Erkennen • Erwachen • Verändern

Erkennen • Erwachen • Verändern

Sonntag, 29. März 2015

Streng geheim: Die Handzeichen der Freimaurer




Hier mal ein weiterer Einblick in die Welt der Geheimgesellschaften. Nachfolgender Text und Abbildungen stammen aus dem Buch "Geheimgesellschaften 3-Ein Hochgradfreimaurer packt aus" von Jan van Helsing. Neben den Handzeichen werden auch einige der "geheimen" Rituale und Lehrinhalte der Freimaurerei besprochen...  

Weitere Informationen und Links zu dem Thema finden sie in diesem Artikel:http://infocat-ktv.blogspot.com/2011/12/euro-krise-kriege-crashkurs.html
(...) Was bewirkt die Freimaurerei in der Öffentlichkeit und im täglichen Leben?

Die Freimaurerei selbst und die Institution und Organisation wirkt nicht nach außen, aber jeder Freimaurer wirkt in seinem persönlichen und beruflichen Umfeld - und das sehr effektiv! Freimaurer sind international eng vernetzt und verbunden. Der ehemalige Präsident der USA, Ronald Reagan, hat einmal auf die Frage eines russischen Journalisten auf die von Ihnen gestellte Frage sinngemäß geantwortet: „Wenn irgendwo auf der Erde schnelle und unbürokratische Hilfe zuverlässig er-folgen muss, kann man dazu die Hilfe und Unterstützung der Freimaurer-logen in Anspruch nehmen." Ich habe gerade darauf hingewiesen, dass Freimaurer sich einer besonderen Form des Ausdrucks bedienen und sich verständigen, und in diesem Zusammenhang kann man die Äußerung des Präsidenten einmal auf sich wirken lassen. Botschaften und Nachrichten auf Freimaurerart werden täglich angeboten und ausgetauscht.

Und wie erkennt man sie? Wo sind sie in der Wirtschaft und Politik zu finden? Erkennt man sie an Handgriffen?
Handgriffe sind nur eine Möglichkeit. Es geht ja hier um Nachrichten, um Botschaften, die einem Freimaurer übermittelt werden sollen - sei es in der Zeitung oder im Fernsehen. Im Fernsehen kann man es als Handgriff erkennen (Abb. 9-14), beispielsweise wenn sich zwei Männer den Lehrlingsgriff geben. (Abb. 23) Man erkennt es aber auch an der Fußstellung. (Abb. 20 und 24) Viel wichtiger ist aber der Text einer Nachricht beziehungsweise die Wortbildung einer Nachricht oder Pressemeldung. Wenn also Sätze so formuliert werden, dass sie bestimmte Passagen aus einem Ritual wiedergeben oder darstellen, dann wird man als Freimaurer hellhörig, weil man dieses Ritual ja schon unzählige Male erlebt hat. Es geht dabei immer um Rituale in der Blauen Loge. Man liest oder hört das in den Nachrichten, erkennt, dass hier etwas freimaurerisch geschrieben wird, und liest sich diesen Artikel nochmals aus freimaurerischer Sicht durch. Auf diese Weise kann man Signale dahinter erkennen und die eigentliche Botschaft, die der Nachrichtenschreiber dem eingeweihten Leser übermitteln will. Dieser kann dann konkrete Rückschlüsse daraus ziehen, zum Beispiel, dass hier Handlungsbedarf ist, und setzt sich mit anderen Logenbrüdern in Verbindung. Man telefoniert und sagt: „Hör mal zu, ich hab hier einen Artikel gelesen, hast du ihn auch gelesen*. Was könnte das sein, könntest du dir das vorstellen?" Aus solchen Anrufen oder Ereignissen entwickelt sich dann eine Dynamik, die zu irgendeinem Ergebnis führen wird. Manchmal will man aber die anderen Brüder über eine Entscheidung informieren, über eine politische Entscheidung beispielsweise.
Können Sie ein Beispiel nennen oder einen Satz, der in einer Nachrichten-Überschrift stehen könnte? MUSS da ein Zirkel erwähnt werden?
Nein, nicht unbedingt. Aber wenn in der Zeitung stehen würde: „Im Vatikan hat es gestern ganz fürchterlich geregnet", dann würde das im freimaurerischen Gebrauch heißen: „Gestern sind im Vatikan Geheim-nisse preisgegeben worden." Dann sieht man nach, was gestern im Vatikan los war, welche Berichte gestern in den Medien standen. Offenbar sind Geheimnisse preisgegeben worden, die man am Vortag vielleicht überlesen hat, und bei sorgfältiger Betrachtung sieht man dann aus den Texten, was da in Wirklichkeit passiert ist. Man kann sich darauf ein-stellen, weil man jetzt weiß, dass in den nächsten Tagen eine Entwicklung stattfinden wird. Wenn ein Geheimnis preisgegeben wurde, so wird die katholische Kirche vermutlich beschwichtigen, wohingegen andere Organisationen die offene Wunde noch weiter öffnen wollen. Es besteht also irgendwo Handlungsbedarf.
Und das Signalwort war das „regnen"?
Ja. Wenn Freimaurer in einer Gruppe zusammensitzen und sich über. Geheimnisse, Rituale oder über irgendwelche freimaurerischen Praktiken unterhalten und plötzlich sagt irgendjemand: „Es regnet!", dann beendet man die Konversation und schaut in die Runde, weil dann die Wahrscheinlichkeit besteht, dass irgendjemand in der Gruppe kein Freimaurer ist oder dieser noch einem niedrigeren Grad angehört und das Thema, welches gerade besprochen wird, noch gar nicht erfahren darf. Dann wird das Gesprächsthema geändert oder die Ausdrucksweise wird so angepasst, dass der Unwissende, der Profane, der Nichtfreimaurer oder vielleicht der Freimaurerlehrling gar nicht mitbekommt, worum es geht. Man drückt sich vorsichtiger aus. Es gibt unzählig viele Begriffe.
Man könnte auch sagen, dass ich irgendjemandem sub Rosa etwas mit-geteilt habe. „Sub Rosa" heißt „unter der Rose". Wenn man sich unter einer Rose unterhält, bedeutet das: „Dieses Gespräch bleibt unter diesen Ohren. Es wird nicht weitergetragen." Und die Gesprächsteilnehmer wissen dann, was sie voneinander halten können. Es ist dann einfach sicher, dass nicht weitererzählt wird, was sub Rosa vermittelt worden ist. Solche Redewendungen erscheinen auch in Nachrichten, in Zeitungen. Es sind immer Redewendungen, die in Ritualen verwendet werden, und der Freimaurer gibt dann solch einer Nachricht ein besonderes Augenmerk.


Danke, das deckt sich mit der Aussage aus dem Internationalen Freimaurerlexikon, in dem es heißt: „Ihr sollt in Reden und Betragen vorsichtig sein, dass auch der scharfsinnigste Fremde nichts zu entdecken vermöge, was nicht geeignet ist, ihm eröffnet zu werden. Zuweilen müsst ihr auch ein Gespräch ablenken und es klüglich zur Ehre der Ehrwürdigen Bruderschaft leiten. "Wie ist es denn mit Handzeichen, also wenn zum Beispiel ein Politiker das verwendet? Ich erinnere mich noch an eine Pressemeldung vor der Bundestagswahl 2005, die im Magazin Spiegel, im Focus und in der Welt gleich bebildert war. Ich wusste damals von einem Insider, dass es eine große Koalition geben würde, was zu diesem Zeitpunkt aber der Öffentlichkeit noch nicht klar war. Man sah damals Angela Merkel und Franz Müntefering mit der gleichen Handstellung am Hals, und Guido Westerwelle von der FDP wurde ganz anders dargestellt.
Die Hand am Hals oder etwas unterhalb des Halses ist das allgemeine Logenzeichen. Man tritt ins Zeichen. Dieses Zeichen haben angeblich schon die Essener als Erkennungszeichen verwendet. Aus diesem Zeichen ist dann das sogenannte Lehrlingszeichen geworden, bei dem man die Hand anhebt und nach rechts wegzieht. Alle Zeichen der Freimaurerei gehen immer im rechten Winkel, und dem wird unterlegt, dass man sich lieber den Hals abschneiden lässt, bevor man irgendwelche Geheimnisse verrät. (Abb. 15)
Es gibt unglaublich viele unterschiedliche Zeichen, aber in der Öffentlichkeit tritt man gerne in der Form auf, dass man bei irgendwelchen feierlichen Ereignissen die Hand aufs Herz legt. Das ist bei uns das Gesellenzeichen und lässt die Möglichkeit einer Freimaurerzugehörigkeit schon durchscheinen, aber das Halszeichen eigentlich noch mehr. Bei Ihrem Beispiel mit Angela Merkel war also die Botschaft, dass im Sinne der Freimaurerei bereits entschieden war, wie die Wahl ausgeht.
Ich dachte, der Griff zum Hals sei das Notzeichen?
Nein. Das Notzeichen ist eine ganz andere Form. Beim Notzeichen legt man die Hände gefaltet über den Kopf, dreht die Handflächen um und schiebt dann die verschränkten Hände nach oben. (Abb. 22)

Das ist dann natürlich in der Presse schwer darzustellen. Ich habe im Laufe der Jahre einige Bilder zusammengetragen, auf denen ein Politiker oder der Papst beispielsweise mit den Händen in Dreiecksform über dem Kopf fotografiert wurden. Ist das dann ein Zeichen, dass derjenige in der Bredouille ist?

Das könnte sein. Ich müsste das Foto schon sehen beziehungsweise den Artikel, zu dem das Bild mit diesem Zeichen platziert wurde.

Gibt es noch ein anderes Beispiel?
Man kann auch im Sessel sitzen - zum Beispiel bei einer Talkrunde im Fernsehen -, und sich dann einfach einmal auf diese Weise strecken
Dann sieht das so aus, als würde man sich entspannen. In Wirklichkeit ist das ein Freimaurerzeichen. Ein anderes Beispiel für das Notzeichen wäre eine Aussage, also das gesprochene Notzeichen: ,,/4 moi, l'enfant de la veuve de Naphtalil", das heißt: „Her zu mir, ihr Kinder der Witwe von Naphtali."
Ich habe es einmal erlebt, dass bei einem Vortrag von Therapeuten und Heilpraktikern der Redner, nachdem er sehr lange gesprochen hatte und nun vorschlug, eine Pause einzulegen, zu den Zuhörern sagte: „Ich möchte an der Eingangssäule mal mit ein paar Kindern der Witwe zusammentreffen. "
Das sagt der ganzen Masse überhaupt nichts, aber alle Freimaurer, die im Raum sind, werden sich dann mit Sicherheit an der Säule im Eingangsbereich versammeln, weil sie diese Aussage einzuordnen wissen. So gibt man sich als Freimaurer öffentlich zu erkennen, und nur ein Freimaurer kann das.
Ich habe es einmal während eines Krankenhausaufenthaltes erlebt, dass der Arzt bei der Visite ans Bett kam und mir auf Freimaurerart die Hand gab. (Abb. 21 und 23) Das machte er bei jedem Patienten. Er drückte mit dem Daumen auf den Knöchel des Zeigefingers - den Lehrlingsgriff. Derjenige, dem der Gruß gegeben wird - in diesem Fall ich -, stützt die Hand, hält die Hand ein bisschen fest, und geht zum nächsten Griff über.
Das ist dann der zweite Knöchel...
Ja, das ist der zweite Knöchel, der Gesellengriff. Und der Arzt wird dann irgendwann, wenn die Visite zu Ende ist, vorbeikommen und sich nochmals mit einem unterhalten. Auf diese Weise kommt man sich näher, tauscht sich aus, lernt sich kennen und hat einige Vorteile davon, weil man einen Bruder gefunden hat. So funktioniert das. Das muss, wie dieses Beispiel zeigt, jetzt nichts Geheimnisvolles sein. Man freut sich einfach, es ist ein Vereinskollege, ein Logenbruder. Es macht schon Spaß. Und viele Freimaurer machen diese Griffe gewohnheitsmäßig bei jedem Menschen, dem sie begegnen. Und ab und zu ist dann auch einmal ein Freimaurer darunter.
Können wir zu diesem Begrüßungsritual ein paar Fotos machen?
Hm, das lässt sich schlecht beschreiben, weil es bei so einer Begrüßung einfach zu schnell geht. Dieses Abtasten geht sehr schnell. Man geht nämlich vom Lehrlings- und Gesellengriff gleich weiter und tastet über' weitere Griffe ab, welchen Rang, welchen Erkenntnisgrad das Gegen- JP über hat. Das geht in Sekundenschnelle. Da nimmt man dann auch den Unterarm oder den Ellenbogen des Gegenübers in die Hand. Man könnte das filmen, aber mit Fotos geht das eher schlecht.
Kommt man auf diese Weise auch beruflich ins Geschäft?
Allerdings! Wenn ich jemanden in einer fremden Stadt kennenlerne, der mir den Brudergruß gibt, so kann ich immer Hilfe erhalten. „Ich bin beruflich in der und der Branche tätig, kannst du irgendwas vermitteln, gibt's da irgendwo Brüder, die mir helfen können?" Und man wird dann vermittelt. Man muss sich dazu nicht in irgendwelchen Geschäftsräumen treffen, sondern man trifft sich in der Loge. Geschäftsmaurerei sollte zwar nicht unbedingt gefördert werden, aber es ist üblich, dass in den * Logen auch Geschäfte gemacht werden. Es ist praktikabel, es ist ja nicht schlecht, und unter Brüdern hat man ein ganz anderes Vertrauensverhältnis als unter Fremden.
Wenn innerhalb der Bruderschaft allerdings herauskommt, dass ein Bruder den anderen betrogen hat, ist das äußerst unangenehm für den, Betrüger. Das ist wie bei der Mafia, es herrscht ein Ehrenkodex. So gesehen ist Freimaurerei im Geschäftsleben schon sehr praktisch - in der Politik sowieso. In der Politik gibt es Notwendigkeiten, und wenn man Karriere machen will, muss man Freimaurer sein. Das ist in Deutschland nicht unbedingt so, aber in den USA, in England und in Skandinavien geht es nicht, ohne Freimaurer zu sein.
Es ist egal, welcher Loge man angehört?
Generell ja. Man erkennt sich gegenseitig an, Freimaurer ist Freimaurer, auch wenn die Lehrarten unterschiedlich sind.
Sagen Sie doch bitte noch etwas zu den Handgriffen. Wieso gibt es überhaupt geheime Handgriffe? Was bedeuten sie?
Es gibt für jeden Erkenntnis-Grad Handgriffe, Zeichen und Wörter. Sie sollen den Freimaurer auf seinem Entwicklungsweg empfindsam dafür machen, das erworbene und vermittelte Wissen zu verwahren und nicht dem Bruder mitzuteilen, der diesen Grad noch nicht erreicht hat. Man •würde ihm ein Erleben vorwegnehmen. Nach vielen Jahren der maurerischen Entwicklung wird man dann in den Hochgraden erkennen, wie wertvoll es ist, wenn man sich die Fähigkeit des Schweigens im Laufe der Jahre gewohnheitsmäßig zu eigen gemacht hat. Menschen, die mit der Vertraulichkeit gewissenhaft und zuverlässig umgehen können, werden auch im öffentlichen Leben und in der Geschäftswelt geschätzt. Wer einen Arbeitsplatz anstrebt, der ein hohes Maß an Vertraulichkeit und Zuverlässigkeit erfordert und mit einem mehrjährigen freimaurerischen Erfahrungsweg aufwarten kann, hat eventuell große Vorteile. Auch in der profanen Öffentlichkeit kann man sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise als Freimaurer zu erkennen geben. Die Bruderschaft ist viel weiter verbreitet als man denkt. Man kann im täglichen Leben Menschen erkennen, die der Bruderschaft angehören und mit ihnen sofort einen vertraulichen Kontakt aufnehmen.
Und die Verschwiegenheit darf nicht gebrochen werden...
Weit verbreitet ist das Wissen, dass Freimaurer keine Geheimnisse verraten dürfen, und wenn sie es tun, werden sie hingerichtet. Solche öffentlichen freimaurerischen Hinrichtungen hat es immer gegeben - beweisbar ist das allerdings nicht.
Und wieso erzählen Sie mir all dies? Sie brechen ja hier gerade diese Gelübde.
Ich würde Ihnen diese Frage gerne später beantworten, wenn Sie gehört haben, was ich zu sagen habe. Dann werde ich Ihnen ausführlich antworten - und auch darauf, wieso es im Moment noch besser ist, nicht mit meinem richtigen Namen aufzutreten, noch nicht...

Bitte erzählen Sie mir noch ein paar Details zu Ihrem Werdegang in den Hochgraden.

Nachdem ich in der Johannis-Loge nach der Lehrart des Freimaurer-Ordens die Grade I bis III als Lehrling, Geselle und Meister bearbeitet hatte, folgten in der Andreas-Loge die Grade IV bis VI, also Andreas-. Lehrling, Andreas-Geselle - in Deutschland zusammen bearbeitet - und der Andreas-Meister. Zunächst wurde ich also Andreas-Lehrling, Andreas-Geselle und dann Andreas-Meister, danach Ritter vom Aufgang der Sonne in Osten und Jerusalem. Es heißt in Osten, nicht im Osten, das ist ganz wichtig; dann Ritter von Westen, dann Vertrauter der Johannis-Loge und als letzten Grad den Grad des Vertrauten der Andreasloge. Das entspricht dem zehnten Grad im Orden. Damit ist die Ausbildung im Freimaurer-Orden beendet. Danach bin ich in den York-Ritus über-gegangen. Da ich ja bereits Mitglied und Meister einer Johannis-Loge war und das auch international anerkannt ist, konnte ich im York-Ritus gleich im Kapitel anfangen. Zunächst wurde ich Markmeister (4°) - Altmeister (5°) - Sehr vortrefflicher Meister (6°) - Meister vom Königlichen Bogen (7°). Das ist der Abschluss der Kapitelgrade im York-Ritus. Der York-Ritus unterscheidet sich von allen freimaurerischen Ritualen dadurch, dass im York-Ritus der Salomonische Tempel fertiggestellt wird, was das Ziel der Freimaurerei ist. In allen anderen Lehrarten wird der Salomonische Tempel niemals fertiggestellt. Man will ihn immer bauen, stellt jedoch irgendwann fest, dass man ihn nicht bauen kann. Er fällt wieder zusammen, dann wird er wieder neu aufgebaut. Nur der York-Ritus baut diesen Tempel zu Ende. Und in den USA wird man als Meister vom Königlichen Bogen gekrönt. Man bekommt eine Krone aufgesetzt. Diese Krone bezieht sich auf eine Bibelstelle in der Chronik und im Buch der Könige, wo der Hohepriester mit einer Krone ausgestattet wird. In Wirklichkeit ist es so, dass in der Freimaurerei diese Grade sich so entwickeln wie im Alten Testament, wobei der höchste und letzte Grad der eines Hohepriesters ist. Man wird zu einem israelischen Hohepriester, denn diese Hohepriester hat es ja im Volk Israel gegeben. Jeder Stamm hatte jeweils einen Hohepriester gestellt, und jeder Stamm hatte zu bestimmten Zeiten im Tempel Dienst. Und der Hohepriester durfte ins Allerheiligste. Und so darf auch der Hohepriester in der Freimaurerei das Allerheiligste betreten und stellt diesen israelischen Hohepriester dar in seiner ganzen Symbolik, einschließlich der Krone. Das ist in Europa aber nicht der Fall, hier gibt es keine Krone.

Es gibt hier also Unterschiede?
Ja, genau. Es wird ihm in Deutschland keine Krone aufgesetzt. Symbolisch ja, indem er durch einen lebendigen Bogen geht. Das ist eine Formation von Brüdern, die das tiefste Geheimnis der Freimaurerei symbolisieren, nämlich die Erkenntnis von Jehova-Gott. In den Blauen Logen und in der Freimaurerei dreht sich alles um Jehova-Gott, und irgendwann erkennt der Initiant, wer dieser Gott ist und was er bedeutet.
Und wer ist es?
Jehova-Gott wird im Freimaurertempel dargestellt durch den Meiste vom Stuhl, der einen Winkel um den Hals trägt — der Winkelmann! Jehova-Gott repräsentiert das luziferische Prinzip!
Aber hallo!
Ja, im Freimaurer-Orden muss man es im 6. Grad erkennen - bei 3WK ist es der 3. Grad, im York-Ritus der 7. und im Schottenritus der 13. Grad. Wenn man es da nicht erkennt, muss man wieder von vorne an-fangen. Dann ist man kein tauglicher Meister. Es gibt im Freimaurer-Ritual eine Stelle, an" der der wortführende Meister sagt: „Jetzt werden wir erkennen, ob Sie ein tauglicher Meister sind oder ob Sie ohne Erkenntnis entlassen werden müssen."
Das heißt, wenn man an dieser Stelle nicht erkennt, wer Jehova-Gott ist, wird man entlassen.
Was genau passiert da?
In diesem Grad wird der Initiant dem Jehova-Gott symbolisch gegen-übergestellt und muss ihn erkennen.
Was genau muss der Initiant äußern?
Er muss nichts äußern, aber er muss erkennen.
Was genau erkennt er?
Also, es wird ihm klar, dass Jehova-Gott, der Gott des Alten Testaments, keinen Erlösungsgedanken aufweist. Daraus schlussfolgert sich logischerweise, dass er nicht die höchste Gottheit sein kann, also der liebende Vater, wie Jesus ihn darstellt. Wenn er nicht der höchste Gott also der „Oberchef" ist, wer ist er dann? Jehova-Gott ist der Herr der Welt, der Herr der Materie. Jehova-Gott ist derjenige, der die Welt regiert. Er ist aber nicht derjenige, der dem Wunschdenken des Menschen entspricht, also dass es ein barmherziger, ein lieber Gott ist. Es ist ein furchterregender Gott, ein strafender Gott, ein Rachegott.
Das sagt die Freimaurerei?
Nein, die Freimaurerei sagt das nicht, aber das sagen die Rituale - ganz eindeutig! Die Freimaurerei selbst macht überhaupt keine Aussage. Die Freimaurerei ist da sehr vorsichtig, aber die Rituale sagen ganz eindeutig aus, dass Jehova-Gott eine schöpferische Gottheit ist, den die Freimaurer den Dreifach Großen Baumeister der Welt nennen. Und wenn jemand ein Baumeister ist, ist er auch schöpferisch und kreativ tätig. Und eine Gottheit, die kreativ arbeitet, ist soweit mit der Materie verbunden, dass man sie nicht ausschließlich im geistigen Bereich formulieren kann. Und das ist nicht die Gottheit, die wir eigentlich suchen! Das wird dem Initianten in diesem Moment klar.
Und das luziferische Prinzip ist schon der „Widersacher" und der Herr der Welt - und die Bibel lässt da auch gar keinen Zweifel aufkommen, dass es einen Herrn der Welt gibt. Das ist durchgehend so vom Alten bis zum Neuen Testament bis in die Apokalypse hinein. Jehova-Gott ist nicht das göttliche Prinzip, wie Jesus es lehrt, das Barmherzige. Jehova-Gott ist zwar nicht Luzifer selbst, aber er repräsentiert das luziferische Prinzip. Jehova-Gott ist das Weltherrschaftsprinzip.
Luzifer wiederum ist die Weltseele, die eingekerkert ist, sich aber immer wieder befreit und in der Lage ist, den Menschen auch zu befreien. Und der Freimaurer muss erkennen, dass das wirkende Prinzip innerhalb der Welt nicht von Liebe erfüllt ist, sondern von Gesetzmäßigkeiten; dass Jehova-Gott kein liebender Gott ist, sondern ein gesetzmäßiger Gott - eben der Winkelmann.
Das werden wir gleich intensiv behandeln. Ich würde aber gerne, bevor wir den Faden verlieren, noch den York-Ritus zu Ende behandeln.
Kein Problem. Ich war also zunächst Meister vom Königlichen Bogen. Beim York-Ritus beginnt dann ein sogenanntes Konzil, welches sich auf die Blauen Logen bezieht und diese komplettiert. Danach kommt eine Komturei und ein Conclave. Das sind Rittergrade. Und diese Rittergrade im York-Ritus beginnen im Conclave mit einem Grad des Ritters von Rom und anschließend mit einem Grad des Ritters vom roten Kreuz Konstantin.
Hier muss man bedenken, dass das Römische Reich noch nicht christlich orientiert war. Die Ritter von Rom hatten ihre eigenen Götter. Nun hatte sich innerhalb des Römischen Reiches der christliche Gedanke nachhaltig etabliert, war also nicht mehr wegzudenken, und Kaiser Konstantin hatte versucht, die Masse der christlichen Römer in sein Reich zu integrieren, ohne dass es Probleme gab. Dann hatte er vor der Schlacht an den Milvischen Brücken eine Vision, bei der er eine Kreuzeserscheinung am Himmel gesehen hatte, mit der Bemerkung „in hoc signo vinces" - „In diesem Zeichen wirst Du siegen!" Daraufhin hatte er Banner mit dem.Kreuz anfertigen lassen und hat die Schlacht auch tatsächlich gewonnen. Seinen Soldaten gegenüber erklärte er dann auch, dass er mit Hilfe dieses Christen-Gottes die Schlacht gewonnen hätte und förderte deswegen anschließend das Christentum innerhalb des Römischen Reiches.
Das ist doch ein Märchen, das der Vatikan später erfunden hat!
Das mag schon sein, aber es ist die Hintergrundgeschichte, die in der Freimaurerei im Ritual Verwendung findet.(...)

Keine Kommentare: