Donnerstag, 11. Juni 2015

Die Goldblase wird bald platzen

Hat die US-Notenbank im vergangenen Monat durch heimliche Goldlieferungen einen Default der COMEX vereitelt? Ein Rechtsanwalt hat entsprechende Hinweise vorgelegt. Die US-Notenbank hat Banken in der Weltfinanzkrise von 2008/2009 mit Billionen-Beträgen ausgeholfen und diese vor dem Untergang gerettet. Die Fed dürfte den großen Geldhäusern und Handelsplätzen auch dann zur Seite stehen, sollte ihnen kurzfristig das Gold aus wichtigen Lieferverpflichtungen ausgehen. Laut einem aktuellen Bericht des amerikanischen Rechtsanwalts Avery B. Goodman könnte genau das im vergangenen Mai geschehen sein.

Demnach habe die Federal Reserve der Warenterminbörse COMEX im vergangenen Mai mutmaßlich mit Gold aus US-Beständen ausgeholfen. Dem Bericht zufolge war die US-Bank JP Morgan bei dieser Intervention behilflich. So habe JPM am 1. Juni exakt die Anzahl an Goldunzen geliefert, die die COMEX benötigt habe, um das bestehende Nachfrage-Defizit auszugleichen.
Goodman beruft sich auf geheime Dokumente. An diesem Tag hätten physischen Forderungen von 550.000 Unzen Gold lediglich 370.000 Unzen an verfügbaren COMEX-Beständen gegenüber gestanden. 177.402 Unzen, 7.402 Unzen mehr als die genannte Differenz, seien dann unmittelbar von JP Morgan ins COMEX-Lager geliefert worden. Goodman führt in seinem Bericht weiter aus, warum das Gold nicht von JP Morgan selbst stammen dürfte. Er beruft sich dabei unter anderem auf Informationen aus dem monatlichen „Bank Participation Report“ (Bericht zur Bankenbeteiligung am US-Futures-Handel) der Börsenaufsicht CFTC.
Hintergrund: Im Rahmen des Gold-Future-Handels halten die großen Bullion-Banken in speziellen Lagern Gold bereit (COMEX-Lager). Sie dienen unter anderem zur Bedienung von Lieferverträgen. Im Futures-Handel kommt die gehandelte Ware selten zur Auslieferung. Die Kontrakte werden meist vor der Fälligkeit glattgestellt oder „gerollt“. Besteht ein Kontrahent dagegen auf physische Lieferung, so wird der Kunde in der Regel aus einem der COMEX-Lager bedient.
Nun sind diese COMEX-Lagerbestände in den vergangenen Jahren generell stark geschrumpft (siehe Grafik unten). Die Terminbörse bekäme ein ernsthaftes Problem, sollte sie nicht in der Lage sein, alle Lieferwünsche zu bedienen. Es bestünde die Gefahr eines so genannten „Default“ (Ausfall).
chart2
(COMEX Lagerbestände „registered“ seit 2009 stark geschrumpft)
Das wiederum könnte eine Schockwelle auf dem Goldmarkt auslösen, aufgrund eines massiven Vertrauensverlustes in den internationalen Goldhandel. Dies könnte wie bei einem Bankansturm dazu führen, dass immer mehr Goldinvestoren an den verschiedenen Märkten auf die Auslieferung des physischen Goldes bestehen. Der Goldpreis würde vermutlich wie eine Rakete in den Himmel schießen. Klar, dass man von höchster geld- und regierungspolitischer Ebene versuchen wird, solch eine Situation mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern.
Also kauft Gold solange es so günstig ist, und ihr noch welches bekommt. 

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