Freitag, 5. Juni 2015

Hoffnungsschimmer: Wirkt Cannabis gegen Alzheimer?

Paul Fassa


Sie haben vielleicht über die positive Wirkung der mittelkettigen Triglyceride (MCT) im Kokosöl gelesen, welche in Ketone umgewandelt werden, die dann den unterversorgten Gehirnzellen Energie liefern und vielleicht sogar Alzheimer rückgängig machen. 

Die Häufigkeit von Alzheimer ist in den letzten Jahrzehnten exponentiell gestiegen; die Krankheit fordert inzwischen fast so viele Opfer wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

Kräuter aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und aus der Ayurveda sind hilfreich, während Big Pharma immer wieder daran scheitert, ein gewinnträchtiges Alzheimer-Mittel zuentwickeln, das mehr nutzt als schadet. Und jetzt kommt vielleicht noch ein weiteres nicht-pharmazeutisches Mittel hinzu: Cannabis.

Frühere »Tests« hatten ergeben, dass der Konsum von Cannabis zu beträchtlichem Gedächtnisverlust führt. Doch diese Tests waren so angelegt, dass sie der Drogenbekämpfungsbehörde DEA (Drug Enforcement Administration) zupass kamen und auch der von US-Präsidenten vertretenen Position: »Sag‘ einfach Nein«. Im Übrigen ist Marihuana eine Pflanze, keine Droge.

Seit die medizinische Wirksamkeit und Sicherheit von Marihuana bestätigt sind, haben unabhängige Tests ergeben, dass das Gedächtnis langjähriger Marihuana-Konsumenten intakt ist. Und nicht nur das, sondern Marihuana kann das durch eine Erkrankung des Gehirns, wie beispielsweise Alzheimer, verlorene Gedächtnis sogar zurückbringen.

Studien widerlegen das »Kiffer«-Image vom Gedächtnisverlust

Eine Studie, die 2013 in Spanien an Tieren (Mäusen) durchgeführt wurde, trägt den Titel »CB2-Cannabinoid-Rezeptor-Antagonist lindert Alzheimer-ähnliche Phänomene bei AsPP/PSI-Mäusen«.

Die Forscher untersuchten die Wirkung von Cannabis bei Alzheimer. Sie schlussfolgerten:
Die vorliegende Studie unterstützt die Annahme, dass die Stimulation von CB2-[Cannabinoid]-Rezeptoren mehrere veränderte Parameter bei Alzheimer verbessert, beispielsweise beeinträchtigtes Gedächtnis und Lernen, Neuroinflammation, Schäden durch oxidativen Stress und Reaktionen auf oxidativen Stress, Tau-Kinasen und Tau-Hyperphosphorylierung im Bereich von Plaques.
Auch andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Wissenschaftler am Roskamp Institute in Florida haben eine ganz neue Sicht des Verlaufs von Alzheimer entwickelt und demonstriert, wie Cannabis ohne schädliche Nebeneffekte wirkt.

Dieser Studie ging eine ähnliche Untersuchung über die Wirksamkeit von Cannabis bei Alzheimer voran, die von Neuroscience Research Australia und an der Ohio State University durchgeführtwurde.

Dr. Gary Wenk, Professor für Neurowissenschaft, Immunologie und medizinische Genetik an der Ohio State University, erklärte in der Zeitschrift Time: »Ich suche seit 25 Jahren nach einem Medikament, das bei Ratten die Entzündung des Gehirns mindert und die kognitiven Fähigkeiten wiederherstellt; Cannabinoide sind die erste und einzige Medikamentenklasse, die sich je als wirksam erwiesen hat.« [Hervorhebung durch den Autor.]

Ein anekdotischer Bericht über die Anwendung von Cannabis bei Alzheimer

Eine Dame erzählt, wie sie ihrer Mutter im letzten Stadium der Alzheimer-Erkrankung beistand, indem sie sie schrittweise auf medizinisches Marihuana setzte und alle Medikamente absetzen ließ. Ihre Mutter, die im Alter von 80 Jahren zu ihr nach Oregon gezogen war, glaubte nicht an ganzheitliche Medizin, Bio-Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel.

Zusätzlich zu ihren Alzheimer-Medikamenten nahm sie weitere Mittel gegen andere Beschwerden ein. Ihre Tochter hatte für die Mutter die Genehmigung zum Einsatz von medizinischem Marihuana erhalten und arbeitete mit einer Ärztin daran, sie von den Medikamenten zu entwöhnen, und gab ihr immer höhere Dosen von essbarem Cannabis. Selbst die Ärztin, die normalerweise keine Cannabis-Bescheinigungen ausstellt, bemerkte die deutliche Verbesserung: »Ich wünschte, alle meine Alzheimer-Patienten wären auf Cannabis. Sehen Sie doch nur ihre Lebensqualität.« Ungefragt stellte sie immer wieder Folgebescheinigungen aus.

Dass die Tochter in selbst gekochte Bio-Gerichte regelmäßig Cannabis-Produkte einbaute, zeigte bei der Mutter positive Wirkung: Das Gedächtnis verbesserte sich, im sozialen Umgang war sie freundlicher und kooperativer, wo sie früher reizbar, ärgerlich und abweisend gewesen war. Das sind die schwer handhabbaren Symptome von Alzheimer. Die Mutter starb friedlich im Alter von 83 Jahren, die enge Mutter-Tochter-Bindung war zuletzt wiederhergestellt. Sie verließ das irdische Leben in viel besserem Zustand, als ohne die Cannabis-Behandlung denkbar gewesen wäre.

Fazit: Es gab Todesfälle unter Versuchspersonen, an denen ein wirksames Alzheimer-Medikament oder die »Off-Label«-Verwendung eines bestehenden Medikaments wie Celebrex von Pfizergetestet wurde. Ein wichtiges Element bei der Erprobung menschengemachter Medikamente ist die Ermittlung der Toxizität. Warum sich die Mühe machen, eine Risiko-Nutzen-Analyse für ein Medikament durchzuführen, das mit einiger Sicherheit Nebenwirkungen zeigt, wenn es vollkommen sichere und wirksame Mittel wie Kokosöl und Cannabis gibt?

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