nicht von der Oberfläche des Roten Planeten stammen, sondern irgendwo auf der Erde aufgenommen wurden.Die ganzen Marsflüge seien nichts als Produkt eines riesigen Betrugunternehmens, genau wie im »Fall Apollo«. Selbst dann wären allerdings acht Zentimeter große Frauen recht seltsam. Und dass den Forschern, Verzeihung, den Fälschern, vor der Veröffentlichung ihrer Bilder keine dieser peinlichen Pannen aufgefallen sein soll, das gibt doch ebenfalls zu Denken.

Warum aber halten sich solche Geschichten und Gerüchte dann so lange? Warum tauchen sie mit unglaublicher Penetranz immer wieder auf und werden zur Sensation stilisiert? Vielleicht eine Verschwörung, alternatives Gedankengut mit Märchen anzureichern und dadurch der Lächerlichkeit preiszugeben? Man darf spekulieren. Fakt ist aber, dass offenkundige Fehlinformationen aller Art eine jahrelange Haltbarkeit besitzen, auch in Zeiten des World Wide Web, wo sich doch eigentlich jeder schnell und umfassend ein Bild zu solchen Dingen machen kann.

Ein kurzes Beispiel: Seit 2002 und damit also deutlich über ein Jahrzehnt, kommt jedes Jahr zuverlässig zur selben Zeit dasselbe Gerücht auf den Tisch, direkt aus der dazugehörigen Küche. Stets heißt es dabei, der Mars werde am 27. August extrem nahe an der Erde stehen und dem bloßen Auge so groß wie der Vollmond erscheinen. Das stimmt natürlich hinten und vorne nicht. Seit Menschengedenken wurde aus dem hellen »Sternchen« nie ein Objekt, das auch nur annähernd so hell war wie der Mond. Aktuell hätte der Mars dann eine radikale Bahnänderung hinlegen müssen, was auch Gezeitenwirkungen mit sich gebracht hätte.

Zwar kam Mars im August 2003 der Erde so nahe wie seit rund 60 000 Jahren nicht mehr, doch konnte er selbst dann nicht näher rücken als auf knappe 56 Millionen Kilometer. Er bleibt dabei ein punktförmiges Objekt am Himmel und ähnelt einem hellen Stern. Alle 780 Tage begegnen sich Erde und Mars in der Opposition. Wegen der stark elliptischen Marsbahn weichen die Oppositionsentfernungen deutlich voneinander ab. Zu ungünstigen Zeiten kommen sich beide lediglich auf 101 Millionen Kilometer nahe.

Die Geschichte mit dem mondgroßen Mars entstand aufgrund einer E-Mail, die auf die besondere Opposition von 2003 hinwies sowie darauf, dass kein heute lebender Mensch den Mars noch einmal so nahe erleben würde. Hier hieß es dann auch: »Bei bescheidener 75-facher Vergrößerung wird Mars so groß wie der Vollmond mit bloßem Auge aussehen.« Dieser Satz läutete das Missverständnis ein, oft wurde er schlampig zitiert, wobei die »75-fache Vergrößerung« plötzlich unter den Tisch fiel. Doch am 27. August 2003 sah niemand einen vollmondgroßen Mars, außer vielleicht im Voll(mond)-Rausch – dummerweise war um dieses Datum herum ohnehin Neumond.

Nun wäre die ganze Sache durchaus noch einigermaßen verständlich und auch verzeihlich. Da hatte sich eben ein Fehler eingeschlichen. Passiert schnell, kein Mensch ist davor gefeit. Doch dass daraus ein jahrelanger Selbstläufer wird, ist schon unglaublich. Jedes Jahr erhalten Sternwarten weltweit Anrufe wegen des angeblich riesigen Mars, denn jedes Jahr taucht das Gerücht wieder aus der Versenkung auf, egal wie oft sich in Vorjahren bereits dessen absolute Irrigkeit bestätigt hat.

Wie lange sich das noch halten wird? Hoffentlich nicht mehr zu lange. Und wenn Mars im Jahr 2287 der Erde sogar noch ein wenig näher stehen wird als 2003, geht der ganze Zirkus bestimmt wieder von vorne los, sollte das Gerücht zwischenzeitlich doch noch in die komplette Hibernation gleiten. Denn innerhalb einer Spanne von gerade einmal knapp 300 Jahren dürften die Menschen kaum schlauer geworden sein.

Übrigens: Genau jetzt, für den 27. August 2015, wurde gelegentlich schon wieder so ein Super-Mars angekündigt. Dabei findet dieses Jahr überhaupt keine Mars-Opposition statt, und man darf froh sein, den kleinen roten Punkt überhaupt am Himmel zu finden! Immerhin, mittlerweile überwiegen endlich die Meldungen, dass es keinen »Doppelmond« geben wird. Nach wie vor zirkuliert aber eine anderslautende Rundmail.

Was nun die seltsamen Marswesen betrifft? Nun, da ist wahrhaft schon manches ungewöhnlich. Eigentlich heißt es doch immer, Männer seien vom Mars und Frauen von der Venus. Also passt hier etwas nicht. Aber nun im Ernst, den strikten Befürwortern jener Thesen scheint überhaupt nicht bewusst zu sein, welchen Bärendienst sie all jenen faktisch um Offenheit und Aufklärung bemühten Forschern und Medien erweisen, die jenseits des Mainstreams versuchen, Wahrheiten ans Licht zu bringen.

Damit haben Erzskeptiker umso leichteres Spiel, ihre ohnehin durch die Massenmedien bestens gestützte Position zu vertreten, um anhand solcher »Paradebeispiele« erneut alles über einen Kamm zu scheren und alternatives Gedankengut pauschal mit stereotypen Negativismen zu überhäufen. So wird oft auch wertvolle Arbeit zunichte gemacht. Natürlich gibt es echte Verschwörungen, Fakten, die der Öffentlichkeit nicht kundgetan werden, Aktivitäten, von denen (fast) niemand etwas weiß und Phänomene, bei denen ein ernsthafter Forschungsbedarf besteht.

Doch gerade jene Gerüchte, die aus jedem sonderbaren Stein sofort ein Wunder machen, sorgen dafür, dass auch aufgeschlossene Kreise auf Distanz gehen und sämtliche Erzskeptiker wieder freudig mit dem Finger auf die »UFO-Gläubigen« zeigen können. Sollte sich aber nur eine der vielen ungewöhnlichen Strukturen auf dem Mars unzweifelhaft nicht als Pareidolie, sondern als echtes nicht-menschliches Artefakt herausstellen, wäre das freilich der Durchbruch.

Hier läge es allerdings an aufgeschlossenen Wissenschaftlern, die entsprechenden Maßnahmen zur Überprüfung einzuleiten. Schon jetzt aber wird sich angesichts der vielen unhaltbaren Behauptungen kaum jemand an einem solch heißen Eisen die Finger verbrennen wollen. Und abschließend noch eine weitere Tatsache: Die immer wieder zu hörende Behauptung, dass das UFO-Phänomen, die Möglichkeit außerirdischer Artefakte im Sonnensystem oder die Frage zur Existenz von Marsleben, einst oder jetzt, bereits hinreichend geklärt wäre und eindeutig verneint werden könne, auch das bleibt nichts anderes als ein jeweils sehr hartnäckiges Gerücht! Und genau deshalb dürfte sich auch die Suche nach wahren Lebensspuren sowie authentischen außerirdischen Artefakten auf Mond und Mars lohnen!

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