Donnerstag, 23. April 2015

KenFM am Telefon: Karim Popal zur US-Air-Base Ramstein

Der unter Barack Obama massiv ausgebaute Drohnenkrieg der USA wäre ohne den Standort Ramstein in der Pfalz nicht möglich. Ramstein ist übersetzt gesprochen das Zielfernrohr auf einem Jagdgewehr, dessen Abzug sich zwar in den USA befindet und das auch in den Vereinigten Staaten seine Munition erhält. Ohne Ramstein aber würde die tödliche Patrone nicht ihr Ziel finden.
http://tinyurl.com/pnnqq7c

Aber Ramstein ist noch mehr. Ramstein ist auch ein Ort der Ausbildung. Hier wird mit deutschen Steuergeldern militärisch geforscht, um Drohnen noch „effektiver“ zu machen. Die Bundesregierung ist nicht Zeuge des Dronenkrieges, der von Ramstein ausgeht, sie ist Partner.

Diesen schweren Vorwurf erhebt jetzt Menschenrechtsanwalt Karim Popal gegenüber der Bundesregierung. Er wirf darüber hinaus Berlin in Puncto Ramstein vorsätzliche Verschleierung vor.

Karim Popal hat mit dem Verhungern an der langen Hand seine Erfahrungen gemacht. Als Anwalt der Überlebenden der sogenannten Kunduz-Affäre (http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangr...)
wurde er über Jahre von der deutschen Justiz daran gehindert, echte Aufklärung in diesem Kriegsverbrechen durchzusetzen.

Bis heute suchen 19 Familien des damaligen Luftangriffs, der von einem deutschen Oberst angeordnet wurde, nach den Resten der Opfer. Der Tatort in Afghanistan wurde kurz nachdem dort über 100 Menschen getötet wurden, systematisch „gereinigt“. Das Verschwindenlassen von Beweismitteln ist für Popal Teil der NATO-Taktik und das wiedervereinigte Deutschland ist mittendrin statt nur dabei.

Im Gespräch mit KenFM fordert Anwalt Popal die Regierung Merkel auf, die Machenschaften in Ramstein entweder offen zu legen oder den Standort ganz zu schließen.




Wegsehen, wenn es um Mord geht.

Angenommen, ich bekomme Besuch von einem langjährigen Freund aus Übersee und dieser packt während seines Aufenthaltes bei mir ein Jagdgewehr samt entsprechender Munition aus, sollte ich mir Gedanken machen, wenn er damit auf das Haus meines Nachbarn zielt?

Angenommen, mein Freund aus Übersee bittet mich am nächsten Tag, ihm mit einem Feldstecher dahingehend zu unterstützen, das ich mir die Gläser vor das eigene Gesicht halte, um meinen Freund an der Flinte darüber zu informieren, ob mein Nachbar sich aktuell am Fenster zeigt - wäre ich in einen Mord involviert, wenn es zu einem Schuss mit Todesfolge käme?

Diese Story ist weniger weit her geholt, als sie scheint. Genau genommen entspricht sie der aktuellen Situation, mit der sich die Bundesregierung im Fall der US-Airbase Ramstein konfrontiert sehen müsste.

Dass dem nicht so ist, sollte uns alle nachdenklich machen, denn wir alle, die Bürger der Republik, werden ohne es zu wollen zu Mittätern gemacht.

Wegsehen, wenn es um Mord geht, schützt vor Strafe nicht.
Das galt damals in Nürnberg, und das gilt morgen in Den Haag.

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