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Montag, 3. August 2015

Die neue Spionage Barbie

(Von Niki Vogt) Viele mögen es überhaupt nicht, das ewig junge, blode Girlie mit Wespentaille, Beinen bis zum Hals, Kindchenschemagesicht und langen, Blonden Haaren: Barbie. Irgendwie lag immer etwas Falsches hinter diesem perfekten Saubermädchen. Und jetzt ist sie nur noch gruselig, dieser falsche Engel im Kinderzimmer: Sie ist eine Spionin der NSA geworden. Verschwörungstheorie? Na, dann bitte mal lesen.





Auf der New Yorker Spielzeugmesse ist sie der Hingucker. Die neue Barbie wird an einem Stand präsentiert, der eine Orgie in Pink und auch noch mit pinker Beleuchtung die Präsentatorin aussehen läßt, wie in einer Geisterbahn für vorpubertäre Mädchen. Mit "Hello Barbie" führt die unheimlich pink angeleuchtete Dame das neueste Produkt der Firma "Mattel" ein, die damit gegen Absatzschwierigkeiten kämpft. Der Eindruck der pinken Geisterbahn trifft es sehr gut, denn was wir als die einmaligen, großartigen Möglichkeiten von "Hello Barbie" angepriesen bekommen, IST echt gruselig.

Der Borg in Barbiegestalt kann nämlich mit dem Kind kommunizieren, denn Barbie verfügt über Spracherkennungstechnologie. Die ist das Neueste vom Neuen, heißt "ToyTalk" und funktioniert ganz ähnlich, wie die Spracherkennung "Siri" auf dem I-Phon. Die erste Modepuppe, die mit dieser Technologie kontinuierlich lernt und eine "ganz besondere Beziehung mit jedem Mädchen aufbauen" kann. Das allein ist schon ein schrecklicher Gedanke, daß die kleinen Mädchen mit einer Art Roboterpuppe ein emotionales Verhältnis aufbauen sollen. Barbie hört zu und adaptiert Ausdrucksweise und Wörter des Kindes. Sie kann Witze erzählen, interaktiv mit dem Kind spielen und zum Geschichten erzählen anleiten. So, daß das kleine Mädchen sie tatsächlich als eine Person wahrnimmt, ihr Gefühle glaubt und zu der hypersexy Plastikbraut ein vertrauensvolles, emotionales Verhältnis aufbaut.
Aber das ist noch der harmlose Teil.
Barbie ist über Wifi mit einer Cloud im Internet verbunden. Diese Cloud liegt auf dem Server von Mattel. Dort werden alle Geräusche, Lieder, Wörter und Hintergrundgeräusche, die Barbie aufnimmt gespeichert. Der Server von Mattel wertet das alles aus und generiert passende Antworten. Die geführten Gespräche und erzählten Geschichten, alles, was das arglose Kind der Puppe anvertraut, wird in dieser Cloud gespeichert. Die Puppe kann diese Informationen immer wieder davon abgreifen und in die Konversation mit dem Kind einbauen.
Was die Puppe so aus den Erzählungen des kleinen Mädchen aufnimmt, sind vielleicht ganz harmlose Geschichten vom Häschen im Park, oder aber Dinge, die es nicht so richtig von den Erwachsenen verstanden hat und die es bedrücken - aber ein sehr seltsames Licht auf das Familienleben werfen könnten. Oder auch einfach mal so etwas wie zum Beispiel:
"Weißt Du, Barbie, was mein Papa immer sagt, wenn er die Zeitung liest?"
"Nein, Schätzchen, aber ich würde mich freuen, wenn Du es mir erzählst"
"Ja, weißt Du Barbie, er wird dann oft böse und sagt, daß die Politiker schlecht und böse sind, und uns alle kaputtmachen, und dann sagt er noch, daß man sich dagegen wehren muß ..."
"Oh, Liebes, das ist aber interessant, magst Du mir erzählen, wie er das machen will?"
Ob Mattel so etwas interessiert?
Nun ja, seit Kurzem ist Mattel Kooperationspartner von Google.
Und Google bastelt zusammen mit der Elektronik-Rüstungsfirma Boston Dynamics Roboter, die für militärische Einsätze konzipiert sind problemlos mit Waffen ausgestattet werden - und Jagd auf Menschen machen können.
Was sollte Google daran hindern, die Hetzrudel-Roboter mit der Barbie-Cloud zu connecten, um Informationen zu möglichen Zielpersonen zu erhalten?

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