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Dienstag, 5. Mai 2015

Drittes schweres Erdbeben mit Tsunami auf Papua-Neuguinea – Beben in Niedersachsen

Eine weitere Steigerung der Erdbebenserie auf der Insel Neubritannien (New Britain) erfolgte in der vergangenen Nacht. USGS registrierte um 3.44 Uhr ein Erdbeben mit Magnitude 7.5 im Südosten der Insel. Eine Tsunamiwarnung wurde vom PTWC für Neubritannien und andere nahe gelegene Inseln herausgegeben und drei Stunden später wieder aufgehoben. 
Viele Menschen wurden von den Küstenabschnitten evakuiert und flüchteten ins Landesinnere. Lokale Behörden in der Hafenstadt Rabaul berichteten von einem deutlich sichtbaren Tsunami. Auch an anderen Stellen der Insel trafen die Wellen auf die Küste. Überflutungen soll es nach ersten Angaben nicht gegeben haben, da das Wasser nicht höher stieg, als während der normalen Tide. Genaue Berichte liegen aber noch nicht vor.
Das Erdbeben selbst war sehr stark auf der gesamten Insel spürbar. Laut ShakeMap des USGS wurde Intensität VIII als Maximalwert kalkuliert. Davon betroffen eine dünn besiedelte Region, wo bereits die beiden vorangegangenen Erdbeben (M6.7 und 6.8) mehrere Häuser zerstört haben. Berichte über die aktuelle Lage dort gibt es zur Zeit nicht.
Gebäudeschäden durch das Beben wurden im Nordosten der Insel registriert. In Rabaul kam es zu Rissen in Gebäuden. Ähnliche Schäden werden aus der südlicher gelegenen Stadt Kokopo gemeldet. Dort soll das Beben so stark gewesen sein, dass selbst Bäume entwurzeltwurden.
Die Nachrichtenseite pngloop meldet größere Gebäudeschäden auf Neubritannien, wovon viele Städte und Bauwerke betroffen sind. Bei Schulen und Regierungsgebäuden stürzten teilweise Decken ein. Schüler wurden aufgefordert, nach Hause zu gehen. Alle öffentliche Gebäude wurden geschlossen. Auch Dörfer abseits der Städte im Nordosten waren betroffen.
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In weiten Teilen der betroffenen Region brach zudem die Stromversorgung zusammen. Daher ist nicht klar, wie schwer betroffen die direkte Epizentralregion ist.
Verletzte werden bisher nicht gemeldet.
Es folgten dutzende Nachbeben, das stärkste erreichte bisher Magnitude 5.8. Nachbeben bis Magnitude 6.5 sind bei einem Beben solcher Stärke die Norm.
Die Inseln Neubritannien und Neuirland gehören zu den erdbebengefährdetsten Gebieten der Erde. Mehrmals pro Jahrzehnt kommt es zu schweren Erdbeben über Magnitude 7. Zuletzt im Jahr 2000 trat sogar ein Erdbeben der Stärke 8 auf. Grund für die vielen Erdbeben ist die Subduktionszone im Süden beider Inseln, die sich im Osten bis nach Bougainville erstreckt. Dort taucht die Salomonseeplatte unter die Bismarckplatte ab.
Video:


Fünftes Starkbeben binnen kurzer Zeit
Erst vor knapp gut einer Wochen hatte ein schweres Erdbeben der Stärke 7,8 den Himalaya-Staat Nepal erschüttert. Dort kamen mehr als 7200 Menschen ums Leben. Es war insgesamt das fünfte Starkbeben mit über 6.0 in der Stärke in 9 Tagen, inklusive einem 6.2 auf den Fidschi-Inseln.
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Niedersachsen: Erdbeben bei Staffhorst
Wieder ein Erdbeben an einem Ort, der bisher nicht als Erdbebengebiet aufgefallen ist. Um 09.25 Uhr wurde am 2. Mai (Samstag) ein Erdbeben der Stärke 1.9 in der niedersächsischen Gemeinde Staffhorst registriert, wie das Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe heute bekannt gab. Das Epizentrum lag im Südosten der Gemeinde, die zum Landkreis Diepholz gehört. Eine Tiefe von 5 Kilometern wird provisorisch angegeben, genaueres konnte nicht ermittelt werden. Staffhorst liegt 60 km nordwestlich der Landeshauptstadt Hannover.
Wir haben zur Zeit keine Informationen darüber, ob das Erdbeben von der Bevölkerung wahrgenommen wurde.
Auszuschließen ist dies bei Beben dieser Stärke in flacher Tiefe nicht.
Ob das Erdbeben tektonische Ursachen hat, oder mit der Erdgasförderung in Staffhorst zusammenhängt, ist unklar. Vor ziemlich genau einem Jahr, am 1. Mai 2014, erschütterte ein Erdbeben der Stärke 3.1 die Stadt Syke, nur 25 km nordwestlich von Staffhorst. Es hinterließ geringe Gebäudeschäden und gilt als induziert durch die Erdgasförderung. Auch die nahe gelegenen Orte Verden, Walsrode und Vechta haben im vergangenen Jahr induzierte Erdbeben erlebt.
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Es ist aktuell das erste Erdbeben dieser Größenordnung, das in diesem Jahr in Niedersachsen registriert wurde.
Übersicht der aktuellen Beben nach der europäischen Erdbebenwarte EMSC ab 5.0. Mittlerweile wurde die Erschütterung mit 7.3 in 31 km Tiefe verortet:
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