Freitag, 1. Mai 2015

Erich von Däniken und die Aliens

Der Jäger der verschwundenen Götter

«Die einen kennen mich, die anderen können mich»: Erich von Däniken.




Kein Schweizer hat mehr Bücher verkauft als er: Über die erstaunliche Karriere des Erich von Däniken, der seit einem halben Jahrhundert zu belegen versucht, dass unsere Vorfahren von Aliens besucht worden sind.
Selbst wenn Erich von Däniken nur ein Spinner, Scharlatan und Phantast wäre, wie hierzulande gerne behauptet wird, müsste man ihm zugestehen, dass er höchst unterhaltsam ist. Der untersetzte Mann mit dem Reptilienblick, der stets ein blaues Sakko trägt, hat fast 70 Millionen Bücher verkauft, seine 37 Werke sind in Dutzenden von Sprachen erschienen, zuletzt auch auf Chinesisch. Laut eigener Aussage macht ihn das zum «meistgelesenen und meistkopierten Sachbuchautor der Welt». Das Motto seiner Schriften: «Tauchen Sie ein in die Welt der unmöglichen Möglichkeiten.»

Kürzlich ist EvD, wie sich der Freund archäologischer Rätsel gerne nennt, 80 Jahre alt geworden. Gefeiert wurde er von seinem Verlag mit einem «wissenschaftlichen» Kongress in Sindelfingen, an dem 3000 Personen teilnahmen, unter ihnen auch Prominenz aus der Prä-Astronautik – jener Szene, die wie von Däniken davon ausgeht, dass in grauer Vorzeit intelligente Ausserirdische auf der Erde vorbeischauten. Wer den berühmtesten Apologeten dieser These von fremden Raumfahrern zu Bürozeiten besuchen will, muss warten. «Bitte beachten Sie: Ich existiere nicht am Morgen», heisst es auf von Dänikens Briefpapier. Auf anständiges Bitten hin macht er jedoch eine Ausnahme und empfängt uns bereits vor dem Mittagessen. Seinem Redeschwall tut es keinen Abbruch, obwohl der passionierte Raucher morgens auf sein Nikotin verzichtet.

Das Spiel mit den Rätseln


Die Räumlichkeiten seiner «Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI (Suche nach extraterrestrischer Intelligenz)» liegen in Unterseen bei Interlaken. Oberhalb der Arbeitslosenkasse und neben einem Pilates-Studio hat von Däniken seine Arbeitsstätte eingerichtet: Bücherregale mit akribisch geordneten Publikationen von «Ägypten» und «Atlantis» bis «UFO» und «Wissenschaft», Zettelkataloge, Archivschachteln, 200 000 Dias – alles in den tristen Grau- und Brauntönen der 1980er Jahre.


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