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Donnerstag, 30. April 2015

MH17 Abschuss: Fernsehdokumentation belastet Bundesregierung schwer – Gefahr verschwiegen? (Video)

Fernsehdokumentation belastet Bundesregierung im Fall des über der Ostukraine abgeschossenen Malaysia-Airlines-Fluges MH17.
Die Bundesregierung soll die zivilen Luftfahrtgesellschaften im Juli 2014 nicht vor der konkreten Abschussgefahr über dem Donbass gewarnt haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Recherche von Reportern von WDRNDR und  Süddeutscher Zeitung.

(Geborgene Einzelteile der abgestürzten Passagiermaschine)
Der entsprechende Film wurde am späten Montagabend in der ARD ausgestrahlt. Wie dieSüddeutsche Zeitung vorab berichtete, hatten der Auslandsgeheimdienst BND und die Botschaft in Kiew die Bundesregierung auf die erhöhte Gefahr aufmerksam gemacht, nachdem zwei Tage vor dem Abschuss der malaysischen Boeing die ostukrainischen Aufständischen ein ukrainisches Transportflugzeug in 6.500 Metern Höhe abgeschossen hatten. Das war oberhalb der Höhe, die mit kleinen schultergestützten Raketen erreicht werden kann, und deutete darauf hin, dass in der Region leistungsfähigere Flugabwehrraketen vorhanden waren. Auch die Ukraine hatte den Luftraum nur bis auf 10.000 Metern gesperrt, also unterhalb der Höhe, in der normalerweise der internationale Flugverkehr stattfindet.
Als Ergebnis der fehlenden Warnung änderte die Lufthansa, die auf dem Weg nach Südostasien regelmäßig die Ukraine überflog, ihre Flugrouten nicht. Andere große europäische Fluglinien wie Air France und British Airways hatten – aufgrund von Warnungen ihrer nationalen Geheimdienste oder weil jemand in der Leitung mitdachte und nicht nur auf Kerosinersparnis orientiert war – schon Wochen vor dem Abschuss von MH17 den Luftraum über dem Donbass weiträumig umflogen.
Zur Frage, wer die malaysische Maschine abgeschossen hat, bringt der Film Indizien dafür, dass dies doch mit einer BUK-Batterie russischer Herkunft geschah. Die von russischer Seite vertretene Hypothese des Abschusses aus einem ukrainischen Kampfflugzeug des Typs SU-25 wird von einem Konstrukteur dieses Modells zurückgewiesen: Der Ingenieur erklärte den Reportern, die SU-25 wäre, wenn sie in einer Höhe von 10.000 Metern eine Rakete abgefeuert hätte, daran selbst zerbrochen und abgestürzt. Der von russischer Seite aufgrund einer Zeugenaussage zeitweise als mutmaßlicher Todesschütze identifizierte ukrainische Pilot erklärte, die von dem Zeugen als Beleg geschilderten Ereignisse hätten sechs Tage später in anderem Kontext stattgefunden.
Video:


Die Autoren des Films legen nahe, Russland sei für den Abschuss verantwortlich und werde wegen der damit verbundenen politischen Konsequenzen durch ein Schweigekartell der westlichen Politik gedeckt. Einzelne Aussagen des Films lassen aber auch eine ukrainische Provokation möglich erscheinen.
Am Morgen des Abschusstages wurde nach dem Bericht auf dem Flughafen von Dnipropetrowsk ein Fluglotse festgenommen, der von seinem Handy aus die Aufständischen über Starts ukrainischer Militärjets informiert habe. Das Handy war zum Zeitpunkt des Abschusses in der Hand der Sicherheitsbehörden. Es wäre also ein leichtes gewesen, den fiktiven Start einer Militärmaschine anzukündigen.
Schließlich zitiert der Film einen ehemaligen Angehörigen der CIA, der auf eine kleine Abweichung in der Wortwahl hinwies: Das US-amerikanische Dokument, das Russland für den Abschuss verantwortlich mache, trage den Titel »Government assessment« (Regierungseinschätzung). Üblich sei dagegen der Titel »Intelligence assessment« (Geheimdiensteinschätzung).
Schlussfolgerung des Zeugen: Die US-Geheimdienste waren wohl nicht überzeugt, das das Beweismaterial die Schlussfolgerung trage.
Der Film endet mit Zweifeln daran, ob die Wahrheit je ans Licht kommen wird.
Literatur:
Krieg in der Ukraine von F. William Engdahl
Die MH17-Falle von Wolfgang Eggert
Flug MH370: Die Geheimdienstspur von Wolfgang Eggert
Quellen: daserste.de/jungewelt.de vom 27.04.2015

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Gefahr verschwiegen, aber abgeschossen haben es eindeutig und unwiderlegbar, die von Russland unterstützten Prorussischen Separatisten.