Sonntag, 5. Juli 2015

Erste Hochrechnung sagen zu 60% Nein zu weiteren Sparmaßnahmen

Der Economist meldet, dass die Griechen mit überwältigender Zustimmung die Forderungen der Troika ablehnen werden.

Die Economist Intelligence Unit (EIU) meldet, dass es beim Referendum in Griechenland zu einem klaren Erfolg für Alexis Tsipras kommen könnte: Das Research-Team, das in der Regel sehr gute Informationen in den Märkten hat, geht davon aus, dass die Zustimmung für Tsipras überwältigend sein soll.
Der EIU geht nun von einer 60 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen Grexit aus.
Das meldet der Dienst auf Twitter – und bestätigt die Meldung mit einer Notiz, dass man an der Prognose festhalte.
Der EIU verfügt über eigene Quellen in der ganzen Welt. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr.
Die Beteiligung an der Volksabstimmung in Griechenland soll nach übereinstimmenden Berichten griechischer Medien am frühen Sonntagnachmittag die 40 Prozent übertroffen haben. Damit werde das Ergebnis des Referendums über das griechische Sparprogramm rechtskräftig sein, hieß es.
Die Medien berufen sich auf Informationen aus dem Innenministerium. Bei Volksabstimmungen muss in Griechenland die Wahlbeteiligung bei mindestens 40 Prozent liegen. Anderenfalls hat das Ergebnis keine Wirkung.

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Update 18:10 

Griechenland: Varoufakis trifft sich mit Notenbank zur Krisensitzung

Mit Wahlschluss zum Referendum sollen Finanzminister Yanis Varoufakis und Vertreter der griechischen Notenbank zu einer Krisensitzung zusammenkommen.
Yanis Varoufakis soll sich gleich nach dem Referendum mit der Leitung der griechischen Notenbank treffen. (Foto: dpa)
Yanis Varoufakis soll sich gleich nach dem Referendum mit der Leitung der griechischen Notenbank treffen. (Foto: dpa)
Gleich nach dem Referendum kommen Finanzminister Yanis Varoufakis und Vertreter der griechischen Notenbank zu einer Krisensitzung zusammen. Das twitterte BBC-Reporter Robert Peston
Der Economist meldet bereits, dass bei dem Referendum eine große Mehrheit offenbar mit Nein gestimmt hat.
Die griechischen Banken haben nur noch Cash-Guthaben in Höhe von 500 Millionen Euro – ein Öffnen am Montag ist somit unmöglich. Offenbar bereitet die EZB bereits Not-Maßnahmen vor.
Egal wie das Referendum endet: Klar ist, dass die Euro-Zone dadurch nicht gerettet wird. Ein sich abzeichnender Banken-Crash in Griechenland treibt den Preis für das Scheitern in die Höhe – eine Ansteckung in ganz Europa droht.

Update 19:30
Ersten Auszählungen zufolge hat die Mehrheit der Griechen gegen die Vorgaben der Troika gestimmt.
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Die Griechen haben im Referendum die Forderungen der Troika nach ersten Auszählungen überraschend klar abgelehnt. Wie das Athener Innenministerium am Sonntag mitteilte, stimmten nach Auszählung von 16 Prozent der abgegebenen, gültigen Wahlzettel 60,3 Prozent mit «Nein» und 39,7 Prozent mit «Ja».
Damit stärkten die Wähler dem linken Ministerpräsidenten Alexis Tsipras den Rücken, der eine Ablehnung empfohlen hatte. Die griechische Regierung kündigte unmittelbar nach dem Referendum neue Verhandlungen mit den Geldgebern an. Noch am Sonntagabend wolle man substanzielle Gespräche mit den internationalen Partnern beginnen, erklärte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis im Fernsehen. «Das Mandat (des Volkes) ist klar», sagte Sakellaridis. Tsipras werde sich «sehr schnell bewegen, um den Auftrag des Volkes in die Tat umzusetzen».
Nach der Veröffentlichung der ersten Ergebnisse brach im «Nein»-Lager Jubel aus. Nach TV-Berichten strömten Hunderte Anhänger der Ablehnung des Sparprogramms in Athen auf den Platz vor dem Parlament und feierten.

Update 20:00 

Griechenland will keine andere Währung als den Euro


Die griechische Regierung arbeitet nach eigenen Angaben nicht an einer Parallelwährung zum Euro. Ein Ausscheiden aus der Eurozone sei ebenfalls nicht geplant. Die Ereignisse im Überblick:

19.00 Uhr – SPD-Finanzexperte Carsten Schneider erwartet komplizierte Verhandlungen mit Athen: „Ich halte das Ergebnis, wenn es so käme, für wirklich schwierig, mit … den gegenwärtigen Leuten noch zu verhandeln“, sagte er in der ARD. Sowohl Regierungschef Alexis Tsipras als auch Finanzminister Yanis Varoufakis hätten die Stimmung aufgestachelt. „Ich weiß nicht, wie man noch gemeinsam Boden dann finden kann“, sagte Schneider.
18.00 Uhr – Die Wahllokale in Griechenland schließen. Mit ersten Zahlen wird gegen 20.00 Uhr gerechnet.
18.10 Uhr – In den letzten Wahlumfragen vor dem Referendum hat sich eine knappe Mehrheit der Griechen gegen die Fortsetzung der Troika-Vorgaben ausgesprochen. Das ergaben Umfragen mehrerer Institute, die erst nach der Schließung der Wahllokale am Sonntag veröffentlicht wurden.
18.20 Uhr – Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Montagnachmittag (6. Juli) nach Paris reisen, um mit Frankreichs Präsident Francois Hollande über die Situation nach dem griechischen Referendum zu sprechen. Das teilte ein Regierungsprecher am Sonntagabend mit.
18.40 Uhr – Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Axel Schäfer fordert ein Treffen der EU-Regierungschefs am Montag. „Die Lage ist zu ernst, um sie den Finanzministern zu überlassen“, sagte er zu Reuters.
18.55 Uhr – Die griechische Regierung arbeitet nach eigenen Angaben nicht an einer Parallelwährung zum Euro. Das sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter dem TV-Sender Star. Er gehe nicht davon aus, dass es zu einem Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone komme. Athen stehe für ein Treffen mit den internationalen Geldgebern noch heute Nacht bereit.

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