Montag, 18. Mai 2015

Umweltbundesamt kapituliert vor Chemtrailern


Ein Facebook-Post des Umweltbundesamtes sorgt derzeit über Dessau-Roßlau hinaus für Furore - vor allem bei Chemtrail-Verschwörern, die nicht an Kondensstreifen am Himmel glauben. Das Uba zieht nun die Reißleine.
DESSAU-ROSSLA
Das Umweltbundesamt in Dessau kapituliert vor Chemtrail-Verschwörern und wird sich auf seiner Facebook-Seite nicht mehr mit deren Theorien und Thesen auseinander setzen. „Als steuerfinanzierte Behörde wäre es unangemessen, sich weiterhin mit dieser Art Fiktion zu befassen. Das wäre gegenüber allen Bürgerinnen und Bürgern mit ernsthaftem Interesse am Umweltschutz und sachlichen Dialog nicht fair und auch nicht vermittelbar“, schrieb die Social-Media-Abteilung der Bundesbehörde am Freitag gegen 23 Uhr. Zuvor war ein Facebook-Beitrag zu „Chemtrails“ mit vielen hundert Beiträgen verschwunden.
„Es handelt sich höchstwahrscheinlich um einen technischen Defekt“, heißt es in einer Stellungnahme des Umweltbundesamtes. „Durch uns erfolgte keine Löschung des Beitrags, auch wollten wir die kontrovers geführte Diskussion zum Thema nicht beenden. Wir haben bereits Kontakt zu Facebook aufgenommen und hoffen sehr, dass sich die Ursache schnell aufklären wird.“
Die Facebook-Seite der in Dessau sitzenden Behörde war in den vergangenen Tagen mit hunderten Beiträgen und Kommentaren nahezu "überschwemmt" worden. Im Internet habe es sogar Aufrufe gegeben, das Umweltbundesamt gezielt mit Anfragen und Spam zu attackieren. „Wir bedauern diese Entwicklung sehr“, schreibt das Social-Media-Team des Umweltbundesamtes, „sehen aber – auch im Sinne der User, die an sachlichen Informationen interessiert sind – keine andere Möglichkeit, dieser überaus unkonstruktiven Flut an Beiträgen Herr zu werden.“
Die Chemtrail-Verschwörer behaupten, dass unter anderem im Rahmen geheimer Projekte der USA militärische und zivile Flugzeuge Aluminium- und Barium-Verbindungen in die Atmosphäre ausstoßen, aus denen sich diese „Chemtrails“ – ähnlich der Bildung von Kondensstreifen – entwickeln würden. Ziel soll dabei sein, der durch den Menschen hervorgerufenen Erwärmung, verursacht durch Emissionen treibhauswirksamer Gase in die Atmosphäre, entgegenzuwirken.
„Jedem seine Meinung, aber nicht seine eigenen Fakten“, sagt das Umweltbundesamt, das zum Thema schon eine eigene Broschüre herausgegeben hat. „Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege für die Bildung so genannter Chemtrails. Weder uns noch dem Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR), dem Deutschen Wetterdienst, der Deutschen Flugsicherung GmbH, der US-Luftwaffe und der World Health Organization (WHO) liegen Erkenntnisse zu den beschriebenen Thesen und Behauptungen vor.“ Die zitierten Quellen „paranews“, „ufos-aliens“ oder „allmystery“ seien wenig glaubwürdig und die Fotos etwaiger Chemtrails geben alle keinen Anlass, dahinter etwas anderes als gewöhnliche Kondensstreifen oder Wolken zu vermuten. (mz/sb)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Blanker Hohn. Jungen Leuten, welche unvoreingenommen eine Arbeit über dieses Thema gemacht haben, wurde der Riegel vorgeschoben.
Zuerst durften z. B. die Auszubildenden alles gratis in qual. Labors auswerten lassen. Da es ja als "eine Art von Jugend forscht" angesehen wurde. Die Messwerte waren sehr schlimm. Barium und Co. im Regenwasser. Darf nicht sein! Sucht es in Suchmaschinen. Die Teenager kamen aus der Schweiz. Liebe Grüsse.